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Kind erstickt in Sack: Mutter in Leipzig festgenommen

30 Jahre alter Kriminalfall  

Kind erstickt in Sack: Mutter in Leipzig festgenommen

25.09.2020, 22:28 Uhr | dpa

Kind erstickt in Sack: Mutter in Leipzig festgenommen. Blaulicht der Polizei: In Leipzig ist die Mutter eines Kindes festgenommen worden, dass vor mehr als 30 Jahren getötet wurde. (Symbolbild) (Quelle: dpa/Christophe Gateau/)

Blaulicht der Polizei: In Leipzig ist die Mutter eines Kindes festgenommen worden, dass vor mehr als 30 Jahren getötet wurde. (Symbolbild) (Quelle: Christophe Gateau//dpa)

1988 wird ein vierjähriger Junge ermordet. Jahrelang galt sein Tod als Unfall.  Jetzt die Wende: Nach der Führerin einer Sekte ist nun auch die Mutter des Kindes verhaftet worden.

Einen Tag nach dem Mordurteil gegen eine mutmaßliche Sekten-Chefin ist die Mutter des vor mehr als 30 Jahren getöteten Kindes verhaftet worden. Die 59-Jährige wurde in Leipzig festgesetzt, teilten die Staatsanwaltschaft Hanau und das Polizeipräsidium Südosthessen am Freitagabend mit. Die Staatsanwaltschaft hatte nach der Urteilsverkündung einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen des dringenden Tatverdachts der Beihilfe zum Mord gestellt, dieser sei von der zuständigen Ermittlungsrichterin erlassen worden. Weitere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Am Donnerstag hatte das Hanauer Landgericht eine 73-jährige mutmaßliche Sekten-Chefin wegen Mordes an dem damals vierjährigen Kind der Frau im Jahr 1988 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Fall ist 2015 neu aufgerollt

Die Angeklagte hat demnach im August 1988 den Jungen in einen Leinensack eingeschnürt und in ein Badezimmer gelegt. Das Kind soll ohnmächtig geworden und an seinem Erbrochenen erstickt sein. Ermittler hielten den Tod des Jungen lange Jahre für einen Unfall. Erst 2015 wurde der Fall nach Hinweisen von Sekten-Aussteigern wieder aufgerollt.

Als Motiv sieht die Staatsanwaltschaft, dass die 73-Jährige durch den Tod des Jungen ihre Machtposition stärken wollte. Sie habe das Kind als "vom Bösen besessen" bezeichnet. Nach dem Tod habe sie die Eingebung vorgetäuscht, dass Gott das Kind geholt habe – der Junge sei die Wiedergeburt Hitlers gewesen. Rückendeckung bekam sie nun von der Mutter des toten Jungen. Sie gab an, dass die angeklagte frühere Krankenschwester liebevoll mit den Kindern umgegangen sei.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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