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Frankreich: Koma-Patient Vincent Lambert darf sterben

Oberstes Gericht hat entschieden  

Frankreichs Koma-Patient Lambert darf sterben

28.06.2019, 20:10 Uhr | AFP, bmb

Frankreich: Koma-Patient Vincent Lambert darf sterben. Demonstration zur Unterstützung von Vincent Lamberts Familie im Mai 2019 (Archivbild): Der Koma-Patient liegt seit einem Motorradunfall 2008 in einer Art Wachkoma. (Quelle: imago images/Nicolas Liponne/ZUMA Press)

Demonstration zur Unterstützung von Vincent Lamberts Familie im Mai 2019 (Archivbild): Der Koma-Patient liegt seit einem Motorradunfall 2008 in einer Art Wachkoma. (Quelle: Nicolas Liponne/ZUMA Press/imago images)

Der jahrelange Gerichtsstreit um das Leben des Koma-Patienten Vincent Lambert hat sich entschieden: Der Kassationshof hat entschieden, dass alle lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden dürfen.

Das oberste Gericht Frankreichs hat den Weg zum Ende der künstlichen Ernährung für den bekanntesten Koma-Patienten des Landes freigemacht: Der Pariser Kassationshof annullierte am Freitag im Fall von Vincent Lambert ein Urteil der Vorinstanz, wie der Anwalt der Ehefrau mitteilte. Damit könnten die Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen für den 42-Jährigen laut dem Anwalt sofort beenden.

Damit annulliert er ein Urteil des Pariser Berufungsgerichts vom Mai, welches in letzter Minute die Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung des 42-Jährigen angeordnet hatte. Der zuständige Generalanwalt hatte dem bereits Kassationshof vergangene Woche empfohlen, das Urteil des Berufungsgerichts zu annullieren.

Jetzt dürfen die Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen für Lambert beenden. Dies hatten die behandelnden Mediziner an der Uniklinik in Reims im Osten Frankreichs bereits Ende Mai getan, nachdem mehrere Gerichte in diesem Sinne entschieden hatten.

Streng gläubige Eltern wollen die künstliche Ernährung

Die streng katholischen Eltern des Koma-Patienten zogen vor das Pariser Berufungsgericht, das überraschend die Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung anordnete. Der Kassationshof musste nun entscheiden, ob das Berufungsgericht überhaupt zuständig war.

Vincent Lambert liegt seit einem Motorradunfall 2008 in einer Art Wachkoma. Die Ärzte berufen sich auf ein französisches Gesetz von 2016, wonach die Behandlung beendet werden kann, wenn sie "unnütz und unverhältnismäßig erscheint oder nur dazu dient, das Leben künstlich zu erhalten".
 

 
Der Fall spaltete die Familie Lambert: Anders als die Eltern sind Lamberts Frau Rachel und sechs Brüder und Schwestern für ein Ende der lebenserhaltenden Maßnahmen. Sie berufen sich darauf, dass er sich stets gegen eine künstliche Verlängerung seines Lebens ausgesprochen habe.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP


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