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Zen-Meister Thich Nhat Hanh ist tot

Von dpa
Aktualisiert am 22.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh bei einem Besuch in Köln (Archivbild): Der Zen-Meister starb im Alter von 95 Jahren in Vietnam.
Der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh bei einem Besuch in Köln (Archivbild): Der Zen-Meister starb im Alter von 95 Jahren in Vietnam. (Quelle: epd/imago-images-bilder)
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Jahrzehntelang hat der Zen-Meister Thich Nhat Hanh Millionen Menschen mit seinen spirituellen Lehren berĂŒhrt. Der Mönch war einer der wichtigsten Vertreter des Buddhismus. Achtsamkeit hieß sein Rezept zum GlĂŒck. Er wurde 95 Jahre alt.

Der berĂŒhmte Zen-Meister und Autor Thich Nhat Hanh ist tot. Der in aller Welt verehrte buddhistische Mönch, den Martin Luther King Jr. 1967 fĂŒr den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hatte, starb am Samstag (Ortszeit) im Alter von 95 Jahren friedlich in seinem Haus in Tu Hieu Tempel in der vietnamesischen Stadt Hue, wie das von ihm gegrĂŒndete Meditationszentrum "Plum Village" auf Twitter mitteilte. Die zahlreichen BĂŒcher Thich Nhat Hanhs, in denen er sich fĂŒr NĂ€chstenliebe und ein Leben in Achtsamkeit und im Bewusstsein der Gegenwart einsetzte, wurden in fast zwei Dutzend Sprachen ĂŒbersetzt.

Auch in Deutschland war der Vietnamese aktiv: 2008 grĂŒndete er in Waldbröl in der NĂ€he von Köln das EIAB. Viele Tausend Besucher aus 35 europĂ€ischen LĂ€ndern haben dort seitdem an Kursen teilgenommen. Auf Deutsch erschienen rund 30 der insgesamt ĂŒber 100 Werke des Mönchs, darunter "Der furchtlose Buddha: Was uns durch die Angst trĂ€gt" und "Versöhnung mit dem inneren Kind: Von der heilenden Kraft der Achtsamkeit". Sein Tod sei "ein Verlust fĂŒr die Menschheit", so der Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel.

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"Auch unsere Zivilisation kann verschwinden"

1966 war Thich Nhat Hanh im Zuge seiner FriedensbemĂŒhungen wĂ€hrend des Vietnam-Kriegs aus seiner Heimat verbannt worden. Anschließend lebte er lange in Frankreich im Exil. Im DĂ©partement Dordogne im SĂŒdwesten des Landes grĂŒndete er 1982 das berĂŒhmte "Plum Village", ein buddhistisches Meditationszentrum. Viele weitere Zentren und Klöster folgten, darunter in den USA, Australien und Thailand. Tausende Menschen aus aller Welt kommen jĂ€hrlich zu den Retreats.

Immer wieder forderte Tich Nhat Hanh die Menschen auf, bewusster zu leben. Dabei warnte er: "Wir wissen, dass viele Zivilisationen in der Vergangenheit verschwunden sind, und auch unsere Zivilisation kann verschwinden. Wir brauchen ein echtes Erwachen. Wir mĂŒssen unsere Art zu Denken und zu Sprechen Ă€ndern, und das ist möglich."

RĂŒckkehr nach Vietnam

Die amerikanische Botschaft in Vietnam wĂŒrdigte am Samstag, Thich Nhat Hanh habe sich stets fĂŒr religiösen Pluralismus eingesetzt. Er werde "als einer der wohl einflussreichsten und prominentesten religiösen FĂŒhrer der Welt" in Erinnerung bleiben. "Durch seine Lehren und sein literarisches Werk wird sein VermĂ€chtnis fĂŒr kommende Generationen bestehen bleiben." Plum Village in Frankreich kĂŒndigte an, dem Toten fĂŒnf Tage lang mit via Internet ĂŒbertragenen Meditationen und Zeremonien gedenken zu wollen. Menschen in aller Welt posteten in sozialen Netzwerken Zitate des Mönchs.

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Nach einem Schlaganfall im Jahr 2014 war Thich Nhat Hanh Ende 2018 nach Vietnam zurĂŒckgekehrt. Seinen SchĂŒlern teilte er mit, er wolle seine restliche Lebenszeit im Kloster Tu Hieu in der Stadt Hue verbringen, wo er mit 23 Jahren zum Mönch ordiniert worden war. Eines der bekannten Zitate des Friedensaktivisten, der von seinen SchĂŒlern "Thay" (Lehrer) genannt wurde, lautet: "Die Welle muss nicht sterben, um zu Wasser zu werden. Sie ist bereits Wasser."

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