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BraunbÀr in Oberbayern gesichtet

Von dpa
Aktualisiert am 03.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein BraunbÀr ist am 30.
Ein BraunbĂ€r ist am 30. April in eine Fotofalle im sĂŒdlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen getappt. (Quelle: -/Bayerische Landesamt fĂŒr Umwelt/dpa./dpa)
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Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Seltener Besuch in Oberbayern: Ein BraunbÀr ist im Landkreis Garmisch-Partenkirchen in eine Fotofalle getappt.

Die Aufnahme der Wildtierkamera stammt vom Samstag, wie ein Sprecher des Bayerischen Landesamtes fĂŒr Umwelt in Augsburg am Dienstag sagte. Weitere aktuelle Sichtungen seien noch nicht bekannt. Auch sonst weiß man noch sehr wenig ĂŒber das Tier. Im Unterschied zu seinem Artgenossen Bruno, der als "ProblembĂ€r" deutschlandweit bekannt wurde und im Sommer 2006 abgeschossen wurde, verhĂ€lt sich der aktuelle BraunbĂ€r bislang völlig unauffĂ€llig.

NĂ€chste BĂ€ren-Population ist 120 Kilometer entfernt

"Es ist nicht so, dass es irgendeine schwierige Situation gab, er ist halt nur jetzt von der Kamera fotografiert worden. Von daher gibt es keinen Grund, in irgendeiner Form aktiv zu werden", sagte der Sprecher des Landesamtes.

Das letzte Mal war im FrĂŒhjahr 2020 ein BraunbĂ€r in Bayern unterwegs gewesen. Gleich mehrfach konnten damals im Winterhalbjahr im Gebiet zwischen Reutte im österreichischen Tirol und dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen entsprechende Hinweise bestĂ€tigt werden. Ob es sich am Wochenende nun um dasselbe Tier gehandelt hat, ist unklar.

"Es ist ein sehr unscharfes Bild, eine Nachtaufnahme, da kann man keine Angaben zu Alter, Individuum oder Geschlecht machen", beschrieb der Sprecher das Foto. Allerdings streifen nach Angaben des Landesamtes normalerweise nur junge MĂ€nnchen auf der Suche nach einem Weibchen teils sehr weit umher - die nĂ€chste BraunbĂ€ren-Population befindet sich rund 120 Kilometer von Bayern entfernt im italienischen Trentino. Finden sie in der Ferne jedoch keine Partnerin, kehren sie in der Regel in ihre Heimat zurĂŒck.

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Keine Essensreste in der Natur zurĂŒcklassen

Ob der aktuelle BĂ€r tatsĂ€chlich aus Italien stammt, ist ebenfalls noch unklar. "Eine Populationszugehörigkeit könnte man nur ĂŒber eine DNA-Analyse herausfinden", erlĂ€uterte der Sprecher. Dazu brĂ€uchten die Experten etwa Kot des Tieres.

Den genauen Ort im sĂŒdlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen, wo der BĂ€r die Wildtierkamera eines JĂ€gers der Staatsforsten ausgelöst hat, wollen die Behörden nicht nennen. Zum einen soll er nicht durch Neugierige aufgeschreckt, zum anderen nicht an Menschen gewöhnt werden. "Wir mĂŒssen BĂ€ren zeigen, dass unsere Nutztierherden tabu sind und es bei Menschen nichts zu holen gibt. Das ist entscheidend fĂŒr ein konfliktfreies Miteinander", betonte auch der Wildtierexperte des Naturschutzbundes WWF, Moritz Klose.

Klose rief Wanderer und AusflĂŒgler deshalb ebenso wie das Landesamt dazu auf, keine Essensreste in der Natur zurĂŒckzulassen und sich bei einer etwaigen Begegnung langsam und ruhig zurĂŒckzuziehen. Dann stĂŒnden die Chancen gut, dass der aktuelle Besucher nicht wie sein Artgenosse Bruno ausgestopft im Museum endet.

Bruno hatte nĂ€mlich mit StreifzĂŒgen bis in Ortschaften hinein und zahlreichen Rissen von Schafen fĂŒr Aufregung gesorgt. Er wurde deshalb trotz strengen Schutzes zum Abschuss freigegeben. Nach diesem Desaster war im Freistaat ein Managementplan fĂŒr den Fall einer neuen BĂ€renankunft erarbeitet worden, der den Umgang mit dem Wildtier und die Schritte bei etwaigen Problemen regelt.

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