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Ein Amerikaner und zwei Russen fliegen heute gemeinsam zur ISS


Russland und USA: Gemeinsame Raummission geht weiter

Von dpa
Aktualisiert am 21.09.2022Lesedauer: 3 Min.
imago images 169795117Vergr├Â├čern des BildesDrei Raumfahrer aus zwei Nationen: Auf der ISS arbeiten die USA und Russland noch zusammen. (Quelle: IMAGO/Sergei Savostyanov)
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Eine amerikanisch-russische Besatzung startet heute zur ISS. Es ist der erste gemeinsame Flug seit Beginn des Ukraine-Kriegs.

Der US-Amerikaner Frank Rubio und die beiden russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew und Dmitri Petelin fliegen in Zeiten gro├čer politischer Spannungen an diesem Mittwoch gemeinsam ins All. An Bord einer Sojus-Rakete sollen sie um 15.54 Uhr vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in der Steppe der Republik Kasachstan in Zentralasien abheben, wie die russische Raumfahrtbeh├Ârde Roskosmos mitteilte.

Es ist der erste gemeinsame Flug seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar. An Bord hat die Crew auch 120 Kilogramm Nachschubmaterial f├╝r die ISS, darunter Hygiene- und medizinische Artikel, wissenschaftliche Apparate und pers├Ânliche Gegenst├Ąnde der Kosmonauten.

Der 46-j├Ąhrige Rubio sagte in Baikonur, er freue sich auf den Blick von dort oben auf die Erde. Gespannt sei er auf die "Dunkelheit und darauf, wie die Sterne von dort aus aussehen".

Rubio hatte schon vorab gesagt, dass die Raumfahrt eine M├Âglichkeit sei, auch in Zeiten politischer Spannungen gemeinsam etwas zu leisten. Die Crew sprach vorab nicht ├╝ber den Krieg, sondern vor allem ├╝ber Pers├Ânliches und den Alltag von Raumfahrern. Alle machten dabei deutlich, dass sie in dem halben Jahr auf der ISS ihre Familien vermissen w├╝rden.

Das Schwerste werde f├╝r ihn pers├Ânlich die lange Trennung von seiner Frau und seinen vier Kindern sein, sagte der in Los Angeles geborene Astronaut Rubio, der seit 2017 bei der Nasa ist und nun zum ersten Mal ins All fliegt. Ein paar Familienfotos werde er mit zur ISS nehmen. "Es ist eine Ehre f├╝r mich, in die Fu├čstapfen fr├╝herer Raumfahrer zu treten", sagte er vor dem Start.

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Russland: Sanktionen belasten Raumfahrt

Die russische Invasion belastet die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Moskau und Washington zus├Ątzlich. Russland beklagt, dass die von den USA und der EU erlassenen Sanktionen im Zuge des Kriegs die Arbeit in der Raumfahrt erschweren, darunter die Produktion der auch milit├Ąrisch nutzbaren Raketen. Zeitweilig stand die Zusammenarbeit auch ganz auf der Kippe.

Die beiden Kosmonauten Prokopjew und Petelin reisen mit Rubio nun in einer Sojus-Raumkapsel vom Typ MS-22 in einem drei Stunden langen Flug zum Au├čenposten der Menschheit. Im Oktober soll die russische Kosmonautin Anna Kikina an Bord einer "Crew Dragon"-Kapsel von Elon Musks Firma SpaceX von den USA aus zur ISS fliegen.

Die Fl├╝ge sollen Hoffnung geben, dass die Zusammenarbeit auf der ISS noch ├╝ber Jahre fortgesetzt wird. Russland hatte zuletzt einen Ausstieg aus dem Projekt nach 2024 angek├╝ndigt, aber kein Datum genannt.

F├╝nf Weltraumspazierg├Ąnge geplant

Zur 68. ISS-Mission sagte Kosmonaut Prokopjew vor dem Start: "Das Programm ist ziemlich voll ÔÇô neben dem schnellen Andocken sind f├╝nf Ausstiege ins Weltall geplant." Zudem seien 48 Experimente vorgesehen, darunter die Arbeit mit einem 3D-Drucker in der Schwerelosigkeit.

Geplant ist demnach das Ausdrucken von verschiedenen Figuren aus unterschiedlichen Materialien. Wom├Âglich k├Ânnte das in Zukunft zu einer neuen Generation an 3D-Druckern f├╝hren.

W├Ąhrend es f├╝r Prokopjew der zweite Flug ins Weltall ist, fliegen Petelin und Rubio zum ersten Mal. Prokopjew sagte: "Wir spielen alle Fu├čball. Wir werden im All sicher einen Ball finden." Er habe selbst schon Tennis und Badminton in der Schwerelosigkeit gespielt. Ansonsten sei der Tagesablauf wie auf der Erde auch: Tags├╝ber arbeiten, Nachtruhe sei von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr. "Ich schlafe besser als auf der Erde", sagte der 47-J├Ąhrige.

Allein sein werden die drei Raumfahrer nicht auf der ISS in rund 400 Kilometern H├Âhe ├╝ber der Erde. An Bord sind bereits der Kommandant der 67. Expedition, Oleg Artemjew, die Kosmonauten Denis Matwejew und Sergej Korssakow sowie die Nasa-Astronauten Bob Hines, Kjell Lindgren, Jessica Watkins und die Italienerin Samantha Cristoforetti von der europ├Ąischen Raumfahrtbeh├Ârde Esa.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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