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Wird die Europäische Union noch größer?

Beitrittskandidaten  

Wird die Europäische Union noch größer?

Von Fabian Jahoda

22.09.2021, 13:18 Uhr
Wird die Europäische Union noch größer?. Die Europäische Union wurde mit der Zeit immer größer, doch seit Jahren stockt das Wachstum. Wird die EU in Zukunft noch weitere Staaten hinzugewinnen? (Quelle: imago images)

Die Europäische Union wurde mit der Zeit immer größer, doch seit Jahren stockt das Wachstum. Wird die EU in Zukunft noch weitere Staaten hinzugewinnen? (Quelle: imago images)

Seit ihrer Gründung ist die Europäische Union massiv angewachsen. Wird die EU noch größer werden? Und wie viele Staaten können sich ihr anschließen?

Die Europäische Union wurde 1992 gegründet, die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl als Vorgänger bereits 1951. Zum Gründungszeitpunkt der EU gehörten zwölf Länder zum Staatenbündnis. Seitdem gab es mehrere Erweiterungen, die Union wuchs immer weiter.

Im Jahr 1995 traten Österreich, Finnland und Schweden bei. 2004 folgte die sogenannte "Osterweiterung", die größte Expansion der EU bisher. Dabei schlossen sich zehn Nationen, darunter Polen, Tschechien, Ungarn und Estland der Europäischen Union an. Drei Jahre später wurde der zweite Teil der Osterweiterung vollzogen, Bulgarien und Rumänien stießen zur Union.

Ruhephase für die EU

Anschließend gab es viele Stimmen, die etwa „eine längere Phase der Konsolidierung“ für die EU forderten. Die Union und die beigetretenen Staaten müssten die Erweiterung erst einmal „verkraften“. Nach dem Beitritt von Kroatien im Jahr 2013 trat diese Ruhephase tatsächlich ein.

Beitrittsverhandlungen wurden allerdings nach wie vor mit verschiedenen Staaten geführt. 2018 hieß es, dass die Europäische Union im Jahr 2025 die nächste Erweiterung erleben solle. Seitdem sind die Gespräche mit den Nationen allerdings nicht bedeutend vorangekommen. Konkret geht es dabei um die "Westbalkanerweiterung". Mit Montenegro, Serbien, Nord-Mazedonien und Albanien werden bereits Gespräche geführt, Bosnien-Herzegowina und der Kosovo gelten bisher nur als mögliche Beitrittskandidaten.

Wie funktioniert die Beitrittspolitik?

Grundsätzlich verfolgt die Europäische Union mit ihrer Erweiterungspolitik das Ziel, die europäischen Staaten in einem gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Projekt zu vereinen. Dabei ist für die Beitrittskandidaten die geografische Lage in Europa bei weitem nicht die einzige Anforderung.

So muss ein Land nicht nur die Werte der Union achten und fördern, sondern etwa auch Menschenrechte wahren und Minderheiten schützen. Zudem ist eine funktionierende Marktwirtschaft erforderlich, die den Kräften der EU standhalten kann, da Zölle innerhalb der Union entfallen. Darüber hinaus ist es natürlich notwendig, bereits geltende Rechtsvorschriften und gemeinsame Standards zu übernehmen.

Für einen Beitritt in die Europäische Union muss in über 30 Punkte verhandelt werden. So geht es beispielsweise um Arbeitsrecht, Urheberrecht, Bildungspolitik und den Finanzsektor. Die Gespräche zu den einzelnen Punkten finden parallel statt, dauern aber häufig jeweils mehrere Jahre an.

Die Zukunft des Wachstums der Europäischen Union

Die Expansion der EU hat sich seit Mitte der 2000er-Jahre bedeutend verlangsamt. Dies hat mehrere Gründe: Wachsende Regularien und Normen verlängern und erschweren den Beitrittsprozess, da mehr gesetzliche Anpassungen in den Ländern nötig werden. Auch die hohen Standards bereiten manchem Staat Probleme. Zudem erlegte sich die Union 2006 selbst zusätzliche Regeln für die Erweiterung auf.

Auch die inzwischen erreichte Größe der EU ist Grund für die langen Jahre ohne neuen Beitritt. Einerseits ist rein geografisch die Zahl möglicher Beitrittsländer sehr begrenzt, andererseits gibt es Länder, die überhaupt nicht beitreten möchten.

So bewarb sich Island im Sommer 2009 um den Beitritt. Eine neue Regierung brach die Verhandlungen allerdings ab und teilte der EU 2015 mit, dass sie nicht mehr als Beitrittskandidat geführt werden wolle.

Es ist anzunehmen, dass die Europäische Union auch künftig expandiert, jedoch bedeutend langsamer als früher.

Verwendete Quellen:

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