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SOS-Kinderdorf: Leben hier verschleppte ukrainische Kinder?


Leben in diesem SOS-Kinderdorf verschleppte ukrainische Kinder?

Von afp
Aktualisiert am 22.02.2023Lesedauer: 2 Min.
Das SOS-Kinderdorf Tomilino bei Moskau: Dort sollen aus der Ukraine verschleppte Kinder leben.
Das SOS-Kinderdorf Tomilino bei Moskau: Dort sollen aus der Ukraine verschleppte Kinder leben. (Quelle: Screenshot: Google Maps)
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Schwere Vorwürfe gegen die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer: Kinder aus der Ukraine sollen in russischen Einrichtungen sein.

Die internationale Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer ist nach einem Bericht des ZDF-Magazins "frontal" offenbar in die Verschleppung ukrainischer Kinder durch Russland verstrickt. Dem Magazin liegen nach eigenen Angaben vom Dienstag Bilder vor, die zeigen, wie ukrainische Kinder in das SOS-Kinderdorf Tomilino in der Nähe von Moskau gebracht werden. Dort seien sie offenbar russischen Pflegeeltern übergeben worden.

Die Siedlung Tomilino gehört seit 1990 zu den SOS-Einrichtungen. Die Hilfsorganisation räumte gegenüber dem ZDF ein, dass sie von 13 ukrainischen Kindern in ihren Dörfern in Russland wisse. Weiter teilte sie schriftlich mit: "SOS-Kinderdorf Russland kann keine Auskunft darüber geben, wie die Kinder nach Russland kamen und wie sie die russische Staatsbürgerschaft erlangten."

600 Kinder in russischen Kinderdörfern

"SOS-Kinderdorf ist gegen den Einsatz von Kindern für politische Zwecke. Wir unterstützen das nicht und werden diesen Fall prüfen", heißt es in dem Schreiben laut "frontal" weiter. Das Hauptziel von SOS-Kinderdorf Russland sei es, Kinder unabhängig von ihrer Herkunft zu schützen, auch unter extrem schwierigen Bedingungen, beteuerte die Organisation. SOS-Kinderdorf Russland arbeitet nach eigenen Angaben seit mehr als 30 Jahren in dem Land und betreut dort derzeit mehr als 600 Kinder. Auch in der Ukraine ist SOS-Kinderdorf aktiv.

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Nach Recherchen von "frontal" besuchte die russische Kinderrechtsbeauftragte Maria Lvova-Belova im Dezember 2022 das SOS-Kinderdorf Tomilino. Ihre Behörde organisiere Zwangsadoptionen ukrainischer Kinder mit dem Ziel der Russifizierung, hieß es in dem Bericht. Während ihres Besuches seien Propagandabilder mit verschleppten ukrainischen Kindern entstanden.

Bericht über systematische Verschleppungen

Das ZDF-Magazin berichtete auch, dass seit Kriegsbeginn am 24. Februar ukrainische Kinder und Jugendliche systematisch nach Russland verschleppt würden. Viele der Kinder würden nach dort zur Zwangsadoption freigegeben und kämen in russische Pflegefamilien. Ziel sei, dass sie alles Ukrainische vergessen und stattdessen eine prorussische patriotische Erziehung erhalten sollten.

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Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte im Januar auf die entsprechenden Vorwürfe gegen Russland hingewiesen und in diesem Zusammenhang von dem "gezielten Versuch, ein Volk zu zerstören", gesprochen. Allerdings sagte sie auch, dass gesicherte Fakten dazu fehlten. Russland bestreitet die Vorwürfe.

Das Humanitarian Research Lab der US-Universität Yale ging zuletzt von etwa 6.000 nach Russland verschleppten ukrainischen Kindern aus, die ukrainische Regierung nennt eine Zahl von mindestens 14.000. Entsprechende Berichte von Verschleppungen gab es unter anderem aus besetzten Gebieten in Cherson oder aus Mariupol.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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