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Held der Ukraine: Erschießungsvideo eines Soldaten


Nach Erschießungsvideo
Das soll der neue Held der Ukraine sein

Von t-online, csi, jpd

Aktualisiert am 07.03.2023Lesedauer: 2 Min.
Das könnte der Mann aus den Video-Aufnahmen sein, die die Tötung eines ukrainischen Kriegsgefangenen durch russische Soldaten zeigen sollen.Vergrößern des BildesDas könnte der Mann aus den Video-Aufnahmen sein, die die Tötung eines ukrainischen Kriegsgefangenen durch russische Soldaten zeigen sollen. (Quelle: Grafik von t-online/t-online)
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Es ist ein schreckliches Video, das in Sozialen Medien umgeht und vermutlich die Hinrichtung eines ukrainischen Soldaten durch Russen zeigt. Wer ist dieser Mann?

Timofiy Mykolayovych Shadura – das ist vermutlich der Name des ukrainischen Soldaten, der erst an einer Zigarette zog, "Slava Ukrajini" (Ruhm der Ukraine) sagte und dann vor laufender Kamera mutmaßlich von russischen Soldaten erschossen wurde. Er war wehrlos und unbewaffnet, soll ein Kriegsgefangener gewesen sein. Aufgrund dieser Darstellungen, die in den sozialen Medien zusammen mit dem entsprechenden Exekutions-Video verbreitet werden, gilt der Mann schon jetzt als "Held der Ukraine". Doch ob es sich tatsächlich um Shadura handelt, ist noch nicht vollständig geklärt.

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In dem verbreiteten Erschießungsvideo, das ein Amateurvideo zu sein scheint, steht ein Mann in Tarnkleidung in einem flachen Graben. Er raucht eine Zigarette, ruft "Slava Ukrajini" und wird von russisch sprechenden Männern erschossen. Wann und wo das Video aufgenommen wurde und ob es sich bei dem Erschossenen tatsächlich um einen ukrainischen Kriegsgefangenen namens Timofiy Mykolayovych Shadura handelt, lässt sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Familienmitglieder sind sich sicher

Die ukrainische Armee gibt an, die Identität des Mannes "vorläufig" geklärt zu haben und geht dabei ebenfalls von Sharuda aus. Der 41-jährige Kriegsgefangene gelte seit dem 3. Februar bei der umkämpften Stadt Bachmut als vermisst, teilten am Dienstag die Landstreitkräfte der Ukraine im Nachrichtenkanal Telegram mit. Der Soldat habe in der 30. mechanisierten Brigade gedient. Eine endgültige Bestätigung könne es aber erst geben, wenn die im russisch besetzten Donezker Gebiet vermutete Leiche gefunden und übergeben werde.

Die ukrainische BBC-Journalistin Sofia Kochmar-Tymoshenko teilte auf Facebook mit, mit sechs Familienmitgliedern von Shadura gesprochen zu haben. Auch sie seien sich sicher, dass der getötete Mann ihr Bruder und Sohn sei.

Der Journalist Jurij Butussow bezweifelte diese Darstellung hingegen. Ihm vorliegenden Bestätigungen von Verwandten und Fotos nach handele es sich bei dem Mann aus dem Video um einen 42 Jahre alten Scharfschützen aus dem Gebiet Tschernihiw. Die Leiche des Mannes sei nach dessen Tod bei Soledar bereits im Februar übergeben, gerichtsmedizinisch untersucht und beerdigt worden. Dazu veröffentlichte er ein Foto von dem Gesicht des Mannes in dem Video und eine andere Aufnahme, beide sehen sich ähnlich.

Kriegsverbrechen der Russen

Fest steht, dass die Tötung unbewaffneter Kriegsgefangener nach Genfer Konvention ein Kriegsverbrechen darstellt. "Die Tötung eines Kriegsgefangenen ist ein weiteres Kriegsverbrechen der Russen", erklärte Andrij Jermak, Leiter des Präsidialamts der Ukraine, bei Twitter, "Jedes dieser Kriegsverbrechen wird geahndet werden."

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) aufgerufen, die Video-Aufnahmen zu untersuchen, denn es sei ein "weiterer Beweis dafür, dass dieser Krieg Völkermord ist". Kuleba erklärte, es sei "unbedingt erforderlich", dass IStGH-Chefankläger Karim Khan "sofort eine IStGH-Untersuchung dieses abscheulichen Kriegsverbrechens einleitet". "Täter müssen sich vor Gericht verantworten", forderte der ukrainische Außenminister.

Moskau und Kiew haben sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar vergangenen Jahres schon mehrfach gegenseitig beschuldigt, Kriegsgefangene getötet zu haben. Die russische Söldnertruppe Wagner, die maßgeblich an der Schlacht um die Stadt Bachmut in der Ostukraine beteiligt ist, hat viele ihrer Kämpfer in russischen Gefängnissen rekrutiert.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und AFP
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