• Home
  • Panorama
  • Wissen
  • Geschichte
  • Auftakt Kalter Krieg: Als Churchill den Angriff auf Stalins Armee planen lie├č


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextNagelsmann liebt "Bild"-ReporterinSymbolbild f├╝r einen TextHells-Angels-Legende ist totSymbolbild f├╝r einen TextAntonia Rados verl├Ąsst RTLSymbolbild f├╝r einen TextWeltgr├Â├čte Schokofabrik stoppt ProduktionSymbolbild f├╝r einen TextOlympia: Hoene├č kritisiert DemokratienSymbolbild f├╝r ein VideoSo schmeckt ein Wimbledon-MythosSymbolbild f├╝r einen TextTaliban in Kabul angegriffenSymbolbild f├╝r einen TextBayern lehnt Bar├ža-Angebot abSymbolbild f├╝r ein VideoMassenschl├Ągerei auf KreuzfahrtschiffSymbolbild f├╝r einen TextSylt-Pendler sauer: "Party und Halligalli"Symbolbild f├╝r einen TextPolizei sucht 13-j├Ąhrigen JungenSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserRTL-Moderatorin w├╝tet gegen FirmaSymbolbild f├╝r einen TextErdbeersaison auf dem Hof - jetzt spielen

Als Churchill den Angriff auf Stalins Armee planen lie├č

  • Marc von L├╝bke-Schwarz
Von Marc von L├╝pke-Schwarz

28.06.2020Lesedauer: 4 Min.
Konferenz von Jalta 1945: Winston Churchill (l.) und Josef Stalin (r.) waren einander in tiefem Misstrauen zugetan, dazwischen sa├č US-Pr├Ąsident Franklin D. Roosevelt.
Konferenz von Jalta 1945: Winston Churchill (l.) und Josef Stalin (r.) waren einander in tiefem Misstrauen zugetan, dazwischen sa├č US-Pr├Ąsident Franklin D. Roosevelt. (Quelle: WHA United Archives/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Winston Churchill und Josef Stalin waren Verb├╝ndete wider Willen, der britische Premier misstraute dem Sowjetdiktator zutiefst. Nach Kriegsende wies

Eigentlich h├Ątte Winston Churchill am 12. Mai 1945 bester Stimmung sein m├╝ssen. Vier Tage zuvor hatte die deutsche Wehrmacht kapituliert, der Zweite Weltkrieg war ÔÇô zumindest in Europa ÔÇô vorbei. Doch Gro├čbritanniens Premierminister, der Adolf Hitler erfolgreich die Stirn geboten hatte, war in Sorge. "Ein eiserner Vorhang senkt sich ├╝ber die russische Front", telegrafierte Churchill an besagtem 12. Mai ans Wei├če Haus. "Wir wissen nicht, was dahinter geschieht."

Josef Stalin war der Mann, der Churchill zutiefst besorgte. Am 22. Juni 1941, nach dem deutschen ├ťberfall auf die Sowjetunion, waren Gro├čbritanniens Premier und der Sowjetdiktator Alliierte geworden. Ein ungeliebtes B├╝ndnis, allein zusammengeschwei├čt durch den gemeinsamen Gegner Deutschland. Mit dem sich Stalin nicht lange zuvor noch Polen geteilt hatte.

Kommunistenhasser aus ├ťberzeugung

Churchill war strammer Antikommunist, nach Ende des Ersten Weltkriegs hatte er noch gedichtet: "Kill the Bolshie, kiss the Hun" (Zu Deutsch: "T├Âte den Bolschewiken, k├╝sse den Hunnen [also die "Deutschen", Anmerkung der Redaktion])". Stalin hingegen machte sich keine Illusionen, was Churchills Misstrauen anging. Grund zur Furcht hatte der sowjetische Diktator aber kaum, denn die Amerikaner ÔÇô auf die es wirklich ankam ÔÇô waren ihm noch wohlgesonnen. "Uncle Joe" nannte man den skrupellosen Massenm├Ârder in den USA lange Zeit.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putin reagiert auf Witze der G7-Chefs ├╝ber nackten Oberk├Ârper
Wladimir Putin beim Reiten in Russland (Archivbild): Das Foto lieferte den Grund f├╝r witzige Bemerkungen beim G7-Gipfel.


Winston Churchill in Coventry: Die Stadt wurde w├Ąhrend deutscher Luftangriffe schwer zerst├Ârt.
Winston Churchill in Coventry: Die Stadt wurde w├Ąhrend deutscher Luftangriffe schwer zerst├Ârt. (Quelle: LEONE/ullstein-bild)

"Sowjetrussland war zu einer t├Âdlichen Gefahr f├╝r die freie Welt geworden", bilanzierte der hellsichtigere Churchill Stalins Machthunger sp├Ąter. Entsprechend bestellte der britische Premierminister wenige Tage nach Deutschlands Niederlage seine Offiziere ein. Ihre Aufgabe: einen Angriff auf die Rote Armee zu planen. Auch den Tag der m├Âglichen Offensive gab Churchill vor: 1. Juli 1945. Es war der Tag, an dem der Dritte Weltkrieg h├Ątte beginnen k├Ânnen.

Vor allem ging es Churchill darum, das von der Roten Armee besetzte Polen dem Zugriff Stalins zu entziehen. 1939 war Gro├čbritannien nach dem deutschen Angriff auf Polen in den Krieg eingetreten, w├Ąhrend all der Jahre hatten polnische Soldaten im Exil tapfer auf Seiten der Alliierten gek├Ąmpft. Nur, um dann die deutsche Fremdherrschaft ├╝ber Polen durch die sowjetische zu ersetzen? F├╝r Churchill ein Unding.

Unter seinen Stabsoffizieren herrschte hingegen Fassungslosigkeit bis Entsetzen. Gerade erst war der Jubel ├╝ber die Kapitulation der Wehrmacht verklungen, nun war ein weiterer Krieg abzusehen. "Operation Unthinkable", zu Deutsch: "Operation Undenkbar", w├Ąhlten sie deshalb als Bezeichnung ÔÇô wie als deutliche Warnung ÔÇô f├╝r ihre Planung, die am 22. Mai 1945 in einem Report zusammengefasst wurde. Mit allen Mitteln sollte Churchill begreiflich gemacht werden, dass ein Angriff auf die Rote Armee im Desaster enden musste.

Auch Deutsche sollten mitk├Ąmpfen

Der Premierminister dr├Ąngte gleichwohl zur Eile, wohl wissend, dass der Zeitkorridor eng war. Die Demobilisierung der westlichen Armeen war nach Kriegsende absehbar. Wenn zugeschlagen werden sollte, dann schnell. Zudem hatte Churchill noch ein Ass im ├ärmel: die geschlagenen Deutschen. "Auch deutsches Milit├Ąr und was von der deutschen Industriekapazit├Ąt ├╝brig geblieben ist", sollte laut Churchill mit einbezogen werden in den Angriffsplan, wie sein Biograf Thomas Kielinger zitiert. Sprich: Rund 100.000 deutsche Soldaten sollten f├╝r den Kampf mobilisiert werden.

Stalingrad nach der Kapitulation der deutschen 6. Armee 1943: Die Schlacht war der psychologische Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg.
Stalingrad nach der Kapitulation der deutschen 6. Armee 1943: Die Schlacht war der psychologische Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. (Quelle: /ullstein-bild)

Jegliche Hilfe w├Ąre im Ernstfall auch vonn├Âten gewesen. Knapp 50 Divisionen standen damals f├╝r eine Offensive auf Seiten der westlichen Alliierten zur Verf├╝gung, weitere 40 h├Ątten f├╝r anderweitige Zwecke bereitgestanden. Die Rote Armee verf├╝gte hingegen ├╝ber 170 Divisionen zur schnellen Gegenwehr. Der Westen war also hoffnungslos in der Unterzahl, selbst wenn die Amerikaner Churchills neuen Krieg unterst├╝tzt h├Ątten. Was mehr als fraglich ist.

Kein Wunder, dass die Offiziere in den Dokumenten zur "Operation Unthinkable" eine Vorliebe f├╝r das Adjektiv "gef├Ąhrlich" hegen. An anderer Stelle betonen sie, dass "die Niederlage Russlands in einem totalen Krieg" erzwungen werden m├╝sste. An diesem Ziel war gerade erst Hitlers Wehrmacht gescheitert. Und selbst f├╝r den bestm├Âglichen Verlauf eines neuen Konflikts betonen die Strategen, "dass wir sehr lange brauchen w├╝rden, um zu gewinnen".

Stalin wusste l├Ąngst Bescheid

Im kriegsm├╝den Gro├čbritannien, in dem die Anerkennung f├╝r die Opfer und Leiden der Menschen in der Sowjetunion beim Kampf gegen die Deutschen enorm war, w├Ąre entsprechend ein Angriff auf die Rote Armee aufs Sch├Ąrfste missbilligt worden. Zumal im Fernen Osten weiter gegen Japan gek├Ąmpft wurde. Entsprechend unterlag die "Operation Unthinkable" sch├Ąrfster Geheimhaltung. Auch zum Schutz vor sowjetischen Agenten.

Vergeblich, denn der Kreml hatte seine Leute an den richtigen Stellen in London sitzen. Schnell wusste Stalin ├╝ber Churchills Pl├Ąne Bescheid. Die Sowjets nahmen es allerdings sportlich. Denn wie der Briten-Premier Pl├Ąne gegen ihn schmiedete, so agierte Stalin gegen Churchill. Schon seit 1944 betrieb die Rote Armee Planungen, wie sie in Norditalien und Frankreich eindringen k├Ânnte, zus├Ątzlich zur Einnahme D├Ąnemarks und Norwegens.

Am 17. Juli 1945 trafen Churchill und Stalin dann pers├Ânlich auf der Potsdamer Konferenz in Deutschland zusammen. Der britische Premier war allerdings auf Abruf dort. Ende Juli wurde bekannt, dass er die Wahlen zum Unterhaus verloren hatte. Sieger war Clement Attlee von der Labour Party, der die Verhandlungen ├╝bernahm.

Letzten Endes wird sich Churchill damit getr├Âstet haben, dass er mit seinen Warnungen vor Stalin recht behalten sollte ÔÇô der Kalte Krieg war nicht mehr fern. Im M├Ąrz 1946 fasste Churchill bei einer Rede in den USA seine historische Einsch├Ątzung der Lage zusammen: Ein "eiserner Vorhang" habe sich "├╝ber den europ├Ąischen Kontinent gesenkt". Es sollte Jahrzehnte dauern, bis dieser "Vorhang" 1989 wieder fallen sollte. Noch l├Ąnger dauerte es, bis Churchills Pl├Ąne f├╝r den Dritten Weltkrieg 1998 der ├ľffentlichkeit bekannt wurden.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Angelika Franz
  • Marc von L├╝bke-Schwarz
Von Marc von L├╝pke
DeutschlandEuropaGro├čbritannienUSAWei├čes Haus
Justiz & Kriminalit├Ąt




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website