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Bleiben in Frankfurt bald die Heizungen kalt?

Von Roxana Frey

24.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Eine Frau dreht an einer Heizung (Symbolbild): Die Gaspreise haben sich im Vergleich zu 2021 verdoppelt.
Eine Frau dreht an einer Heizung (Symbolbild): Die Gaspreise haben sich im Vergleich zu 2021 verdoppelt. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)
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Der Weg zum Briefkasten fühlt sich dieser Tage für viele wie der ganz persönliche Gang nach Canossa an. Pünktlich zum Flaute-Monat Februar trudeln in vielen Häusern der Republik die Jahresabrechnungen der Energiekonzerne ein – so auch in Frankfurt. Was selten eine freudige Angelegenheit war, wird dieses Jahr zum wahren Verzweiflungsakt.

Wie die Analysen von "StromAuskunft.de" zeigen, zahlen Verbraucher aktuell in der Grundversorgung 40,01 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich Strom damit um 5,30 Cent pro kWh bzw. 15,27 Prozent verteuert. Damit zahlt ein 2-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh 185 Euro mehr für Strom.

Bei Gas fallen die Preiserhöhungen noch deutlich größer aus. Wie "Frankfurt Live" berichtet, zahlt ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh im Schnitt knapp 15 Cent pro kWh bzw. 3.000 Euro pro Jahr. Damit habe sich der Gaspreis verdoppelt.

Frankfurt: Die Abschlagszahlungen steigen deutlich

So theoretisch diese Zahlen auch erscheinen mögen, lässt sich die Dimension auch ohne Nachzahlungsbescheid deutlich nachvollziehen: Als Kunde des Frankfurter Grundversorgers "Mainova" war man 2021 für eine 100 Quadratmeter große Wohnung (Altbau wohlgemerkt) mit einer Vorauszahlung von 100 Euro für Erdgas gut aufgestellt. Aktuell würde die Vorauszahlung allerdings bei 197 Euro pro Monat liegen (bei 17.500 kWH/Jahr) – fast der doppelte Preis.

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Mit diesen Zahlen vor Augen greift so mancher direkt zum Handy, um nach einem neuen Energieversorger zu googeln. Doch so einfach ist es leider nicht: Die Preise steigen gerade bei allen Anbieten, was dazu führt, dass viele Kunden und Kundinnen von ihren Billig-Gasanbietern fristlos gekündigt werden. Damit fallen sie vorübergehen automatisch in die städtische Grundversorgung, welche in Frankfurt die "Mainova" ist.

Es bleibt die Frage: Wer soll das bezahlen? Die Linke Fraktion in Frankfurt fordert aus diesem Grund Sofortmaßnahmen von der Stadt, um die Bürgerinnen und Bürger mit niedrigem Einkommen vor "Energiearmut" zu schützen. Sie beantragen, dass die Stadt Haushalte mit Leistungsnachweis unterstützt und ein entsprechend der gestiegenen Gaspreise erhöhter Anteil der Heizkosten übernommen wird.

Aber nicht nur Menschen mit Niedrigeinkommen oder Hartz-IV-Bezug leiden unter den enormen Preissteigerungen – auch Mittelständige kommen bei solchen Preisen an ihre Grenzen.

"Energietarife der Mainova müssen sozialer gestaltet werden"

Die Folge sind sogenannte Versorgungssperren, oder einfach gesagt: Abschalten von Strom, Wasser oder Gas. Von Januar bis Oktober 2021 hat die "Mainova" 4.766 dieser Sperrungen durchgeführt. Das bestätigte der Frankfurter Magistrat im November 2021.

Aufgrund der kontinuierlichen Preiserhöhung ist in diesem Jahr mit deutlich mehr Sperren zu rechnen. Laut der Linken im Frankfurter Römer ist zuletzt jeder fünfte betroffene Haushalt in Hessen ein Frankfurter Haushalt gewesen.

"Wir wollen, dass die Energietarife der Mainova sozialer gestaltet werden und gleichzeitig einen stärkeren ökologischen Anreiz zum Energiesparen setzen. Von der Stadt erwarten wir Sofortmaßnahmen gegen die grassierende Energiearmut. Energiesperren wie bisher darf es bei der Mainova nicht mehr geben", so Dominike Pauli, Vorsitzende der Fraktion Die Linke.

Geschäftsstelle der Mainova in Frankfurt am Main.
Geschäftsstelle der Mainova in Frankfurt am Main. (Quelle: Mainova AG)

Auch die Frankfurter CDU beurteilt diese Energiesperren als "harten Einschnitt" für die Betroffenen. Allerdings sei zu beachten, dass die Sperrung von Anschlüssen immer erst der letzte Schritt nach einer langen Kette von Präventionsmaßnahmen sei. "Eine Anschlusssperrung erfolgt meist nur, wenn seitens der Schuldner keine Kontaktaufnahme erfolgt. Dieses Vorgehen der Mainova halten wir für verhältnismäßig und angemessen", so Dirk Antoni, Fraktionsreferent der CDU.

Frankfurter Landgericht stoppt Preisspaltung für Neukunden

Grundsätzlich läge es aber an der rot-grün-gelben Bundesregierung, Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen kurzfristig zu entlasten. Eine Abschaffung der EEG-Umlage noch in diesem Jahr sei ein wichtiger Schritt. Zudem könne man die Mehrwertsteuer für Erdgas, Erdwärme und Fernwärme auf 7 Prozent und die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß reduzieren, so Antoni.

Vergangene Woche erklärte das Landgericht Frankfurt die Preisspaltung für Neukunden als illegal. Damit darf die Mainova nun keine höheren Preise von ihrer Neukundschaft als von ihren Bestandskunden verlangen. t-online berichtete. Obwohl die "Mainova" am Dienstag ankündigte, gegen den Beschluss Widerspruch einzulegen, hat das Unternehmen vorerst die Preise angepasst. Auf die Anfrage von t-online, ob betroffene Kunden mit einer Rückzahlung rechnen können, nahm das Unternehmen keinen Bezug.

Solange der Magistrat noch kein konkretes Handlungskonzept vorgeschlagen hat, ruft Die Linke zu einer sogenannte "Kälte-Demo" auf. Auch am 26. Februar werden mehr als 50 Teilnehmende erwartet, die unter dem Motto "Laut gegen die Kälte" gegen "Energiearmut" demonstrieren. Bis dahin heißt es wohl: Licht aus und Heizung runter.

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