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Formel 1: Tragisch, schnell, mutig – So tickt Vettels neuer Teamkollege Leclerc

Vettels neuer Teamkollege  

Tragisch, schnell und mutig – So tickt Leclerc

14.09.2018, 09:42 Uhr | truf, t-online.de, sid

Formel 1: Tragisch, schnell, mutig – So tickt Vettels neuer Teamkollege Leclerc. Ab 2019 im Ferrari: Charles Leclerc. (Quelle: imago/Motorsport Images)

Ab 2019 im Ferrari: Charles Leclerc. (Quelle: Motorsport Images/imago)

Charles Leclerc wird neuer Teamkollege von Sebastian Vettel. Der 20-Jährige hat einen steilen Aufstieg, aber auch schon ein bewegtes Leben hinter sich. Und einen ganz großen Traum.

Sebastian Vettel bekommt zur kommenden Saison einen neuen Teamkollegen. Charles Leclerc ersetzt Kimi Räikkönen. Der junge Monegasse soll den Roten aus Maranello frischen Wind einhauchen. Und Ferrari endlich wieder zum Weltmeister machen.

Als Wingman von Vettel? Geht es nach Leclerc, wird sich der Deutsche in der kommenden Saison warm anziehen müssen. Denn Leclerc hat Großes vor. "Mit dem aktuellen Ferrari kann man Weltmeister werden", sagte der 20-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem großen Preis von Singapur (Sonntag, 14.10 Uhr im Liveticker bei t-online.de) und verkündete vollmundig: "Wenn das im nächsten Jahr auch so ist, dann ist der Titel mein Ziel."




Für einen erst 20-Jährigen, der noch keine komplette Saison in der Königsklasse des Motorsports absolviert hat, ist das eine mutige Aussage. Doch sie passt zu dem forschen Monegassen, dessen Leben vom Motorsport aber auch von Schicksalsschlägen geprägt ist.

Als am Donnerstag feststand, dass er in der kommenden Saison im Ferrari fahren wird, hielt Charles Leclerc inne. Der Sauber-Pilot dachte an seinen Mentor und Freund, seinen "großen Bruder" – den verstorbenen Jules Bianchi. "Danke für all das, was du mich gelehrt hast", schrieb Leclerc bei Twitter, "du wirst nie vergessen werden."

Verstarb am 17. Juli 2015 in Nizza: Jules Bianchi. (Quelle: imago/HochZwei)Verstarb am 17. Juli 2015 in Nizza: Jules Bianchi. (Quelle: HochZwei/imago)

Die steile Karriere Leclercs erreicht in der kommenden Saison ihren vorläufigen Höhepunkt, wenn er in einem der begehrtesten Cockpits der Rennserie sitzt. Für Leclerc ein Schritt, der früh kommt, sich aber abgezeichnet hat.

Er raste geradezu durch die Nachwuchsklassen und überzeugt nun auch in der Formel 1 als Rookie bei Sauber. Einen großen Anteil an all dem hat Bianchi. Der acht Jahre ältere Franzose hatte Leclerc schon auf der Kartbahn an die Hand genommen.

(Twitter-Video: 2008 spricht der 10-jährige Leclerc über seine Leidenschaft für den Motorsport und gibt Tipps fürs Autofahren. "Im Straßenverkehr sollte man die Verkehrsordnung respektieren, auf der Rennstrecke Gas geben")

Später stand Bianchi selbst schon vor dem Sprung zu Ferrari, die Zukunft leuchtete rot. Doch dann riss ihn sein Unfall beim Großen Preis von Japan 2014 im Alter von nur 25 Jahren aus dem Leben. "Ich bin nicht darüber hinweggekommen", sagt Leclerc, "vielleicht werde ich das nie schaffen. Aber mit dem Motorsport wollte ich deshalb nicht aufhören. Ich wollte nie etwas anderes machen."

Mit vier Jahren hatte Leclerc erstmals im Kart gesessen, er konnte nicht genug davon bekommen. "Ich fuhr, bis der Sprit leer war", erinnert er sich. Mit sieben Jahren gewann er sein erstes Rennen – und er hörte nicht mehr damit auf. Dank der Förderung durch seinen Vater Hervé Leclerc, einst selbst Rennfahrer, kam die Karriere in Schwung.

Der Tod des Vaters als weiterer Schicksalsschlag

2016 nahm Ferrari den Teenager in seine Driver Academy auf, im selben Jahr gewann Leclerc die GP3-Meisterschaft. Dem Aufstieg in die Formel 2 folgte ein starker Saisonstart – dann schlug das Schicksal wieder zu. Vater Hervé erkrankte und starb im Juni 2017. Sein Sohn trauerte, doch nur wenige Tage später reiste er zum Rennwochenende nach Baku. Und siegte dort im Hauptrennen.

"Hoffe auf richtigen Kampf": Lewis Hamilton vor Singapur-Grand Prix. (Quelle: Reuters)

"Wenn ich Zweiter wurde, war mein Vater nie so richtig glücklich", sagt Leclerc über seinen Antrieb, "deshalb wollte ich gewinnen, nur gewinnen." Er holte anschließend als Rookie souverän den Titel in der Formel 2, seit März überzeugt er nun im unterlegenen Sauber.

(Twitter-Foto: Leclerc umarmt seinen Vater)

Und im kommenden Jahr darf Leclerc auch in der Königsklasse um Siege kämpfen, das rote Auto macht es möglich. "Mein Vater und Jules haben mich immer gelehrt, nach mehr zu streben", sagt er: "Ich denke, wenn sie jetzt zu mir herunterschauen, dann tun sie das mit Stolz."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur sid
  • Twitter-Profil von Charles Leclerc
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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