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FC Bayern: Oliver Kahn sieht sich als bestes Beispiel für Marcel Sabitzer


Spart Bayern mit ihm 30 Millionen Euro?

Von Julian Buhl

Aktualisiert am 16.08.2022Lesedauer: 5 Min.
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Marcel Sabitzer (l.) und Julian Nagelsmann: Das Duo knüpft aktuell beim FC Bayern an die erfolgreichen gemeinsamen Zeiten bei RB Leipzig an.
Marcel Sabitzer (l.) und Julian Nagelsmann: Das Duo knüpft aktuell beim FC Bayern an die erfolgreichen gemeinsamen Zeiten bei RB Leipzig an. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)
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Ein Jahr Anlauf hat Marcel Sabitzer gebraucht, nun ist er endlich beim FC Bayern angekommen und plötzlich wichtig. Das könnte für den Klub viel Geld wert sein.

Wie schnell sich die Dinge im Fußballgeschäft ändern können, zeigt Marcel Sabitzer aktuell eindrucksvoll beim FC Bayern. Unmittelbar vorm Saisonstart galt der Österreicher nach nur einem Jahr in München bereits wieder als sicherer Verkaufskandidat. Und schon kurz nachdem der Startschuss für die neue Spielzeit gefallen ist, haben sich die Vorzeichen komplett gedreht. Sabitzer stand nämlich in allen drei bisherigen Pflichtspielen in der Startelf und hat sich dabei in der Anfangsformation von Trainer Julian Nagelsmann festgespielt. Von der Verkaufsliste in die Stammelf.

Überhaupt möglich wurde das erst, weil sich Leon Goretzka einer Knie-Operation unterziehen musste. Da der Nationalspieler nun vorerst ausfällt, ist bis zu seiner Rückkehr ein Platz im zentralen Mittelfeld vakant. Und Sabitzer entschied das teaminterne Duell mit dem hochgeschätzten Neuzugang Ryan Gravenberch um die Position an der Seite von Joshua Kimmich zunächst etwas überraschend für sich.

"In dieser Saison hat man von Anfang an gemerkt, dass er hungrig ist, dass er im Training eigentlich immer einer der Besten ist", sagte Kimmich kürzlich über seinen neuen Nebenmann: "Ich spiele auf dem Platz gerne mit ihm zusammen!" Der Trainingseifer verhalf Sabitzer auch zu seinem aktuellen Stammplatz. Denn Nagelsmann hat im Sommer ein Punktesystem eingeführt, was genau diesen belohnt und bei Startelfduellen auf Augenhöhe im Zweifelsfall entscheidet.

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Über seine positive Wandlung wollte Sabitzer aber auch nach dem 2:0 des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg nicht reden. Mit einem Vereinsmitarbeiter an seiner Seite, der offenbar dafür sorgen sollte, ihn wie eine Art Bodyguard unbehelligt an den Reportern vorbeizugeleiten, lief er zielstrebig Richtung Ausgang. Im Vorbeigehen ließ sich Sabitzer immerhin noch ein Versprechen entlocken: "Nächstes Mal", sagte der 28-Jährige, bevor er die Allianz-Arena verließ.

Fürs Erste überließ er die Bewertung und Besprechung seines Leistungsaufschwungs der vergangenen Wochen also lieber anderen, zum Beispiel Oliver Kahn.

Kahn: "Das beste Beispiel für Sabitzer bin ich"

"Man ist beim FC Bayern doch sehr schnell damit, Spieler zu verdammen und sie schon nach einer Saison abzuschreiben", sagte der Vorstandsvorsitzende der Münchner, als er auf den Österreicher zu sprechen kam: "Das beste Beispiel bin ich selbst. Ich habe hier bei Bayern auch ein, zwei Saisons gebraucht, bis ich mich hier eingefunden habe." Es gebe nun mal "einfach Spieler, die brauchen eine Saison und nehmen sich dann viel vor. Marcel hat das gemacht und bringt im Moment solide Leistungen. Dazu kann man ihn nur beglückwünschen."

Mehr Lob geht eigentlich fast schon nicht mehr. Sabitzer dürften solche Worte nach seiner komplizierten Premierensaison, die er in München erlebt hat, guttun.

"Er hatte letztes Jahr durch den späten Wechsel und Verletzungen ein bisschen Pech", sagte Hasan Salihamidzic, der Sabitzer im vergangenen Jahr erst Ende August nach München lotsen konnte, als die Saison längst lief. "Dieses Jahr hat er wirklich eine gute Vorbereitung gespielt. Er hat es sehr, sehr gut gemacht", führte Bayerns Sportvorstand aus: "Ich freue mich sehr für ihn, dass er so in die Saison reingekommen ist und das macht, was wir von ihm erwarten. Kompliment."

"Deutlich mehr der Sabi, den ich aus Leipzig kenne"

Nagelsmann sagte auf t-online-Nachfrage über seinen einstigen Musterschüler und Kapitän bei RB: "Er ist deutlich mehr der Sabi, den ich aus Leipzig kannte." Im vergangenen Jahr habe er ihm einen Tick zu viel nach hinten gespielt, insgesamt zu verhalten agiert. Tatsächlich war Sabitzer in München kaum wiederzuerkennen, leistete sich immer wieder schwerwiegende Patzer.

"Marcel Sabitzer hat eine schwere Zeit bei Bayern hinter sich, wurde auf für ihn ungewohnten Positionen eingesetzt", sagte t-online-Kolumnist Stefan Effenberg über die gescheiterten Experimente, die Nagelsmann mit dem zentralen Mittelfeldspieler als Außenverteidiger wagte.

"Von ihm habe ich aber nichts gehört im letzten Jahr, dass er unzufrieden war mit seiner Rolle oder der Position, die er teilweise spielen musste", so Effenberg: "Er hat das Richtige gemacht: hart gearbeitet und sich seine Einsätze verdient."

Sabitzer war laut Nagelsmann "auch in Leipzig kein Mega-Sprachrohr, aber schon ein Führungsspieler, der etwas bewegen wollte". Der Qualitäten mitbringt, die aktuell nun auch Bayern guttun. "Er ist defensiv sehr wichtig und ein sehr guter Gegenpressingspieler", stellte Nagelsmann heraus. Gegen Frankfurt habe Sabitzer etwa sechs, sieben mögliche Konterangriffe verhindert. Auch gegen Wolfsburg überzeugte er erneut an Kimmichs Seite im Zentrum.

"Er hat ein paar dicke Kumpels in der Mannschaft"

"Er hat eine gute Gabe, das Spiel zu beschleunigen, ist jetzt deutlich selbstbewusster und deutlich besser angekommen", so der Bayern-Coach weiter, der auch den Gerüchten, wonach der als introvertiert geltende Sabitzer im vergangenen Jahr keinen Anschluss in der Mannschaft gefunden habe, entschieden entgegentrat. "Er ist beliebt in der Truppe, hat ein paar dicke Kumpels in der Mannschaft."

Unter anderem mit Kimmich und Manuel Neuer verstehe sich Sabitzer sehr gut. Nagelsmann habe keine besonderen Maßnahmen ergriffen, um diese positive Wandlung bei Sabitzer herbeizuführen. "Ich habe mit ihm nichts anders gemacht. Das ist seine eigene positive Entwicklung." Nach einem Jahr Anlauf ist Sabitzer bei Bayern jedenfalls plötzlich wichtig.

Also Ende gut, alles gut? Nicht ganz! Denn zum einen wird Goretzka im Laufe des Septembers im Mannschaftstraining zurückerwartet und auch der hoch veranlagte Gravenberch zunehmend Spielzeit im zentralen Mittelfeld für sich beanspruchen.

Welche Rolle Sabitzer beim Laimer-Transfer spielt

Und dann wäre da noch die Personalie Konrad Laimer, für den die Münchner ein Angebot über 23 Millionen Euro an Leipzig abgegeben haben sollen.

"Wenn die Bayern jetzt noch Laimer holen würden, würden sie das Vertrauen bei Sabitzer sofort wieder zerstören", sagte Effenberg. "Stand heute brauchen sie Laimer auch nicht."

Marcel Sabitzer (r.) und Konrad Laimer: Im Supercup waren die beiden noch Gegner. Sind sie bald bei Bayern wieder vereint?
Marcel Sabitzer (r.) und Konrad Laimer: Im Supercup waren die beiden noch Gegner. Sind sie bald bei Bayern wieder vereint? (Quelle: IMAGO/Gabor Krieg)

Das führt Sabitzer den Klubbossen mit seinen starken Leistungen Woche für Woche vor Augen. Auch dank seiner Leistungsexplosion sind die Verantwortlichen im Transferpoker mit RB, das wohl 30 Millionen Euro für Laimer haben möchte, mittlerweile entspannt und planen wohl auch keine Erhöhung ihres Angebots mehr – zumal Laimer Bayern bereits zugesagt haben soll und im kommenden Jahr dann sogar ablösefrei wäre.

Ein endgültiges "Basta" vermied Kahn in dieser Angelegenheit zwar noch, sagte aber zumindest: "Was Transfers anbelangt, sind wir im Großen und Ganzen durch." Aus Sabitzers Lager ist jedenfalls zu vernehmen, dass er fest entschlossen sei, seine zweite Chance zu nutzen und Bayern auf keinen Fall in diesem Sommer schon wieder verlassen wolle.

Spätestens am 1. September, wenn das Transferfenster der Bundesliga um 18 Uhr geschlossen ist, wird in dieser Angelegenheit Klarheit herrschen. Und vielleicht ist Sabitzer ja dann auch dazu bereit, mal selbst darüber zu sprechen.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
  • Gespräche in der Mixed Zone mit Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic
  • Besuch der Pressekonferenz von Julian Nagelsmann
  • transfermarkt.de: Profil von Marcel Sabitzer
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Eine Kolumne von Stefan Effenberg
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