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Dank van Gaal auf dem Gleis Richtung Barcelona

Von t-online
12.11.2012Lesedauer: 4 Min.
Louis van Gaal, hier noch als Trainer des FC Bayern, machte Bastian Schweinsteiger zum Taktgeber.
Louis van Gaal, hier noch als Trainer des FC Bayern, machte Bastian Schweinsteiger zum Taktgeber. (Quelle: imago-images-bilder)
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Eine Kolumne von Jonny Giovanni

Vielleicht muss man wirklich noch einmal daran erinnern, wo der FC Bayern München stand, als Louis van Gaal dort 2009 das Traineramt übernahm. Die Münchner hatten in der zuvor abgelaufenen Saison die Deutsche Meisterschaft an den VfL Wolfsburg verloren. Und in der Champions League eine 0:4-Niederlage beim FC Barcelona kassiert, deren demütigender Charakter dem Altmeister Udo Lattek die Tränen in die Augen trieb und aller Welt schonungslos vor Augen führte, wie weit sich der Europapokalsieger von 2001 inzwischen von der internationalen Spitze entfernt hatte.

So ziemlich alles hatten die Verantwortlichen seit dem letzten großen Triumph ausprobiert. Den harten Felix Magath akquiriert, den sanften Ottmar Hitzfeld reaktiviert, sogar, mit einem Sprung über den eigenen Schatten, den deutschen Heros Jürgen Klinsmann installiert. Das Resultat war immer mehr oder weniger dasselbe: Internationales Aus spätestens im Viertelfinale, antiquierter Fußball, Trial and Error, nagende Unzufriedenheit und Selbstzweifel. Irgendwann während dieser Jahre sagte der Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, man gehöre nicht mehr zur europäischen Elite. Sondern allenfalls zu einer Gruppe starker Außenseiter wie der FC Porto.

Stilistisch ein Genuss

Dann kam van Gaal. Sah, und ein Jahr später stand der FC Bayern im Champions-League-Finale. Mit einem Fußball, der sich stilistisch mit den besten der Welt messen konnte. Mit einer zentralen Achse von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs und van Gaals Kaufempfehlung Arjen Robben als Entscheider. Wie kann man da ernsthaft behaupten, der Trainer hätte keinen wichtigen Einfluss auf den Klub gehabt?

Man muss dafür wohl vom eigenen Ego so geblendet sein, wie es nur beim FC Bayern möglich ist. Zum Beispiel muss man Paul Breitner heißen. Der Berater seines Herzensvereins und Sprachrohr seines alten Weggefährten Uli Hoeneß brachte es kürzlich fertig, in derselben Fernsehsendung folgende Sätze zu sagen: "Ein Herr Louis van Gaal sollte für niemandem beim FC Bayern noch einen Kommentar wert sein". Und: "Wir sind auf dem Weg, wie der FC Barcelona zu spielen."

Auf dem Gleis Richtung Barcelona

Dabei gehört beides natürlich zusammen. Ohne die van Gaal'sche Revolution von Training und Spielsystem wäre der FC Bayern überhaupt nicht auf ein Gleis gekommen, das ihn Richtung Barcelona fahren lässt. Dass der heutige niederländische Bondscoach auch Fehler gemacht hat, vor allem im zweiten Bayern-Jahr, dass er sich etwa in die fixe Idee verrannte, die poröse Verteidigung nicht verstärken zu müssen, dass die vorgezogene Trennung wohl unausweichlich war – alles richtig. Aber alles nicht der Punkt. Denn in seiner kurzen Zeit von Juli 2009 bis April 2011 hat van Gaal bei diesem Klub mehr bewegt als andere in zehn Jahren. Und weil seine Bayern-Spieler das Herz der Nationalmannschaft bilden, half er letztlich dem ganzen deutschen Fußball auf die Sprünge.

Im seine wichtigsten Beiträge noch einmal zu nennen: Van Gaal rückte Schweinsteiger von der Außenbahn in die Zentrale und machte ihn damit vom besseren Mitläufer zum Taktgeber des Spiels und wichtigsten deutschen Fußballer seiner Generation. Er vertraute den Jugendspielern Badstuber, Alaba und vor allem Müller, der dadurch innerhalb einer Saison vom Stürmer Nummer fünf bei den Bayern zum WM-Torschützenkönig aufstieg. Und der Niederländer, einer der großen Fußball-Lehrer der letzten Jahrzehnte, brachte den Spielern den anspruchsvollen Positions- und Ballbesitzfußball bei, der eine optimale Nutzung des Raums und eine Form der Spielkontrolle ermöglicht, die man von deutschen Teams so noch nicht kannte.

Lob - aber nicht von allen

Viele seiner Spieler haben van Gaals Arbeit gelobt. Dass Nachfolger Jupp Heynckes auf ihr aufbaut, ist unverkennbar. Was also ist das Problem? Warum würde Hoeneß seinen Namen am liebsten aus den Vereinschroniken tilgen, unter Androhung lebenslangen Oktoberfestverbots für alle, die ihn noch in den Mund nehmen? Warum reagiert auch Bundestrainer Löw so schnippisch, wenn es um van Gaal geht?

Die Antwort, natürlich: Weil van Gaals Ego nicht minder klein ist als das von Breitner oder Hoeneß. Vom Moment seiner berühmten Antrittsrede an ("Der FC Bayern passt mir wie ein warmer Mantel") versuchte der Niederländer, die Deutungsmacht über den Klub zu kapern; das konnte und wollte Hoeneß nicht zulassen, der, egal ob als Manager oder Präsident, ja seinerseits und angesichts seiner Lebensleistung sogar in gewisser Weise nachvollziehbar dem Credo anhängt: Der Verein, das bin ich.

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Jetzt wieder diplomatisch

Es ist kein Zufall, dass Hoeneß sich mehr an van Gaal stieß als Rummenigge. Dem Vorstandschef, einem kühlen Kopfmenschen, sind atmosphärische Dinge weniger wichtig, er erkannte vielmehr, wie produktiv die Reibung war, die van Gaal in den Verein brachte. Denn es war ja nötig, dass sich Dinge veränderten bei den Bayern, und gegen jahrzehntelange Gewohnheiten kommt nicht an, wer nur auf Harmonie setzt. Da ist ein furchtloser Überzeugungstäter wie van Gaal genau richtig. Danach darf es zur Beruhigung der Gemüter dann gern wieder ein diplomatischer Typ wie Jupp Heynckes sein, der die Bayern jetzt fest in der europäischen Spitze etablierte.

Von daher ist der Plan perfekt aufgegangen. Auch insofern sollten sich die Bayern endlich die Größe erlauben, ein wenig stolz zu sein auf ihre Zeit mit Louis van Gaal.

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