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Müller-Wohlfahrt, Klopp & HSV: So kurios ist der Bundesliga-Endspurt

Müller-Wohlfahrt, Klopp, der HSV und Co.  

So kurios wird der Bundesliga-Endspurt

23.04.2015, 10:25 Uhr | t-online.de

Müller-Wohlfahrt, Klopp & HSV: So kurios ist der Bundesliga-Endspurt. Im Fokus: Peter Neururer und sein Sakko, Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Jürgen Klopp (v. li.). (Quelle: dpa/imago/MIS/Thomas Frey)

Im Fokus: Peter Neururer und sein Sakko, Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Jürgen Klopp (v. li.). (Quelle: imago/MIS/Thomas Frey/dpa)

Eine Glosse von Sebastian Schlichting

Die vergangene Woche in der Bundesliga hatte es in sich: Der Hamburger SV präsentierte mal wieder einen neuen Trainer, Jürgen Klopp kündigte seinen Abschied bei Borussia Dortmund an. Dafür übernimmt Thomas Tuchel. Beim FC Bayern München hörte Teamarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt völlig überraschend auf. Und dann verhandelte Hannover 96 noch mit Peter Neururer, holte aber schließlich Michael Frontzeck. Grund genug, einen – nicht ganz ernst gemeinten – Blick auf die Wochen bis zum Saisonende zu werfen. So könnte es Schlag auf Schlag weitergehen:

24. April: Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zwischen dem FSV Mainz 05 und dem FC Schalke 04 wird FSV-Trainer Martin Schmidt gefragt, ob er es den Ex-Mainzern Klopp und Tuchel gleich tun will und ungefähr im Jahr 2022 zum BVB wechseln werde. Schmidt hält sich bedeckt und verweist auf einen gültigen Vertrag.

25. April: Hannover schlägt die TSG Hoffenheim beim Debüt von Michael Frontzeck 1:0. Star des Nachmittags ist aber Fast-Trainer Peter Neururer, der vor dem Stadion aus Protest das graue Sakko versteigert, das er bei den Verhandlungen mit der Klubführung getragen hat. Aufgrund tumultartiger Szenen wird die Versteigerung abgebrochen und im Internet neu gestartet.

25. April: Eilmeldung eine Stunde vor dem Anpfiff des Spiels gegen den FC Augsburg: Bruno Labbadia ist immer noch Trainer des Hamburger SV. Das Stadion bebt, als Pierre-Michel Lasogga mit seinem Treffer zum 1:3 in der Nachspielzeit die Hamburger Torflaute beendet.

Turban-Fotos

26. April: Der FC Bayern hat tags zuvor Hertha BSC geschlagen und wird durch das Unentschieden des VfL Wolfsburg bei Borussia Mönchengladbach auf der Couch Meister. Nach Schlusspfiff twittern viele Bayern-Spieler Selfies mit Turban. Eine Geste für den abgetretenen Teamarzt Müller-Wohlfahrt.

28. April: "Es wird keine Trainerdiskussion geben", sagt HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer.

30. April: Hannover und Neururer lüften das bis dato gut gehütete Geheimnis, wer das Sakko für "ein hübsches Sümmchen" (Neururer) ersteigert hat: Uli Stielike. Dieser lässt per Videobotschaft ausrichten: "Ein paar mehr Karos wären gut. Aber alles in allem ein schönes Exemplar." Neururer spendet den Erlös zu gleichen Teilen an die Jugendabteilungen aller Klubs, für die er in seiner Trainerkarriere tätig war – diese freuen sich über je 18,96 Euro.  

3. Mai: Im Stadionheft in Mainz fehlt das Foto des HSV-Trainers. Stattdessen liegen an den Kassen Paninibilder von Labbadia, Friedhelm Funkel, Jos Luhukay und Egon Coordes bereit. Das passende Bild kann käuflich erworben und eingeklebt werden. Zur Überraschung vieler - einschließlich Beiersdorfer - sitzt Labbadia auf der Bank.

4. Mai: Eilig einberufene Pressekonferenz beim FC Bayern. Vor 311 anwesenden Journalisten betritt ein blendend aussehender Herr mit perfekt sitzender Frisur das Podium:  Mediendirektor Markus Hörwick begrüßt "unseren neuen Trainer Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt". Fragen zu Pep Guardiola, der noch am Vormittag das Training geleitet hatte, werden nicht zugelassen.

6. Mai: Nächster Knaller beim HSV: Labbadia ist nicht mehr Trainer, Guardiola übernimmt. "Wir mussten einen Impuls setzen", sagt Beiersdorfer. Der neue Trainer spricht von einer "sehr, sehr schönen Aufgabe", der HSV habe "super, super gute Spieler".

8. Mai: Hamburg erkämpft sich ein 0:0 gegen den SC Freiburg. Viele Fans weinen vor Freude über den völlig unverhofften Punktgewinn. Es gibt Sprechchöre für Guardiola.

Unruhe in Dortmund

9. Mai: Unruhe in Dortmund vor dem Anpfiff des Spiels gegen Hertha BSC. Ein "Herr Tillmann vom Handwerksblatt" taucht vor der Trainerbank auf und bittet Klopp um eine Eintrittskarte für seinen Sohn. Da das Stadion ausverkauft ist, räumt Klopp seinen Platz auf der Bank für Tillmann junior und stellt sich auf die Südtribüne.

11. Mai: Müller-Wohlfahrt tritt als Bayern-Trainer ab. Das 6:0 gegen Augsburg sei zwar "ein tolles Spiel gewesen", aber er wolle nun den Weg freimachen für Jupp Heynckes.

16. Mai: Klopp hat es auf der Südtribüne so gut gefallen, dass er im Fanbus zum Spiel in Wolfsburg fährt. Als "brutal cool" beschreibt er diese Erfahrung und coacht das Team daraufhin vom Zaun des Gästeblocks aus per Megafon.

16. Mai: Was für ein Abstiegsdrama in Stuttgart. Guardiolas HSV schießt unfassbare vier Tore in einem Spiel. Dabei geht fast unter, dass der VfB sechs Mal trifft, sich dadurch rettet und der HSV absteigt.

16. Mai: Heynckes‘ Bayern gewinnen in Freiburg 1:0. "Torschütze: Müller, Vorlage: Wohlfahrt" melden die Live-Ticker. Die Bayern hatten Ex-Stürmer Roland Wohlfarth für dieses Spiel reaktiviert und widmen das "Müller-Wohlfahrt-Tor" dem alten und neuen Teamarzt.

18. Mai: Guardiola tritt als Trainer in Hamburg zurück. Anordnung der HSV-Bosse: Bis auf Weiteres trainiert sich die Mannschaft selbst, die Aufstellung am letzten Spieltag wird Heiko Westermann vornehmen. Er kündigt die "HW4er-Kette" an.

DFL überrascht alle

20. Mai: In dieser Saison gibt es einfach nichts, was es nicht gibt. Mitteilung der DFL: "Die Saison war so unglaublich unterhaltsam, dass die Marke Bundesliga weltweit neue Beliebtheitswerte erreicht hat. Als kleines Dankeschön an einen maßgeblich daran beteiligten Klub aus dem Norden setzen wir den Abstieg für dieses Jahr aus. Die Relegation wird ebenfalls gestrichen. Die Liga spielt 2015/16 mit 21 Teams." Aufatmen beim HSV.

23. Mai: Nach einem furiosen 3:0 gegen Mainz unterschreibt Heynckes einen Vertrag auf Lebenszeit beim FC Bayern.    

23. Mai: Klopp verabschiedet sich gegen Werder Bremen auf seine ganz eigene Art aus Dortmund: Er beginnt den Tag als Ordner, brät dann ein paar Würste am Stand, verliest die Aufstellungen, schenkt Bier im VIP-Raum aus und setzt sich schließlich für die letzten neun Minuten auf seinen angestammten Platz. Nur als die Mannschaft ihn bittet, den Elfer in der 88. Minute zu schießen, lehnt er ab. Stattdessen verwandelt der Sohn von Herrn Tillmann. Es ist der unglaubliche Schlusspunkt einer unglaublichen Bundesliga-Saison. 

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