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Neuer Trainer: So will Thomas Doll Hannover 96 retten

Neuer Trainer voller Tatendrang  

So will Doll Hannover 96 retten

29.01.2019, 10:53 Uhr | sid , t-online.de

Neuer Hannover-96-Trainer: Doll will "Aufbruchstimmung erzeugen"

Der Malchiner will das aber nicht mit Parolen erzeugen.

Neuer 96-Trainer: So will Thomas Doll „Aufbruchstimmung erzeugen“. (Quelle: SID)


Bei seinem ersten Training als Hannover-Coach geht Thomas Doll mit besonderem Engagement zu Werke – und präsentiert sich nicht als Sprücheklopfer. Obwohl er keine neuen Spieler fordert, könnte es auf dem Transfermarkt spannend werden.

Geschenke zum Einstand hatte Thomas Doll nicht mitgebracht, er musste ja viel zu schnell seine Koffer packen auf dem Weg nach Hannover. "Den Palinka kann ich Horst Heldt später noch mal aus Budapest mitbringen", scherzte Doll dann bei seiner Vorstellung als neuer 96-Trainer und empfahl, "Palinka" doch mal zu "googeln". Ergebnis: Es ist ein Obstbrand.

Neuer Coach will Aufbruchstimmung erzeugen

Spätestens am 18. Mai, nach dem letzten Spieltag, würden sich Doll und Manager Heldt nach dem erhofften Klassenerhalt dann wohl nur zu gerne ein paar Gläser Palinka genehmigen. Den Sturz in die Zweitklassigkeit beim Tabellenvorletzten noch irgendwie zu verhindern, ist jedenfalls Dolls Auftrag als Nachfolger des am Sonntag freigestellten Andre Breitenreiter.

Doll – weißes Hemd, blauer Pullover, zurückgegelte Haare und entschlossener Blick – wolle nun so schnell wie möglich eine "Aufbruchstimmung erzeugen", sagte der 52-Jährige. "Nicht mit Parolen, sondern mit Arbeit und Zuversicht" soll die Befreiung aus der Krise nach zuletzt acht Spielen ohne Sieg gelingen. 15 Partien bleiben Doll, der zuletzt zwischen Ende 2013 und August 2018 den ungarischen Erstligisten Ferencvaros Budapest trainierte, für seine "Mission Klassenerhalt".

Thomas Doll (M.) präsentierte sich bei seinem ersten Training als Hannover-Coach voller Tatendrang. (Quelle: imago images/nordphoto / Ewert)Thomas Doll (M.) präsentierte sich bei seinem ersten Training als Hannover-Coach voller Tatendrang. (Quelle: nordphoto / Ewert/imago images)

Doll mit vollem Engagement beim ersten Training

Am Montagnachmittag leitete der Ex-Profi dann mit vollem Elan erstmals das Training. "Ich bin bereit. Und ich weiß, was ich kann", sagte Doll vor seinem Debüt gegen RB Leipzig (Freitag, ab 20.30 Uhr im Liverticker von t-online.der). Die Einheit im Nieselregen unterbrach er immer wieder, um seine Ideen wild gestikulierend zu vermitteln.

Schon Anfang der vergangenen Woche hatte sich Doll mit Heldt getroffen, da steuerte Breitenreiter gerade auf sein Endspiel in Dortmund (1:5) zu, es folgte noch ein Gespräch, ehe man sich Sonntag auf einen Vertrag bis 2020 für die 1. und 2. Bundesliga einigte.

Doll fordert keine neuen Spieler

"Ich weiß natürlich, in welcher prekären Situation wir uns befinden", sagte Doll, forderte aber keine neuen Spieler: "Die Mannschaft hat die Qualität, den Klassenerhalt zu schaffen." Er werde nun versuchen, dass bei seinen Spieler "wieder die Brust rauskommt". Wer "zu viele Rucksäcke mit sich rumschleppt", dem fehle eben "die Leichtigkeit."

Ganz ausgeschlossen erscheinen Transfers natürlich trotzdem nicht – zumal der Transfermarkt in Deutschland noch bis Donnerstag geöffnet ist. t-online.de-Kooperationspartner „Sportbuzzer“ bringt in diesem Zusammenhang die Möglichkeit ins Spiel, dass  Doll Spieler seines ehemaligen Klubs Ferencvaros mit nach Hannover bringen könnte. Konkret werden in diesem Zusammenhang die Namen Roland Varga und Fernando Gorriaran genannt. Der 29-jährige ungarische Nationalspieler Varga spielt vornehmlich auf der rechten offensiven Außenbahn und hat in Brescia und Foggia bereits Auslandserfahrung gesammelt. Ebenso wie der 24-jährige Gorriaran, der 2017 von River Plate Montevideo nach Ungarn wechselte und im zentralen Mittelfeld zu Hause ist.

Neu-Trainer kennt den Bundesliga-Abstiegskampf

Mit oder ohne sie wartet auf Doll bei den kriselnden Hannoveranern allerdings eine Mammut-Aufgabe. Aber dass Doll Krise kann, hat er schon bewiesen. Vor 14 Jahren rettete der Mecklenburger den Hamburger SV vor dem Abstieg und führte die Hanseaten später sogar in die Champions League. 2007 verhinderte er den Gang von Borussia Dortmund in die Zweitklassigkeit, stand 2008 mit dem BVB im DFB-Pokalfinale – trat dann aber wegen einer schwachen Liga-Bilanz zurück. Sein Nachfolger wurde ein gewisser Jürgen Klopp und von Dolls Zeit bei Schwarz-Gelb blieb eigentlich nur eine legendäre Wutrede in Erinnerung. "Da lache ich mir doch den Arsch ab", schimpfte er damals unter anderem.


Über Genclerbirligi Ankara in der Türkei und Al-Hilal landete Doll dann in Budapest, mit Ferencvaros wurde er einmal Meister und holte drei Mal den Pokal. Darüber, dass er nach über zehn Jahren im Ausland dennoch wieder eine "Chance" in der Bundesliga bekam, war Doll "sehr dankbar". Er habe 160 WhatsApp-Nachrichten und SMS erhalten und sei sich der "sehr, sehr großen Verantwortung" bewusst. Und wenn alles gut geht, dürfen sich Doll und Heldt im Mai den Palinka schmecken lassen.

Verwendete Quellen:

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