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Bundesliga-Abstieger: Viele Fragen nach dem VfB-Debakel

Nach Abstieg  

Viele Fragen nach dem VfB-Debakel

28.05.2019, 13:32 Uhr | dpa

Bundesliga-Abstieger: Viele Fragen nach dem VfB-Debakel. Wolfgang Dietrich ist der Präsident des VfB Stuttgart.

Wolfgang Dietrich ist der Präsident des VfB Stuttgart. Foto: Sebastian Gollnow. (Quelle: dpa)

Stuttgart (dpa) - Einen der bittersten Momente seiner Fußball-Karriere verarbeitete Thomas Hitzlsperger in seinem Büro.

Noch bevor sich die Absteiger des VfB Stuttgart zu einem letzten Gespräch versammelten, grübelte der Sportvorstand im Clubzentrum über das Debakel seines am Boden liegenden Traditionsvereins. Der 37-Jährige steht nach dem dritten VfB-Absturz in die Zweitklassigkeit vor einer riesigen Herausforderung: Mannschaft, Trainer, Finanzen - fast alles wird sich in den nächsten Wochen verändern. Und Hitzlsperger muss diesen Umbruch und den enormen Imageschaden seines Clubs im Eiltempo abarbeiten.

"Wir wollten das tunlichst vermeiden, aber konnten das nicht vermeiden. Das ist jetzt unser Job, vorwegzugehen und zu schauen: Wie schaffen wir das?", sagte Hitzlsperger nach dem 0:0 im Relegationsrückspiel beim 1. FC Union Berlin. Ihm und Sportdirektor Sven Mislintat bleibt dafür jedoch kaum Zeit. Denn schon am letzten Juli-Wochenende startet die 2. Liga in die neue Saison. Mitte Juni dürfte der neue Trainer Tim Walter mit seinen Profis bereits in die Vorbereitung starten. Welche Spieler der 43-Jährige zum Trainingsauftakt begrüßen darf, ist dagegen alles andere als klar.

Die Mannschaft steht vor dem Umbruch

Zwar besitzen fast alle Akteure zu verringerten Konditionen Verträge für die 2. Liga, aber in der aktuellen Form wird der Kader trotzdem ganz sicher nicht zusammen bleiben. Fix ist, dass Benjamin Pavard für 35 Millionen Euro zum FC Bayern München wechselt. Auch Winter-Neuzugang Ozan Kabak wird voraussichtlich den Club dank einer 15-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel verlassen, da sein Kontrakt nur für die Bundesliga gültig ist. Außerdem laufen die Verträge von Kapitän Christian Gentner, Andreas Beck und Dennis Aogo aus. Ungewiss ist auch, wie es mit formschwachen Routiniers wie Mario Gomez und Gonzalo Castro weitergeht.

Sportdirektor Mislintat und Sportvorstand Hitzlsperger stehen also vor einem massiven Umbruch. Mateo Klimowicz und Atakan Karazor stehen bisher als Neuzugänge fest, darüber hinaus dürften wohl auch verstärkt eigene Talente wie die A-Jugendlichen Leon Dajaku oder Antonis Aidonis in den Profi-Kader eingebaut werden.

Der Trainer

Wer diesen neuen und höchstwahrscheinlich deutlich jüngeren VfB-Kader trainieren wird, steht unabhängig vom Absturz in die 2. Liga fest: Der künftige Coach Tim Walter hatte vor kurzem einen bis zum 30. Juni 2021 gültigen Vertrag für beide Ligen unterschrieben. Auf Nachfrage bestätigte der VfB das am Dienstag noch mal. "Ich hoffe, dass wir zusammen neue Impulse setzen können", meinte Hitzlsperger mit Blick auf das künftige sportliche Führungsteam um Walter, Mislintat und ihn selbst. Präsident Wolfgang Dietrich hat zumindest seinen Optimismus nicht verloren: "Der VfB steigt wieder auf!", kündigte der 70-Jährige nach dem Abstieg an.

Der Präsident

Ob Dietrich selbst daran beteiligt sein wird, bleibt dagegen offen. Schon seit Monaten steht er bei den eigenen Fans massiv in der Kritik. Dietrich hatte dem VfB mit der Ausgliederung der Profi-Abteilung eine glorreiche Zukunft prophezeit - es trat das genaue Gegenteil ein. Wie groß die Sorge um den bis 2020 gewählten Clubchef ist, zeigte sich in den Katakomben des Stadions An der Alten Försterei: Begleitet von zwei Sicherheitsleuten hatte Dietrich als einer der Ersten das Stadion verlassen. Sollte er nicht zurücktreten, darf er spätestens auf der Mitgliederversammlung am 14. Juli mit massivem Gegenwind rechnen.

Die Finanzen

Eine Sache kann man dem Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden nicht vorwerfen: Dem VfB geht es finanziell gut. Auch nach dem Abstieg müssen sich die Schwaben in dieser Hinsicht keine Sorgen machen. Die Ausgliederung hat bisher 41,5 Millionen Euro der Daimler AG eingebracht, weitere Investoren sollen zeitnah folgen. Zudem werden die Verkäufe von Pavard und Kabak rund 50 Millionen Euro einbringen. Auf der anderen Seite verringern sich die TV-Gelder massiv, und auch beim Sponsoring oder angesichts von günstigeren Ticketpreisen wird der Club weniger einnehmen. Dennoch: Für einen Zweitligisten wird der VfB einen sehr ordentlichen Etat haben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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