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Erling Haaland beim BVB – "Ein 19-Jähriger darf nicht der Heilsbringer sein"

PRO & KONTRANeuer Topstürmer  

"Warum Dortmund mit Haaland Meister wird"

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

20.01.2020, 12:00 Uhr
Erling Haaland beim BVB – "Ein 19-Jähriger darf nicht der Heilsbringer sein". Drei Tore in 23 Minuten – das gelang zuvor keinem Debütanten in der Bundesliga. (Quelle: imago images/Nordphoto)

Drei Tore in 23 Minuten – das gelang zuvor keinem Debütanten in der Bundesliga. (Quelle: Nordphoto/imago images)

Nach seinem Drei-Tore-Einstand beim BVB fragen sich die Fans: Kann Haaland Dortmund noch zum Titel schießen? Der "Zweikampf der Woche" mit R. Hiersemann und F. Wichert.

"Wahnsinnig viel Geld" hätte Erling Haaland bei einem Wechsel zu Cristiano Ronaldos Juventus Turin oder zu Manchester United verdienen können, plauderte der frühere norwegische Bundesliga-Profi und Haaland-Kenner Jan Aage Fjörtoft am Samstag in Augsburg aus. "Manchester United ist in Norwegen wie Allah, Gott und Buddha gemeinsam, trotzdem denken die nach, wo er sich besser entwickeln kann", sagte der Sky-Experte und meinte damit das Umfeld, den Berater sowie Vater und Ex-Premier-League-Profi Alf-Inge Haaland, die das 19-jährige Talent zu Borussia Dortmund brachten.

Haaland hat damit offenbar alles richtig gemacht. Und der BVB, der 20 Millionen Euro für ihn hingeblättert hat, offenbar auch. Drei Tore in 23 Minuten erzielte Haaland nach seiner Einwechslung, so schnell schnürte noch kein Debütant einen Dreierpack. Dank ihm drehte Dortmund ein 1:3 in Augsburg und gewann noch 5:3.

Fjörtoft: "Ich habe nichts gegen schöne Frauen, große Autos oder Tattoos, aber dieser Junge ist anders. Der will Fußball spielen, Fußball lernen, Fußball studieren." Ein Stück ist Haaland damit der Gegenentwurf zu Wunderknabe Martin Ödegaard. Der Landsmann wechselte mit 16 zu Real Madrid und wartet fünf Jahre später noch auf den großen Durchbruch.

"Mit ihm hat Dortmund ein anderes Instrument im Orchester", schwärmte Fjörtoft. "Irgendwie haben sie eine neue Waffe.".

Kann Haaland den BVB noch zum Meistertitel schießen?

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Pro

Ja, mit Haaland geht alles

Er sieht aus wie eine Mischung aus Dolph Lundgren in seinen Rollen als Boxer Ivan Drago oder Superheld He-Man und einem Babyface. Er ist 1,94 Meter groß, 87 Kilogramm schwer und eine Tormaschine. In 23 Pflichtspielen in dieser Saison hat er nun 31 Tore geschossen, drei davon am Samstag innerhalb von 23 Minuten bei seinem Debüt für Borussia Dortmund. Das gab es noch nie.

Erling Haaland ist erst 19 Jahre alt, trotzdem verbreitet er schon Angst und Schrecken in der Liga. Dabei sind es nicht nur die Fakten, die für ihn sprechen. Es ist vor allem die Art und Weise, wie er offenbar ein Spiel verändern und eine Mannschaft mit gestandenen Stars wie Marco Reus oder Mats Hummels beim Stand von 1:3 in Augsburg mitreißen kann. Seine Körpersprache, mit der er auch nach einem oder zwei Treffern deutlich macht: Das reicht noch nicht – wir machen weiter.

Borussia Dortmund hat das fast Unmögliche geschafft, im Winter einen Stürmer zu finden, der nicht nur weiterhilft, sondern eine Ära prägen kann. Ein junger Zlatan Ibrahimovic, ein legitimer Nachfolger von Robert Lewandowski (103 Tore in 187 Spielen) oder Pierre-Emerick Aubameyang (141 Tore in 213 Spielen). Mit Haaland kann Dortmund alles erreichen. Auch den Meistertitel – noch in dieser Saison.

Robert Hiersemann

Head of Fussball und Sport

Kontra

Nein, der BVB wird nicht Meister – und das ist gut für Haaland

Borussia Dortmund wird auch mit Erling Haaland in dieser Saison nicht mehr Meister. Und am Ende ist das sogar gut für den jungen Norweger.

Mit Bayern, Leipzig und Gladbach gibt es nach 18 Spieltagen gleich drei Teams, die vor dem BVB stehen. Leipzig hat sieben Punkte Vorsprung auf Dortmund und ist so gut wie nie, der FC Bayern ist bärenstark in die Rückrunde gestartet und Gladbach kann sich voll auf den Bundesliga-Titelkampf konzentrieren. Alles Punkte, die gegen einen Dortmunder Meistertitel sprechen. Und das ist auch gut so!

Denn natürlich wurde Haaland in den Himmel gelobt und mit Weltstar Zlatan Ibrahimovic verglichen, nachdem er drei Tore im ersten Bundesligaspiel erzielte. Das Debüt von ihm war etwas ganz besonderes.

Doch ein 19-Jähriger sollte bei einem Topklub aus der Bundesliga nicht der Heilsbringer sein, und schon gar nicht sollte man von diesem den Gewinn des Meistertitels abhängig machen.

Man tut gut daran, ihn behutsam aufzubauen. Ihn auch in schlechten Phasen zu unterstützen und ihn Erfahrung sammeln zu lassen. Haaland muss sich erst noch zum gestandenen Profistürmer entwickeln. Wenn er das in ein oder zwei Jahren geschafft hat und er dann noch beim BVB spielt, ist vieles möglich. Auch der Meistertitel mit Dortmund – nur eben noch nicht in dieser Saison.

Wer hat Recht?

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen. Den Zweikampf der Woche gibt es auch als Podcast zum Hören und kostenlosen Abonnieren bei AppleSpotifyGoogleDeezer, Podigee und in jeder Podcast-App.

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