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Bundesliga ringt mit Beschl├╝ssen: Zuschauer auch in BaW├╝

Von dpa
26.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Die Bundesliga ringt mit den Corona-Beschl├╝ssen bez├╝glich der Zuschauerzahlen.
Die Bundesliga ringt mit den Corona-Beschl├╝ssen bez├╝glich der Zuschauerzahlen. (Quelle: Sven Hoppe/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Die Fans von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 sind gemeinhin selten Arm in Arm zu sehen. Und wenn, muss eventuell die Polizei einschreiten.

Doch in dieser merkw├╝rdigen Corona-Zeit mit bedrohlich hohen, aber abstrakten Inzidenzen machen zumindest die Chefetagen der Revier-Clubs gemeinsame Sache. Denn die Beschl├╝sse von Bund und L├Ąndern zur Zulassung - oder Nicht-Zulassung - von Zuschauern sorgen in der Fu├čball-Bundesliga weiterhin f├╝r Aufruhr. Der Gang vor Gericht scheint nahe.

Der Streitpunkt

Bundeskanzler Olaf Scholz und die L├Ąnderchefs hatten beschlossen, dass wegen der Omikron-Variante abgewartet wird mit ├ľffnungsschritten f├╝r Gro├čveranstaltungen - bis zum 9. Februar sollen einheitliche Regeln vereinbart werden. Einen Tag sp├Ąter wurde in Bayern die Zulassung von bis zu 10.000 Menschen (maximal 25 Prozent der Gesamtkapazit├Ąt) erlaubt, die Landesregierung in Baden-W├╝rttemberg folgte am Mittwoch mit einem Beschluss f├╝r bis zu 6000 Zuschauer im Stadien mit 2G-plus-Regel. Nordrhein-Westfalens Ministerpr├Ąsident Hendrik W├╝st (CDU) sagte dagegen am Mittwoch: "Es kann kein Signal zu gro├čfl├Ąchigen, pauschalen Lockerungen geben." Die NRW-Regelung mit bislang nur 750 erlaubten Fans betrifft allein in der Bundesliga sechs Clubs.

Der Flickenteppich

Bleibt es in den kommenden Tagen bei diesen Einschr├Ąnkungen, wird am 21. Spieltag nach der kurzen L├Ąnderspielpause ab dem 4. Februar ├╝berdeutlich, wor├╝ber sich die Bundesliga-Bosse aufregen. Im riesigen Berliner Olympiastadion d├╝rfen am Freitagabend 3000 Menschen beim Spiel gegen den VfL Bochum dabei sein, in Augsburg k├Ânnten schon mehr als doppelt so viele Fans die Partie gegen Union sehen. Der FC Bayern d├╝rfte f├╝r das Spitzenspiel gegen RB Leipzig 10.000 Tickets loswerden. Die NRW-Clubs Bielefeld, K├Âln und Dortmund bek├Ąmen dagegen nur ganz wenig Zuspruch von den R├Ąngen. Im Dortmunder Stadion mit der legend├Ąren S├╝dtrib├╝ne wirken 750 Menschen ziemlich verloren.

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Die Folgen

In der Zuschauerfrage geht es nur vordergr├╝ndig um die gute Stimmung im Stadion und die R├╝ckkehr zur Normalit├Ąt. Die Clubs brauchen die Einnahmen durch die Ticketverk├Ąufe. Die "K├Âlnische Rundschau" rechnete am Mittwoch vor, dem FC entgingen bei jedem Heimspiel ohne Zuschauer etwa 1,8 Millionen Euro. Das schmerzt - umso mehr, wenn an anderen Standorten mit vielleicht sogar vergleichbaren Corona-Zahlen doch wieder deutlich mehr Zuschauer in die Stadien gelassen werden. "Alle vorliegenden Daten zeigen, dass Fu├čballstadien unter 2G-Bedingungen und unter Beachtung der mit den zust├Ąndigen Beh├Ârden ausgearbeiteten Auflagen und Konzepte keine Infektionsherde sind", sagte Stuttgarts Vorstandschef Thomas Hitzlsperger. "Die aktuellen Verordnungen ignorieren dies und stellen den gesamten organisierten Sport vor fast unl├Âsbare Herausforderungen, sowohl finanziell und organisatorisch als auch emotional."

Die Androhung

Borussia Dortmunds Gesch├Ąftsf├╝hrer Hans-Joachim Watzke hat als Erster sehr deutlich angek├╝ndigt, die NRW-Beschl├╝sse genau anzuschauen, und zu pr├╝fen, "ob wir sie im Eilverfahren kontrollieren lassen". Vorstandschef Bernd Schr├Âder vom Zweitligisten Schalke schloss sich ebenso an wie RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff und Alexander Wehrle, Gesch├Ąftsf├╝hrer des 1. FC K├Âln. Die Aussichten auf Erfolg sind Experten zufolge gar nicht so schlecht. "Ich glaube, dass eine Klage eine gute Chance auf Erfolg hat", sagte der Gelsenkirchener Anwalt Arndt Kempgens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Der D├╝sseldorfer Anwalt Matthias Lang stellt auch die Zahl 750 in Frage. "Woher kommt die?" Es gebe keine wissenschaftlichen Belege, dass diese Obergrenze etwas bringe.

Der R├╝ckhalt

Ganz so klar, wie es die Bundesliga-Chefs gerne h├Ątten, scheint das Meinungsbild in der Bev├Âlkerung nicht. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge bef├╝rworten 57 Prozent der Befragten, dass es vorerst keine bundesweite Teil-├ľffnung der Stadien f├╝r Fans geben wird. 29 Prozent der Bundesb├╝rger lehnen diese Regelung dagegen ab und w├╝rden sich wieder mehr Zuschauer bei Bundesliga-Spielen w├╝nschen.

Der Vergleich

Wehrle hatte angemerkt, es sei "nicht nachvollziehbar, wenn in der Elbphilharmonie in Hamburg von 2100 m├Âglichen Zuschauern 2000 in einem geschlossenen Raum sind und ein paar Kilometer weiter im Hamburger Stadion auch 2000, weil das eben die Grenze ist." Die das weltweit bekannte Konzerthaus betreuende Beh├Ârde wehrte sich: "Man kann die Unzufriedenheit im Sport verstehen", sagte Pressesprecher Enno Isermann vor der Hamburger Kulturbeh├Ârde. "Aber man darf die Bereiche nicht gegeneinander ausspielen. Die Ministerpr├Ąsidenten haben zu Recht gesagt, dass Kultur eine besondere Bedeutung hat. Auch und gerade jetzt." Zumal die "Elphi" freiwillig auf 1300 Besucher reduziert habe.

Die Zufriedenen

Die bayerischen Clubs hatten am Mittwoch erwartungsgem├Ą├č nicht viel zu kritisieren. Die Landesregierung um Ministerpr├Ąsident Markus S├Âder (CSU) ist schlie├člich schon weiter gegangen als alle anderen. "Ich glaube, dass es schon wichtig ist, dieses Signal in dieser Zeit zu setzen", sagte Bayern M├╝nchens Vorstandschef Oliver Kahn. "Wir brauchen vern├╝nftige L├Âsungen, nicht nur jetzt f├╝r den Fu├čball, im Grunde auch in allen Gesellschaftsbereichen." F├╝r den Augsburger Trainer Markus Weinzierl haben die unterschiedlichen Zuschauervorgaben in den Bundesl├Ąndern auch mit Gl├╝ck zu tun. "Da ist ein Gl├╝cksfaktor dabei und da z├Ąhlt der Zuschauerfaktor dazu", sagte der Coach am Mittwoch. Die einen h├Ątten in der Frage der Fan-R├╝ckkehr zu Corona-Zeiten Gl├╝ck, die anderen Pech.

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