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Champions-League-Wahnsinn: Irres Spiel von FC Liverpool gegen Barça

Champions-League-Wahnsinn  

Finale! Klopps Liverpool schafft Wunder gegen Barça

08.05.2019, 18:12 Uhr | dpa

 (Quelle: Phil Noble/Reuters)
Champions League: Klopp fassungslos nach Liverpool-Wunder

Der FC Liverpool hat das Champions League Wunder tatsächlich vollbracht. Nach dem 0:3 im Hinspiel gegen Barcelona gab es an der Anfield Road einen 4:0 Sieg. Trainer Jürgen Klopp kann es kaum fassen. (Quelle: Omnisport)

Jürgen Klopp: Der Trainer des FC Liverpool war nach dem 4:0 gegen Barcelona fassungslos und "unglaublich stolz" auf sein Team. (Quelle: Omnisport)


Was für ein irres Spiel! Jürgen Klopp gelingt mit dem FC Liverpool im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona das Unmögliche: Die furiosen Reds holen das 0:3 aus dem Hinspiel auf und ziehen erneut ins Finale ein.

Jürgen Klopp fiel jedem seiner Helden in die Arme, der verletzte Mohamed Salah sprang ausgelassen über den Rasen und im Kult-Tempel in Anfield erklang die Hymne "You'll never walk alone". Es waren Momente für die Ewigkeit, die Klopp und Co. in dieser so magischen Nacht erlebten, nachdem der FC Liverpool das Fußball-Wunder tatsächlich geschafft und den haushohen Favoriten FC Barcelona aus allen Endspiel-Träumen gerissen hatte.

Die Reds feierten nach einer grandiosen Aufholjagd am Dienstag im Halbfinal-Rückspiel der Champions League ein 4:0 (1:0) gegen die Katalanen und machten damit das 0:3 aus dem Hinspiel vor sechs Tagen wett. Die Klopp-Elf steht somit wie im Vorjahr im Finale der Königsklasse und hat den ersten Liverpooler Königsklassen-Titel seit 2005 im Visier. Im Finale trifft der Premier-League-Zweite am 1. Juni in Madrid entweder auf Ajax Amsterdam oder Tottenham Hotspur (Hinspiel: 1:0).

Origi und Wijnaldum treffen doppelt

Je zweimal der Ex-Wolfsburger Divock Origi (7. und 79.) und der eingewechselte Georginio Wijnaldum (54. und 56.) sorgten mit ihren Treffern für ein Tollhaus in Liverpool. Wieder einmal hat das legendäre Stadion in Anfield eine dieser magischen Europacup-Abende erlebt. So könnte sich für Klopp doch der Traum vom ersten Titel mit Liverpool erfüllen. Denn in der Meisterschaft hat Manchester City einen Spieltag vor Saisonende mit einem Punkt Vorsprung die besseren Karten.

Jubel bei Georginio Wijnaldum: Der eingewechselte Niederländer trifft gegen Barcelona doppelt. (Quelle: Reuters/Phil Noble)Jubel bei Georginio Wijnaldum: Der eingewechselte Niederländer trifft gegen Barcelona doppelt. (Quelle: Phil Noble/Reuters)

Barça mit Torhüter Marc-André ter Stegen verpasste dagegen den schon sicher geglaubten ersten Endspiel-Einzug seit dem Titelgewinn 2015. Auch den Traum vom Triple kann die bereits als spanischer Meister feststehende Mannschaft von Ernesto Valverde abschreiben. Entsprechend frustriert schlich Superstar Lionel Messi, der Held aus dem Hinspiel, vom Rasen.

Liverpool startet furios

"Wenn wir volles Risiko gehen, ist das Spiel nach fünf Minuten entschieden", hatte Klopp seine Mannschaft gewarnt. Und doch legte der Premier-League-Zweite einen furiosen Start hin. Angetrieben von der stimmungsvollen Kulisse sorgte Xherdan Shaqiri bereits nach 50 Sekunden erstmals für Gefahr. Und nur sechs Minuten später war es auch schon passiert: Nach einem schlimmen Fehler von Jordi Alba scheiterte Kapitän Jordan Henderson erst an ter Stegen, den Nachschuss drückte aber Origi ins Tor.

Origi und Shaqiri durften von Beginn an auflaufen, weil die verletzten Stars Mohamed Salah und Roberto Firmino nicht zur Verfügung standen. Insbesondere der Ägypter, der am Samstag in Newcastle eine Kopfverletzung erlitt, wurde schmerzlich vermisst. Salah saß auf der Tribüne, sein T-Shirt trug die Aufschrift: "Never give up." In dieser Phase spielte Liverpool wie aufgedreht, Fabinho lieferte sich gar mit Ex-Liverpool-Torjäger Luis Suarez eine Privatfehde.

Allison rettet mehrfach gegen Barcelona

Die Spanier benötigten gut zehn Minuten, ehe sie im Spiel waren. Dann herrschte höchste Alarmstufe bei den Engländern. So musste Allison dreimal gegen Lionel Messi (14.), Philippe Coutinho (18.) und Alba (45.+3) retten. Messi, der das Hinspiel mit zwei Toren fast allein entschied, wurde teilweise von drei Gegenspielern attackiert. Die Spanier verstanden es bis zum Pausenpfiff, Liverpool vom eigenen Tor fernzuhalten. Mehr als ein Schuss von Andrew Robertson (23.) brachte die Klopp-Elf nicht mehr zustande.

Jubel bei Liverpool-Trainer Jürgen Klopp: Seine Reds machen das Unmögliche möglich. (Quelle: Reuters/Phil Noble)Jubel bei Liverpool-Trainer Jürgen Klopp: Seine Reds machen das Unmögliche möglich. (Quelle: Phil Noble/Reuters)

Die zweite Halbzeit begann wie die erste. Liverpool erhöhte das Tempo und hatte durch Abwehrchef Virgil van Dijk die Chance zum zweiten Tor (51.). Im Gegenzug bewahrte erneut Allison die Reds bei einer Riesenchance von Suarez vor dem Ende aller Träume (51.). Die vergebene Chance des Uruguayers sollte sich rächen. Nach einem Fehler des Ex-Schalkers Ivan Rakitic brachte Trent Alexander-Arnold den zur Pause eingewechselte Wijnaldum in Szene, der zum 2:0 traf. Und nur zwei Minuten später war der Niederländer per Kopf erfolgreich.

Messis magische Momente bleiben aus

Die Uhr stand wieder auf Null und Barça hatte große Mühe, zurück ins Spiel zu finden. Auch die magischen Momente von Messi blieben aus. Ein Freistoß landete in der Mauer (66.) und dann war da noch Allison, der den Argentinier stoppte (68.). Schon im vergangenen Jahr hatte Allison mit dem italienischen Klub AS Rom einen Drei-Tore-Rückstand gegen Barcelona aufgeholt.

Als es so langsam in Richtung Verlängerung ging, leistete sich Barça einen folgenschweren Fauxpas. Bei einer schnell ausgeführten Ecke befanden sich die Katalanen offenbar im Tiefschlaf, Origi schaltete blitzschnell und traf zum 4:0. Messi schaute nur noch entgeistert, während ganz Liverpool Kopf stand.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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