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Champions League: Freudenschreie von Werner - Tuchels Kampfansage fürs Finale

Champions League  

Freudenschreie von Werner - Tuchels Kampfansage fürs Finale

06.05.2021, 13:56 Uhr | dpa

Champions League: Freudenschreie von Werner - Tuchels Kampfansage fürs Finale. Timo Werner schoss den FC Chelsea ins Finale.

Timo Werner schoss den FC Chelsea ins Finale. Foto: Alastair Grant/AP/dpa. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Timo Werner war außer sich vor Freude, und Trainer Thomas Tuchel war zu Scherzen aufgelegt. In der Kabine des FC Chelsea wurde der Einzug ins Champions-League-Finale ausgelassen gefeiert, wie Werner beim Sender BT Sport berichtete.

"Die letzten zehn Minuten hatte ich keine Stimme mehr, weil wir so viel geschrien haben", sagte der deutsche Fußball-Nationalspieler, der den 2:0 (1:0)-Sieg gegen Real Madrid eingeleitet hatte. "Ich bin sehr glücklich", schwärmte auch Tuchel, der sich auf das Finale gegen Manchester City am 29. Mai freut. "Wir werden mit Selbstbewusstsein und positiver Energie nach Istanbul fahren", sagte er, "und mit dem klaren Ziel zu gewinnen." Im Halbfinale des FA Cups hatte sein Team die Citizens mit 1:0 besiegt.

Im Halbfinal-Rückspiel der Königsklasse gegen Real dominierte Chelsea an der Londoner Stamford Bridge über weite Strecken. Das Tuchel-Team gewann hochverdient gegen die enttäuschenden Gäste aus Madrid, musste aber viel zu lange zittern. Denn die Chancenauswertung ließ - wie schon beim 1:1 im Hinspiel - zu wünschen übrig. "Wir hätten so viel mehr und viel früher treffen können, um sicher zu sein", monierte Tuchel. "Aber jetzt ist nicht die Zeit für Kritik."

Werner, der in Madrid eine Großchance vergeben hatte, konnte nun darüber lachen. "Im Hinspiel war ich sozusagen der Depp", sagte er bei Sky Sports. "Heute hab ich es aus fünf Metern noch ein bisschen einfacher bekommen, nämlich ohne Torwart sogar. Wäre schlimm gewesen, wenn ich den auch nicht reingemacht hätte." Zumal ein sehenswertes Tor von ihm vorher wegen einer Abseitsposition nicht gezählt hatte.

Doch nach einer halben Stunde stand der 25-Jährige goldrichtig. Ein Schuss seines Nationalmannschafts-Kollegen Kai Havertz prallte von der Latte ab, Werner köpfte ein. "Ich musste lange warten", sagte er gut gelaunt. "Bis der Ball runterkam, hat es Stunden gedauert." Erst fünf Minuten vor dem Ende machte Mason Mount mit seinem Tor alles klar für den FC Chelsea, der sich außerdem bei seinem starken Keeper Édouard Mendy bedanken konnte.

Tuchel stand im Vorjahr mit Paris Saint-Germain im Endspiel, das in Lissabon 0:1 gegen den FC Bayern verloren ging. Er ist damit der erste Fußballtrainer, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit unterschiedlichen Clubs das Finale erreicht. Er müsse also einiges richtig machen, sagte der BT-Sport-Reporter. "Oder auch nicht", scherzte Tuchel und lachte ausgelassen. "Es kommt darauf an, wen man fragt." PSG hatte den Coach zu Weihnachten beurlaubt - und war jetzt im Halbfinale kläglich mit 1:2 und 0:2 an Chelseas Finalgegner Man City gescheitert.

Bei Real suchte nach dem Aus in London niemand nach Ausreden. "Madrid wurde von einem Zug überfahren", titelte die Fachzeitung "Marca". Nach der Pleite drohe dem erfolgsverwöhnten Club eine große Personal-Rochade, schrieb das stets gut informierte Konkurrenzblatt "AS". Obwohl Nationalspieler Toni Kroos nur wenige Akzente setzen konnte, steht der Verbleib des Deutschen dem Bericht zufolge nicht zur Debatte. Aber der 31-Jährige könnte im Sommer einen neuen Trainer bekommen. Am Pranger steht nämlich vor allem Zinedine Zidane. Der Ex-Chelsea-Profi Eden Hazard und Sergio Ramos hätten nach Meinung der Medien nicht spielen dürfen.

Immerhin spielt Real noch um den spanischen Meistertitel mit. Vier Spieltage vor Saisonschluss belegen Kroos und Co. Platz zwei und haben - wie der FC Barcelona - zwei Punkte Rückstand auf Atlético Madrid. Für "Zizou" ist der Liga-Triumph nun Pflicht. Denn nach einer Saison ohne Titelgewinn wird bei Real Madrid jeder Trainer gefeuert, wie "Marca" jüngst erinnerte. Auf die Frage nach seiner Zukunft sagte Zidane in London: "Ich denke noch gar nicht daran, ich denke jetzt nur noch an die Liga." Sein Motto klingt englisch: "Ruhe bewahren".

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