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Frauen-WM 2019 – Streit um Prämien: "Der Unterschied ist nicht gerecht"


Frauenfußball-WM in Frankreich  

Marozsan zur Prämiendebatte: "Der Unterschied ist nicht gerecht"

Aus Bruz berichtet Noah Platschko

07.06.2019, 15:59 Uhr
Frauen-WM 2019 – Streit um Prämien: "Der Unterschied ist nicht gerecht". Dzsenifer Marozsan schlägt auf der DFB-Pressekonferenz kritische Töne an. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Dzsenifer Marozsan schlägt auf der DFB-Pressekonferenz kritische Töne an. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

75.000 Euro. Diesen Betrag erhält jede Nationalspielerin beim Gewinn des WM-Titels. Doch auch wenn das Preisgeld so hoch ist wie noch nie: Die Kluft zum Männerteam ist nach wie vor immens. 

Das Siegerteam der achten Frauenfußball-Weltmeisterschaft erhält vier Millionen Dollar (umgerechnet 3,55 Millionen Euro) – und damit weniger als elf Prozent des Herrenteams bei der WM 2018. Zum Vergleich: 38 Millionen Dollar schüttete die Fifa an den französischen Verband nach dem Titelgewinn der Franzosen in Russland aus.

Auch Finalist Kroatien erhielt noch 28 Millionen Dollar. Immense Summen – insbesondere, wenn man sie den Preisgeldern der Frauen dieses Jahr in Frankreich gegenüberstellt. 


Ein Umstand, der das Team der Australierinnen auf den Plan rief, zu protestieren. In Abstimmung mit der australischen Vereinigung der Profifußballer (PFA) forderten die Spielerinnen Anfang der Woche eine umgehende Preisgelderhöhung für die WM in Frankreich.

Konkret fordert die PFA eine Anhebung der WM-Prämien für das komplette Turnier von derzeit 30 Millionen US-Dollar auf 57 Millionen US-Dollar. "Ist das zu viel verlangt?", lautet die zentrale Frage der Australierinnen an die Fifa. Und sie sind nicht die Einzigen, die sich an dem ungleichen Preisgeld stören. 


Die Norwegerin und Ballon d'Or-Gewinnerin Ada Hegerberg (23) boykottiert aufgrund der fehlenden Professionalisierung im Frauenfußball die komplette WM. Auch Norwegens Nationalcoach Martin Sjögren konnte Hegerberg, die bereits 2017 aufgrund fehlender Gleichberechtigung aus dem Nationalteam zurückgetreten war, nicht davon überzeugen, an der WM teilzunehmen.

"Vielleicht sollten wir die Kirche im Dorf lassen"

Doch wie stehen die Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft zu diesem Thema? Die Prämie der DFB-Frauen bei einem etwaigen Titelgewinn in diesem Jahr ist zwar so hoch wie noch nie (75.000 Euro), liegt aber dennoch deutlich unter dem Betrag, den die Herren 2018 bekommen hätten (350.000 Euro). Laut Kapitänin Alexandra Popp ist das Preisgeld an sich innerhalb des Teams allerdings kein Thema.

"Wir sollten die Kirche im Dorf lassen": Kapitänin Alexandra Popp hat eine klare Meinung zur Prämiendebatte.  (Quelle: imago images/Oryk HAIST)"Wir sollten die Kirche im Dorf lassen": Kapitänin Alexandra Popp hat eine klare Meinung zur Prämiendebatte. (Quelle: Oryk HAIST/imago images)

"Bei uns wird absolut gar nicht darüber gesprochen. Ich weiß nicht, ob es überhaupt jeder weiß", sagte die 28-Jährige auf der PK im Mannschaftsquartier des DFB-Teams am Mittwoch, angesprochen auf den Protest der Australierinnen.

Die Wolfsburgerin möchte das Thema nicht zu hoch hängen: "Grundsätzlich interessiert es mich gerade einfach nicht. Jeder hat gelesen, dass die Fifa die Prämie erhöht hat. Vielleicht sollten wir da auch einfach die Kirche im Dorf lassen."

Ex-Kapitänin schlägt kritischere Töne an

Ähnlich beschwichtigend äußert sich Nationalspielerin Johanna Elsig, die im Interview mit t-online.de zuletzt mehr Unterstützung für den Frauenfußball forderte. Dem "Sportbuzzer" sagte die 26-Jährige allerdings: "Ich möchte nicht so viel zu dem Thema sagen. Ich glaube, die 75.000 Euro sind immens viel Geld, damit können wir sehr zufrieden sein."


Ex-Kapitänin Dzenifer Maroszan hingegen schlägt etwas kritischere Töne an. "Ich denke, der Unterschied allgemein im Männer- und Frauenfußball ist nicht gerecht", so die Europameisterin von 2013 auf der DFB-PK am Donnerstag. "Wir haben uns (im Frauenfußball, Anm. d. Red.) weiterentwickelt, auch in dieser Hinsicht. Aber es ist nun mal so – und wir müssen damit umgehen."

Verwendete Quellen:
  • Mit Material der Nachrichtenagentur sid
  • Eigene Recherche
  • Pressekonferenzen der DFB-Frauen in Bruz
  • Webseite: "Our goal is now"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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