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Wembley als "Brandbeschleuniger"? EM mit Corona-Sorgen

Von dpa
Aktualisiert am 25.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Das Wembley-Stadion soll sich im Laufe der EM-Finalrunde immer mehr fĂŒllen.
Das Wembley-Stadion soll sich im Laufe der EM-Finalrunde immer mehr fĂŒllen. (Quelle: Matt Dunham/Pool AP/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Begleitet von Corona-Sorgen und der eindringlichen Warnung vor der Delta-Variante startet die Fußball-EM in die K.o.-Runde.

FĂŒr Fans aus Deutschland wird das Wembley-Stadion beim Klassiker der Nationalmannschaft am Dienstag gegen England zur Sperrzone, was die britische Leichtigkeit bei der Zulassung Zehntausender Fans aber nicht beeinflusst. Sind beim ersten Londoner Achtelfinale zwischen Italien und Österreich am Samstag noch 21.500 Fans zugelassen, die weitgehend aus Großbritannien kommen werden, dĂŒrfen es dann drei Tage spĂ€ter schon 45.000 Zuschauer sein.

Wieler warnt: "Keine gute Idee"

"Aus infektionsmedizinischer Sicht ist das keine gute Idee", sagte Lothar Wieler, der PrĂ€sident des Robert Koch-Instituts, im Interview der "Rheinischen Post". Im ZDF bei "Maybrit Illner" bezeichnete SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Spiele insgesamt als "Brandbeschleuniger" fĂŒr die wohl ansteckendere Delta-Variante. Es sei weder "epidemiologisch noch symbolisch" eine kluge Entscheidung, in Großbritannien vor so vielen Zuschauern zu spielen.

Auch gegen Deutschland dĂŒrfen 45.000 Menschen in den Londoner Fußball-Tempel, zur Finalrunde mit Halbfinals und Endspiel ab dem 6. Juli soll auf 60.000 Zuschauer aufgestockt werden. "Ich hĂ€tte es richtig gefunden, wenn man gesagt hĂ€tte, dass an dem Ort, wo die gefĂ€hrlichste Variante mit der höchsten Inzidenz in ganz Europa derzeit vorherrscht, dass man dort nicht ein Fußballspiel vor 60.000 Zuschauern durchfĂŒhrt", sagte Lauterbach. Die Impfquote im Königreich ist mit mehr als 80 Prozent Erst- und rund 60 Prozent vollstĂ€ndig geimpften Erwachsenen allerdings hoch.

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Der Deutsche Fußball-Bund betonte in einer Email an die Fans, dass nur Personen mit Wohnsitz in der sogenannten "Common Travel Area" (Großbritannien, Irland, Isle of Man, Guernsey und Jersey) berechtigt sind, Tickets zu bestellen. Wer aus Deutschland nach Großbritannien einreist, muss sich zwingend in QuarantĂ€ne begeben. "Bei Zuwiderhandlungen gegen die Einreisebestimmungen drohen hohe Geld- oder sogar GefĂ€ngnisstrafen", warnte der DFB.

Delta-Variante als große Unbekannte

Die Delta-Variante, wegen der das RKI auch hierzulande von einem Wiederanstieg der Inzidenzen ausgeht, bleibt die große Unbekannte in den noch ausstehenden zwei Wochen der EM-Endrunde, die aber bislang vom großen Corona-Schock verschont geblieben war.

Allerdings wurden nach dem Spiel zwischen DĂ€nemark und Russland am Montag in Kopenhagen bislang 16 Menschen positiv getestet. Darunter sei viermal die Delta-Variante nachgewiesen worden, teilte die dĂ€nische Behörde fĂŒr Patientensicherheit am Freitag ĂŒber Twitter mit. Alle Zuschauer auf der TribĂŒne B - eine TribĂŒne hinter einem der beiden Tore - wurden zum PCR-Test aufgefordert. Zugleich stieg die Zahl der Delta-Befunde nach dem vorherigen DĂ€nemark-Spiel gegen Belgien: Mittlerweile sei die Variante bei neun Zuschauern entdeckt worden, schrieb die Behörde.

86 Finnen infiziert - Kein "Ausschlag" in MĂŒnchen

Nach dem Spiel von Finnland gegen Belgien am Montag in St. Petersburg sind finnischen Medien zufolge bislang 86 Infektionen bei RĂŒckkehrern aus Russland festgestellt worden. Weitere Testergebnisse stĂŒnden noch aus, berichteten unter anderem der Rundfunksender Yle und die Zeitung "Hufvudstadsbladet". Rund 800 Menschen seien zudem ohne Test eingereist, weil die TestkapazitĂ€ten an der Grenze nicht ausgereicht hĂ€tten.

Bei den drei EM-Spielen in MĂŒnchen, bei denen jeweils 14 500 in Stadion gedurft hĂ€tten, waren dem Gesundheitsreferat insgesamt zwölf positive Schnelltests gemeldet worden. Bei "mehreren Tausend Testungen" seien sechs Personen positiv gewesen, die ins Stadion gehen wollten. Sechs weitere positiv getestete Fans waren aus anderen GrĂŒnden wegen der EM in der Stadt, etwa zum Public Viewing.

Weil am Mittwoch viele ungarische Fans zur Partie gegen Deutschland nach MĂŒnchen gekommen waren, hatte es BefĂŒrchtungen gegeben, die Zahl der positiven Tests könnte ansteigen. "Nein, ein solcher Ausschlag hat nicht stattgefunden", teilte der Sprecher mit. In Ungarn, wo in Budapest vor vollen RĂ€ngen gespielt wird, war nach dem Spiel der Franzosen gegen Ungarn der Fall einer positiv getesteten französischen Familie bekannt geworden.

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