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Bayern im Corona-Dilemma: Vier weitere Profis in QuarantÀne

Von dpa
Aktualisiert am 21.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Muss sich ebenfalls in QuarantÀne begeben: Bayern-Profi Serge Gnabry.
Muss sich ebenfalls in QuarantÀne begeben: Bayern-Profi Serge Gnabry. (Quelle: Matthias Balk/dpa./dpa)
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MĂŒnchen (dpa) - Die Corona-Turbulenzen beim FC Bayern haben rund um den nĂ€chsten sportlichen Aussetzer des MĂŒnchner Meister-Ensembles in Augsburg neue Dimensionen und Eskalationsstufen erreicht.

Erst sorgte ein Bericht der "Bild am Sonntag" mit beabsichtigten GehaltskĂŒrzungen fĂŒr die ungeimpften Profis im MĂŒnchner Besserverdiener-Kader fĂŒr Aufregung. Und nur Stunden spĂ€ter schreckte der Fußball-Rekordmeister mit der Mitteilung auf, dass sich nach Leitfigur Joshua Kimmich auch Serge Gnabry, Jamal Musiala, Eric Maxim Choupo-Moting und Michael Cuisance in Absprache mit den zustĂ€ndigen Gesundheitsbehörden in QuarantĂ€ne begeben mussten. Das Virus hat Deutschlands Topclub im WĂŒrgegriff.

Kimmich war schon am Freitagabend beim ĂŒberraschenden und Trainer Julian Nagelsmann "richtig sauer" machenden 1:2 beim FC Augsburg nicht dabei gewesen - wegen des Kontakts zu einer positiv getesteten Person im privaten Umfeld. Jetzt folgte der FĂŒhrungskraft das gegen den FCA noch zum Aufgebot zĂ€hlende Profi-Quartett. "Sie hatten Kontakt zu einer Person im unmittelbaren Umfeld der Mannschaft des FC Bayern, die positiv auf das Coronavirus getestet worden ist", teilte der Verein mit. Der QuarantĂ€ne-Bann verschont geimpfte Profis.

Ohne fĂŒnf gegen Kiew

"Ohne fĂŒnf" heißt damit die Personal-Lösung fĂŒr Coach Nagelsmann an diesem Dienstag im Champions-League-Spiel bei Dynamo Kiew. In der Ukraine wollen die Bayern nach der Achtelfinalqualifikation auch den Gruppensieg einfahren. Die lĂ€stige Impfproblematik um Kimmich und Co. mit ihren Konsequenzen auf Verein, Mannschaft und die Saisonziele wurde am Wochenende weiter angeheizt. Als Ausrede fĂŒr die Schlappe beim FC Augsburg waren Nagelsmann die Corona-Problematik und Kimmichs Ausfall im Mittelfeld noch "zu plump" gewesen.

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Genervt ist der zuletzt selbst infizierte Trainer aber lĂ€ngst von den vielen StörgerĂ€uschen zwei Wochen vor dem Gipfeltreffen in Dortmund. Die Borussia rĂŒckte schloss bis auf einen Punkt zum Ligaprimus auf.

Die Bayern-Bosse um Oliver Kahn stecken lĂ€ngst in einem Dilemma, aus dem sie einen Ausweg suchen. Die durchs Land rasende vierte Welle erfasst das Bayern-Personal mit Wucht: Mit Infektionen wie bei den geimpften Abwehrspielern Niklas SĂŒle und Josip Stanisic, bei einigen Betreuern und Mitarbeiten im direkten Umfeld des Teams - aber eben auch den vermeidbaren QuarantĂ€nekonsequenzen der Ungeimpften.

Gehaltsverzicht fĂŒr ungeimpfte Bayern-Profis?

Die "Bild am Sonntag" enthĂŒllte nun eine "knallharte Konsequenz" der VereinsfĂŒhrung. Es geht an den Geldbeutel. Die Formel lautet: Wer als ungeimpfter Profi als Kontaktpersonen in Isolation muss, soll fĂŒr die Ausfallzeit auf Teile des ĂŒppigen Millionengehalts verzichten mĂŒssen.

Der Verein gab zu dem Bericht keine Stellungnahme ab. DafĂŒr Ă€ußerte sich der bis Sommer amtierende Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge bei "Sky 90": "Wenn das stimmt, was die Bild-Zeitung vermeldet, ist das sicherlich auch als Zeichen zu verstehen, dass der Verein jetzt reagiert", sagte der weiter gut vernetzte Bayern-Insider. "Das wird ihm nicht gefallen", mutmaßte Rummenigge zu Kimmichs Reaktion.

Die Bosse um Kahn fĂŒhlen sich zum Handeln gezwungen. Ein Ausfall von Topspielern wie Kimmich oder Gnabry gefĂ€hrdet den sportlichen Erfolg. Gleichzeitig sollen ihre geimpften Teamkollegen zum dritten Piks schreiten. Heimspiele mit nun wieder deutlich weniger Zuschauern in der Allianz Arena kosten den FC Bayern viele Millionen, die auch fĂŒr VertragsverlĂ€ngerungen mit einigen (geimpften) Stars fehlen könnten.

Deutliche Worte von Ex-Boss Rummenigge

Rummenigge sprach offen aus, was auf der Vorstandsetage und in der Spieler-Kabine alle umtreibt. "Es ist eine Debatte, die den Verein langsam auch nervt. Alle haben versucht, das Thema Nichtimpfen zu bereinigen oder eine Lösung zu finden. Das ist nicht geglĂŒckt bis dato." KapitĂ€n Manuel Neuer sagte nach der Klatsche in Augsburg einen Satz, der diplomatisch klang, aber vielsagend war: "Einen Jo Kimmich wollen wir immer in der Mannschaft und auf dem Platz haben."

Der Mittelfeldchef - Eckpfeiler im MĂŒnchner Team wie Torwart Neuer, TorjĂ€ger Robert Lewandowski oder AnfĂŒhrer Thomas MĂŒller - saß jedoch gesund daheim. In die Kimmich-Rolle sollte Neuzugang Marcel Sabitzer schlĂŒpfen - und war damit ĂŒberfordert. "In Sabi steckt viel, viel mehr", rĂ€tselte Nagelsmann. Er wollte die Niederlage nicht auf Kimmichs Absenz kaprizieren. Andere Vereine dĂŒrften bei AusfĂ€llen eher jammern: "Wir bei Bayern MĂŒnchen sollten es nicht tun." Anders bewertete das Rummenigge mit Blick auf das Augsburg-Spiel: "Kein Club auf der Welt kann solche Spieler wie Joshua Kimmich ersetzen."

Und wenn der Taktgeber am 4. Dezember in Dortmund fehlt? Und dazu vielleicht Gnabry und die anderen stets QuarantĂ€ne-GefĂ€hrdeten? Kimmich ist seit zwei Wochen aus dem Trainings- und Spielrhythmus, nachdem er wie Gnabry und Musiala schon die letzten LĂ€nderspiele des Jahres verpasst hatte. Nagelsmann bezeichnete es schon vor Augsburg als "Fakt", dass die Gefahr der ungeimpften Akteure deutlich grĂ¶ĂŸer sei, in Corona-Hochzeiten mehr Spiele und Trainingseinheiten zu verpassen als die geimpften. "Das liegt auf dem PrĂ€sentierteller."

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