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Bayern erlaubt wieder bis zu 10.000 Zuschauer im Profisport

Von dpa
Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Markus S├Âder k├╝ndigte erneut Lockerungen f├╝r den Sport in Bayern an.
Markus S├Âder k├╝ndigte erneut Lockerungen f├╝r den Sport in Bayern an. (Quelle: Sven Hoppe/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Mitten in der Kritik des Profisports an den Corona-Ma├čnahmen der Politik hat Bayern mit der Lockerung von Zuschauer-Beschr├Ąnkungen einen Vorsto├č gewagt.

Das Kabinett von CSU-Ministerpr├Ąsident Markus S├Âder beschloss in M├╝nchen bis auf Weiteres das Ende der Geisterspiele im Freistaat f├╝r ├╝berregionale Sportveranstaltungen.

Nun d├╝rfen zu den Spielen des deutschen Fu├čball-Meisters Bayern M├╝nchen, des FC Augsburg und der SpVgg Greuther F├╝rth oder zu den Partien der Zweitliga-Clubs immerhin wieder bis zu 10.000 Fans kommen. Maximal 25 Prozent der Zuschauer-Kapazit├Ąten d├╝rfen genutzt werden. Die Regelung, die am Donnerstag in Kraft tritt, gilt auch f├╝r Profiligen im Handball, Basketball, Eishockey und Volleyball.

Regeln sollen vereinheitlicht werden

Einen Tag zuvor hatten die Bundesregierung und die Ministerpr├Ąsidentinnen und -pr├Ąsidenten entschieden, ihren Corona-Kurs wegen der steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Variante fortzusetzen. Das bedeutete nichts anderes, als dass Spiele in den Profiligen - abh├Ąngig vom Bundesland - weiterhin nur ohne oder mit wenigen Zuschauern stattfinden d├╝rfen. Zumindest die unterschiedlichen Vorgaben in den L├Ąndern sollen bis zum 9. Februar bundesweit vereinheitlicht werden.

"Es ist nicht ganz fair, dass wir in Hamburg in der Elbphilharmonie 2000 Leute haben, und woanders geht das nicht. Dass wir in einigen Fu├čballstadien 15.000 Leute haben, wir haben Geisterspiele. Also wenn, muss das schon vern├╝nftig gleich sein", hatte CSU-Chef S├Âder schon am Montagabend in den "Tagesthemen" der ARD gesagt.

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F├╝r die Zulassung von Zuschauern gelten unterschiedliche H├Âchstgrenzen in den L├Ąndern: Wie bislang in Bayern d├╝rfen in Mecklenburg-Vorpommern und Th├╝ringen derzeit ├╝berhaupt keine Fans in die Arenen. Dagegen spielte der Drittliga-Tabellenf├╝hrer 1. FC Magdeburg am Sonntag gegen den TSV Havelse vor 13.385 Zuschauern. Das lie├č die Verordnung in Sachsen-Anhalt zu, nach der die Stadien bis zu 50 Prozent gef├╝llt werden d├╝rfen. Beim Sieg des FC Bayern am Sonntag bei Hertha BSC durften 3000 Zuschauer ins Berliner Olympiastadion.

Bundesliga-Funktion├Ąre ├╝ben Kritik

"Ich verstehe es schon lange nicht mehr. Beispiel: 13.700 waren in Magdeburg erlaubt. Theoretisch h├Ątten 13.700 Eintracht Fans, die hier nicht ins Stadion d├╝rfen, mit dem Zug nach Magdeburg fahren k├Ânnen, um dort das Stadion zu f├╝llen. Das sagt alles", meinte Eintracht Frankfurts Trainer Oliver Glasner in einem Sky-Interview.

Borussia Dortmunds Gesch├Ąftsf├╝hrer Hans-Joachim Watzke ging einen Schritt weiter und schloss am Montagabend auch juristische Schritte gegen die Zuschauer-Regelung in Nordrhein-Westfalen nicht aus. "Wir werden uns die Beschl├╝sse des Landes NRW genau anschauen und pr├╝fen, ob wir sie im Eilverfahren kontrollieren lassen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Watzkes Kollege Alexander Wehrle vom 1. FC K├Âln w├╝rde rechtliche Schritte begr├╝├čen: "Da stehen wir Seite an Seite mit dem BVB."

Es sei ├╝berhaupt nicht nachvollziehbar, wenn in der Elbphilharmonie in Hamburg von 2100 m├Âglichen Zuschauern 2000 in einem geschlossenen Raum seien "und ein paar Kilometer weiter im Hamburger Stadion auch 2000, weil das eben die Grenze ist", kommentierte Wehrle. "Wer hat denn die 2000 in Hamburg festgelegt? Und wer die 750 in K├Âln? Und wer die 1000 in Mainz? W├╝rfeln die eigentlich?"

Bundesligisten pr├╝fen rechtliche Schritte

Auch RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff schloss den juristischen Klageweg nichts mehr aus. "Ich finde den Vorsto├č von Aki Watzke absolut richtig, und wir pr├╝fen auch mit anderen Bundesligisten, wenn es hier nicht zu einer schnellen L├Âsung kommt, ob und wie wir da juristisch vorgehen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Die Bundesregierung k├Ânne "sich nicht die Welt malen, wie sie ihr gef├Ąllt. Das endet dann in einem Zick-Zack-Kurs, den die Menschen nicht mehr mittragen."

Viele Vertreter im Profisport ├Ąu├čern die Vermutung, dass die Politik den Sport bei ihren Corona-Ma├čnahmen benutzt. Man wolle gegen├╝ber dem Sport eine gewisse H├Ąrte zeigen, die gar nicht berechtigt sei, sagte der Manager des deutschen Volleyball-Meisters Berlin Volleys, Kaweh Niroomand. "Bei uns in der Halle sind die Zuschauer geboostert und mit Maske sicherer, als wenn ich zum Einkaufen oder in die Apotheke gehe", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

"Fu├čball wird zum Opfer von Symbolpolitik", kommentierte BVB-Chef Watzke. Leipzigs Mintzlaff erg├Ąnzte: "Wir haben das Gef├╝hl, dass die Politik in vielen Bereichen mehr in Problemen als in L├Âsungen denkt."

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