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Jagd nach Titel 21 und Nummer 1 - Endspiel gegen Medwedew

Von dpa
Aktualisiert am 29.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Der Russe Daniil Medwedew d├╝rfte mit einem Finalsieg gegen Rafael Nadal den Spitzenplatz in der Weltrangliste ├╝bernehmen.
Der Russe Daniil Medwedew d├╝rfte mit einem Finalsieg gegen Rafael Nadal den Spitzenplatz in der Weltrangliste ├╝bernehmen. (Quelle: Dean Lewins/AAP/dpa./dpa)
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Melbourne (dpa) - Tr├Âstend nimmt Rafael Nadal den entt├Ąuschten Roger Federer in den Arm. In einem packenden Finale von Melbourne hat sich der Spanier gegen den Schweizer durchgesetzt, der bei seiner Dankesrede in Tr├Ąnen ausbricht.

Es l├Ąuft das Jahr 2009. Der junge Nadal hat noch etliche Glanzpunkte seiner beeindruckenden Tennis-Karriere vor sich, doch dieser Triumph gegen Federer - der sich 2017 in einem denkw├╝rdigen Endspiel revanchierte - ist bis heute tats├Ąchlich sein einziger bei den Australian Open geblieben.

Wird Medwedew wieder zum Spielverderber?

13 Jahre sp├Ąter k├Ânnte nun an diesem Sonntag (9.30 Uhr deutscher Zeit/Eurosport) im erneuten Endspiel der Australian Open ein ganz besonderer Erfolg hinzukommen, sofern der russische US-Open-Champion Daniil Medwedew nicht wieder einmal als Spielverderber auftritt. "Ich bin gl├╝cklich, dass ich die Chance habe, wieder jemanden aufzuhalten, Geschichte zu schreiben", sagte Medwedew aufm├╝pfig.

Und der 25-J├Ąhrige aus Moskau wei├č, wie es ist, gegen einen Gegner anzutreten, f├╝r den es um mehr als nur einen Grand-Slam-Titel geht. Erst am 13. September 2021 gelang es dem Weltranglisten-Zweiten, ein au├čergew├Âhnliches Kapitel Tennis-Geschichte zu verhindern. Im Endspiel von New York verbaute Medwedew dem serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic den Weg zum 21. Grand-Slam-Titel und zum Triumph bei allen vier Grand-Slam-Turnieren in einem Jahr.

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Nun strebt Nadal diesen au├čergew├Âhnlichen Titel Nummer 21 an, mit dem er einen mehr h├Ątte als seine langj├Ąhrigen Mitstreiter Djokovic und Federer. "Ich wei├č, was passiert. Ich wei├č, worum es f├╝r Rafa geht. Ich wusste, worum es f├╝r Novak geht", sagte Medwedew: "Aber das ist irgendwie ihre Sache, nicht meine. Ich bin blo├č hier, um zu versuchen, das Finale zu gewinnen."

Anf├╝hrer der jungen Generation

Mit seinem zweiten Grand-Slam-Finale nacheinander festigt Medwedew seine Rolle als Anf├╝hrer der jungen Generation. Dem ein Jahr j├╝ngeren Olympiasieger Alexander Zverev, der in Melbourne im Achtelfinale scheiterte, eilt er momentan ein paar Schritte voraus. Als erster Spieler in der Geschichte des Profi-Tennis, der sogenannten Open Era ab 1968, k├Ânnte Medwedew seinem ersten Grand-Slam-Titel gleich den zweiten folgen lassen. "Ich wei├č, wozu ich f├Ąhig bin, wenn ich gut spiele. Ich wei├č, ich kann jeden schlagen", sagte Medwedew nach seinem Finaleinzug gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas.

So oder so wird Djokovic am Sonntag zu den Verlierern geh├Âren. Dem 34 Jahre alten Serben war am Tag vor dem Turnierauftakt die Einreise nach Australien endg├╝ltig verweigert worden. Ende Februar will Djokovic in Dubai auf die Tennis-Tour zur├╝ckkehren. Am Final-Tag von Melbourne verliert er entweder wie Federer seinen Grand-Slam-Rekord an Nadal. Oder er verliert mit gro├čer Wahrscheinlichkeit die Spitzenposition in der Weltrangliste. Sp├Ątestens am 21. Februar d├╝rfte Medwedew ihn voraussichtlich im Falle eines Triumphs an der Spitze abl├Âsen.

Nadal peilt Historisches an

Ein Sieg von Medwedew w├╝rde die Reihe der verlorenen Endspiele von Nadal fortsetzen. Bei keinem anderen Grand-Slam-Turnier steckte der Spanier so viele Entt├Ąuschungen ein wie bei den Australian Open. Nach vier seiner f├╝nf Melbourne-Endspiele verlie├č der Linksh├Ąnder den Platz als Verlierer: 2012 und 2019 gegen Djokovic, 2014 gegen Stan Wawrinka, 2017 gegen Federer. In Down Under hinderten ihn seine k├Ârperlichen Probleme besonders oft.

Diesmal k├Ânnte Melbourne ein Happy End f├╝r ihn ausgerechnet nach einer langen Leidenszeit wegen seiner komplizierten Fu├čprobleme bereithalten. Er k├Ânne es kaum in Worte fassen, was es ihm bedeute, in Australien noch mal im Endspiel zu stehen, sagte Nadal nach seinem Halbfinalerfolg ├╝ber den Italiener Matteo Berrettini: "F├╝r mich ist es komplett unerwartet, darum bin ich super-gl├╝cklich", sagte der 35-J├Ąhrige: "Aber nat├╝rlich kennt mich jeder, und ich gebe immer mein Bestes. Nat├╝rlich ist es mein Ziel, nun zu gewinnen."

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