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Boris Becker: Ein Jahr voller Höhen und Tiefen

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Tennisstar sorgt für Schlagzeilen  

Das bittere Jahr des Boris Becker

23.12.2017, 12:08 Uhr | Guido Heisterkamp, t-online.de

Boris Becker: Ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Erlebte ein Jahr voller Höhen und Tiefen: Boris Becker. (Quelle: imago/ActionPictures)

Erlebte ein Jahr voller Höhen und Tiefen: Boris Becker. (Quelle: ActionPictures/imago)

Das Jahr, in dem Boris Becker seinen 50. Geburtstag feierte und zum „Head of Men’s Tennis“ des Deutschen-Tennis-Bundes wurde, hat für die Tennis-Legende auch Schattenseiten.

Dieser Artikel ist Teil unseres Jahresrückblicks. Hier finden Sie alle unsere Jahresrückblicke und Ausblicke auf 2018.

Das Jahr 2016 endete für Boris Becker mit der Trennung vom ehemaligen Weltranglistenersten Novak Djokovic. Mit Becker als Trainer gewann der Serbe in drei Jahren sechs Grand-Slam-Titel und feierte 25 Turniersiege. Danach wurde es erst einmal ruhiger um den gebürtigen Leimener – bis Mitte des Jahres die Insolvenz-Bombe platzte. Seitdem verging kaum eine Woche ohne Schlagzeilen zur finanziellen Situation des ehemaligen Weltranglisten-Ersten.

21. Juni: Becker wird für insolvent erklärt

Ein Konkursgericht in London erklärt den dreifachen Wimbledonsieger für zahlungsunfähig. Richterin Christine Derrett sagt bei der Urteilsverkündung, es gebe "keine glaubwürdigen Beweise", dass der frühere Tennisstar die seit 2015 bestehenden "substanziellen Schulden in Millionenhöhe" zeitnah begleichen könne. Über seinen Anwalt lässt Becker die „Pleite“-Berichte umgehend dementieren.

4. Juli: Nächster Schock für Becker

Der Schweizer Unternehmer Hans-Dieter Cleven, ein ehemaliger Geschäftspartner Beckers, macht eine Forderung von umgerechnet rund 36,5 Millionen Euro (40 Millionen Schweizer Franken) geltend und erhebt schwere Vorwürfe: So seien zahlreiche Einigungsversuche von Boris Becker "nicht wahrgenommen" worden.

6. Juli: Lilly Becker denkt im TV über Scheidung nach

Auch an Lilly Becker geht der Wirbel um die finanzielle Situation ihres Mannes nicht spurlos vorbei. In der letzten Folge der ProSieben-Show „Global Gladiators“ liegen ihre Nerven blank. Ein banales Gespräch über Kaffee bringt Lilly dazu, an ihrer Ehe zu zweifeln. Auf die Frage, ob sie sich von Boris scheiden lassen würde, entgegnet sie: "Ich weiß nicht. Sag' niemals nie.“

10. Juli: Millionenklage gegen Becker abgewiesen

Teilerfolg für Boris Becker: Der frühere Tennis-Weltstar muss Darlehen über 36,5 Millionen Euro vorerst nicht zurückzahlen. Ein Gericht im schweizerischen Zug weist die Klage seines früheren Geschäftspartners Hans-Dieter Cleven zurück, weil dieser die Darlehen nicht rechtskräftig gekündigt habe.

Stattdessen muss Cleven laut dem Urteil 90.000 Franken (fast 82.000 Euro) an Becker zahlen und die Gerichtskosten übernehmen. Wenige Tage später erklärt Cleven-Anwalt Oliver Habke, dass sein Mandant gegen das erstinstanzliche Urteil vor dem Obergericht in Berufung gehen und sich dem laufenden Verfahren gegen Becker in London anschließen werde.

23. August: Becker wird Chef des deutschen Herren-Tennis

Boris Becker wird der neue starke Mann im deutschen Tennis: Er bekleidet ab sofort das neu geschaffene Amt des für die Männer verantwortlichen "Head of Men's Tennis" im Deutschen Tennis Bund (DTB). Ein Gehalt kassiert der dreimalige Wimbledonsieger allerdings nicht.

Nach Angabe von DTB-Präsident Ulrich Klaus wird Becker "ehrenamtlich" arbeiten und nur die Reisekosten erstattet bekommen. "Ich liebe diesen Sport und ich liebe dieses Land. Es freut mich, wieder eine wichtige Aufgabe im deutschen Tennis übernehmen zu dürfen", sagt Becker, der vorerst einen Vertrag bis Olympia 2020 hat.

„Das ist eine absolute Bereicherung für das deutsche Team. Ein absoluter Gewinn“, sagt der ehemalige Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen im Interview bei t-online.de. Und weiter: „Von Boris‘ Erfahrung kann das deutsche Tennis nur profitieren.“

17. September: Perfekter Einstand für Becker

Trotz Absagen der drei besten deutschen Tennisspieler Alexander Zverev, Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber schafft das deutsche Davis-Cup-Team mit einem knappen 3:2-Sieg im Relegationsduell in Portugal den Klassenerhalt. Jan-Lennard Struff gelingt in einem Fünfsatz-Krimi gegen Joao Sousa der entscheidende Punkt im letzten Einzel.

Damit vermeidet das DTB-Team beim Debüt des neuen Chefberaters Boris Becker den ersten Abstieg seit 14 Jahren. „Boris ist definitiv eine Bereicherung. Er ist solch ein Champion mit unglaublich viel Erfahrung. Es tut gut, wenn ich rausgucke und da sitzt Boris mit dem Team", sagt Matchwinner Struff.

4. November: Becker spricht Klartext

Boris Becker weist anhaltende Spekulationen um einen dramatischen finanziellen Schiefstand trotz eines laufenden Insolvenzverfahrens gegen sich mit Nachdruck zurück. "Es ist falsch, dass ich pleite bin", sagt der 49-Jährige im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung".

Gegen ihn als Privatperson laufe zwar ein Insolvenzverfahren, seine Firmen seien davon aber nicht betroffen, fügt der sechsmalige Grand-Slam-Gewinner an. Weiter bezeichnet Becker Medienberichte, wonach sich sein Schuldenstand auf mehr als 60 Millionen Euro belaufe, als falsch.

"Ich habe genügend nationale und internationale Partnerschaften, mit denen ich Erträge verdiene, die es mir erlauben, meine Mitarbeiter weiter pünktlich zu bezahlen und auch mein Leben in einem normalen Rahmen weiterzuführen", erklärt Becker.

12. November: Lilly räumt mit Scheidungsgerüchten auf

Neben seiner finanziellen Lage, geriet auch die Ehe von Boris Becker in die Schlagzeilen – aber Ehefrau Lilly beendet die Diskussionen. "Ich wünsche ihm alles Glück der Welt, Gesundheit und dass er endlich zur Ruhe kommt. Ich bin seit zwölf Jahren mit ihm zusammen und kann sagen: Er hat es verdient, dass alle seine Wünsche in Erfüllung gehen", sagt  Lilly der "Bild am Sonntag".

15. November: Abrechnung mit Deutschland

Boris Becker wurde 1967 in Leimen geboren und lebt seit knapp zehn Jahren in London. Zu seinem Heimatland hat er ein sehr angespanntes Verhältnis. "Ich werde wohl nicht mehr nach Deutschland zurückkommen. Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher. Mein Zuhause ist London", erklärt Becker im Gespräch mit der "Gala". 

Die ersten 17 Jahre habe Becker im nordwestlichen Baden-Württemberg "eine behütete und beschützte Kindheit erlebt" und fügt hinzu: "Bis ich am 7. Juli 1985 den Matchball in Wimbledon verwandelt habe. Seitdem wird mein Name in Deutschland instrumentalisiert, im Positiven wie im Negativen." 

22. November: Becker wird 50

Die deutsche Tennis-Legende wird 50 Jahre alt. „Wenn ich zurückblicke auf mein Leben, das macht man, glaube ich, zum ersten Mal mit 50 als Mann, dann habe ich mehr richtig gemacht als falsch", sagt Becker in der ARD-Dokumentation "Boris Becker – Der Spieler".

Anlässlich seines 50. Geburtstags äußert Becker den großen Wunsch, in Wimbledon begraben zu werden. Wimbledon, der Ort seines größten Triumphes. Sein einstiger Mentor Ion Tiriac sagt sogar: "Boris Becker wurde nicht in Leimen geboren. Er wurde in London geboren, an diesem Tag. Und ganz Deutschland hat ihn adoptiert."

23. November: Ex-Coach rechnet mit Becker ab

Boris Becker erhält von seinem ehemaligen Trainer Richard Schönborn zum 50. Geburtstag ein ganz besonderes „Geschenk“: Der 84-Jährige rechnet in einem Offenen Brief in der „Welt“ mit Becker ab.

"Du bist abgehoben. Die Millionen, der dauernde Kontakt mit den Größen dieser Welt, das High-Society-Leben, die Huldigungen, das allgemeine Überbewerten Deiner Person und vieles mehr hat Dich dazu gemacht, was Du heute bist. Du hast Dich nie richtig eingeschätzt, Du bist abgehoben, bist größenwahnsinnig geworden, hast die Selbstkontrolle und realistische Selbsteinschätzung verloren", so ein Auszug aus dem Offenen Brief.

Becker reagiert via Twitter und schreibt: "Herr Schönborn, ich habe großen Respekt vor ihrem Alter und glaube nicht dass sie auf Twitter sind, aber ich lasse sie in Frieden“.

28. November: Becker verklagt Ex-Manager

Keine Woche ohne Neuigkeiten zur finanziellen Lage von Boris Becker. Nur diesmal geht der ehemalige Weltklasse-Tennisspieler selbst in die Offensive und verklagt seinen ehemaligen Manager Sascha Rinne. Streitwert: 100.000 Euro. Prozessbeginn ist am 19. Januar 2018 vor der 5. Zivilkammer des Kölner Landgerichtes.

Becker wirft Rinne vor, einen mündlich geschlossenen Vertrag gebrochen zu haben. In diesem geht es um Aufträge, die Rinne seinem ehemaligen Klienten zwischen 2013 und 2017 verschaffen sollte. Durch diese Aufträge hätte Becker Honorare kassieren sollen, deren Höhe sich im genannten Streitwert bewegen soll.

3. Dezember: Emotionaler Auftritt bei Jauch

Beim RTL-Jahresrückblick "2017! Menschen, Bilder, Emotionen" mit Günter Jauch spricht Becker über das Pleite-Urteil des Londoner Gerichts im Juni dieses Jahres und die Unterstützung durch seine Familie in der schweren Zeit.

"Ich bemühe mich nach bestem Gewissen, dem Gläubiger, das ist die Bank, die Schulden zu zahlen. Aber wir streiten uns um die Zinsen. Sie wollen Zinsen im hohen zweistelligen Bereich, ich nicht, weil es anders ausgemacht war", sagt Becker.

Die Unterstützung seiner Familie sei für Becker in dieser Zeit besonders wichtig. "Ich habe ein offenes Verhältnis zu meinen Kindern. Meine Frau, meine Mutter und meine Schwester wollten natürlich alles wissen, denen habe ich die Fakten dargelegt. Sie sagen: Das ist ein Problem, aber wir unterstützen dich, du kommst da raus. Wenn ich die Familie im Rücken habe, kann mir eigentlich nichts passieren."

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