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ESC-Siegerin dokumentiert traumatische Flucht aus Kiew

Von t-online, jdo

Aktualisiert am 01.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Jamala: Die Sängerin ist aus der Ukraine geflüchtet.
Jamala: Die Sängerin ist aus der Ukraine geflüchtet. (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)
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Sängerin Jamala, die 2016 den Eurovision Song Contest gewann, ist mit ihren Kindern aus der Ukraine geflüchtet. Bei Instagram gewährt sie mit emotionalen Postings Einblicke.

"'Wenn Fremde in euer Haus kommen, wenn sie euch alle umbringen und sie sagen, sie tragen keine Schuld, wo ist euer Verstand? Die Menschlichkeit weint. Ihr denkt, ihr seid Götter, aber jeder stirbt. Verschluckt nicht meine Seele, unsere Seelen' – als ich diese Zeilen im Jahr 2014 verfasste, waren sie der Anfang des Liedes '1944'. Ich hätte nie gedacht, dass die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs wieder zur Realität werden würden", schreibt die ukrainische Sängerin Jamala bei Instagram.


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Vor sechs Jahren gewann Sussana Dschamaladinowa, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, mit diesem Lied beim Eurovision Song Contest in Stockholm. Sie sang von ihren Vorfahren, die unter Stalin 1944 von der Krim nach Zentralasien deportiert wurden. Nun musste die 38-Jährige ein ähnliches Schicksal am eigenen Leib erfahren. "Gestern Abend habe ich bei Bombenlärm in 15 Minuten alles zusammengerafft, wie meine Urgroßmutter in '1944', und mit den Kindern auf dem Arm die Wohnung verlassen", berichtete sie vor wenigen Tagen in einem Posting.

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Danach blieb es still auf ihrem Account. Nun meldete sich Jamala mit einem weiteren Beitrag zurück, schildert die traumatische Flucht aus ihrer Heimatstadt Kiew. Vier Tage habe sie mit ihren beiden kleinen Kindern im Auto verbracht, "ohne jegliche Verpflegung, an die im Schockzustand niemand auch nur dachte. Zwei Kilometer in vier Stunden – so sind wir vorangekommen."

"Frauen und Kindern haben alles zurückgelassen"

Der Grund: Millionen Menschen versuchten ebenfalls, das Land zu verlassen. "Frauen und Kindern haben alles zurückgelassen, ihre Wohnungen, ihr Hab und Gut... alles! Sie verließen ihre Männer, die ihr Land verteidigen, und rannten los, um ihre Kinder vor Granaten zu retten", schreibt die 38-Jährige weiter. Auch ihr Ehemann, Bekir Suleimanov, blieb zurück. Männer zwischen 18 und 60 Jahren dürfen das Land auf Anordnung der ukrainischen Regierung nicht mehr verlassen.

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"So viele Opfer, Verwundete, darunter auch kleine Kinder. Frauen, die in Kellern unter Bomben Babys zur Welt bringen", schildert Jamala in ihrem Text. Mittlerweile sei sie mit ihren Kindern bei ihrer Schwester in Istanbul angekommen. Sicher fühle sie sich nicht.

Sie appelliert: "Wir müssen Putins russischen Krieg stoppen! Steht der Ukraine bei. Helft uns, unser Land zu retten." Die Hoffnung will sie nicht aufgeben. "Ich glaube an unseren Präsidenten Selenskyj, unsere Armee, unsere starken, mutigen Männer und Frauen. Wir werden es schaffen! Die Ukraine wird nicht besiegt werden!"

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Von Steven Sowa
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