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So f├╝hren Autohersteller ihre Kunden hinters Licht

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 12.02.2020Lesedauer: 4 Min.
Mercedes-Neuwagen: Die Deutsche Umwelthilfe enttarnt "immer wieder ├Ąu├čerst erfinderische Werbel├╝gen".
Mercedes-Neuwagen: Die Deutsche Umwelthilfe enttarnt "immer wieder ├Ąu├čerst erfinderische Werbel├╝gen". (Quelle: Deutzmann/imago-images-bilder)
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Sie erfinden Effizienzklassen, stellen haarstr├Ąubende Vergleiche an: Laut eines Verbandes schrecken Autohersteller nicht davor zur├╝ck, ihre Kunden zu betr├╝gen. Vier Beispiele f├╝r "├Ąu├čerst erfinderische Werbel├╝gen".

Die Grenzen von Recht und Gesetz: Einige Autobauer scheinen sich von ihnen nicht aufhalten zu lassen. Diesen Vorwurf erhebt die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Der Verein pr├╝ft immer wieder die Aussagen der Hersteller daraufhin, ob sie erlaubt sind ÔÇô und ob sie stimmen. Dabei enttarne der Verein immer wieder erfinderische Werbel├╝gen.


Die saubersten Diesel Deutschlands

BMW Active Tourer 216d 6-Gang Manuell: 31.150 Euro, Verbrauch 4,8 Liter.
BMW Gran Tourer 216d Manuell: 32.400 Euro, Verbrauch 5,0 Liter.
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Das Fazit der Umweltsch├╝tzer zum Vorgehen der Konzerne: "Die Automobilhersteller betr├╝gen ihre Kunden systematisch." Auch gegen die Beh├Ârden von Bund und L├Ąndern erhebt die DUH schwere Vorw├╝rfe. Sie w├╝rden wegschauen und sich weigern, die schwerwiegenden Verst├Â├če zu verfolgen. Hier sind vier Beispiele f├╝r solche Fehltritte der Autohersteller.

Neue Effizienzklassen erfunden

Das Energieeffizienz-Label soll auf den ersten Blick zeigen, wie sauber ein Auto ist. Dazu gibt es eine farbige Skala: Sehr saubere Autos erhalten ein gr├╝nes A+, sehr schmutzige ein rotes G.

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So ein schmutziges rotes G will nat├╝rlich kein Autohersteller. Da w├Ąre es doch gut, wenn das G gar nicht so schmutzig w├Ąre.

Volkswagen erfand deshalb im Dezember 2011 kurzerhand eine neue Effizienz-Klasse, das H. Und schon sahen schmutzige Autos der Klasse G auf dem Label sauberer aus, als sie waren.

Noch weiter ging Cadillac: Die US-Marke schummelte gleich sechs neue Klassen auf das Label: H, I, J, K, L und M. Sp├Ąter endete das Label auch bei Hyundai pl├Âtzlich bei H statt bei G.

Offizielles ├ľkolabel: Die farbig abgestuften Effizienzklassen reichen von A bis G. Einzelne Hersteller erweiterten diese Klassen um bis zu sechs Buchstaben.
Offizielles ├ľkolabel: Die farbig abgestuften Effizienzklassen reichen von A bis G. Einzelne Hersteller erweiterten diese Klassen um bis zu sechs Buchstaben. (Quelle: VCD)

Laut der DUH wollten weder Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) noch Niedersachsens damals amtierender Umweltminister Hans-Heinrich Sander (ÔÇá 2017, FDP, R├╝cktritt 2012) gegen diese F├Ąlschungen vorgehen. Stattdessen stoppten die Verbrauchersch├╝tzer den Etikettenschwindel.

"Emissionen auf Minimum reduziert"?

Das klang vielversprechend: "BlueTec reduziert die Emissionswerte unserer hochmodernen Dieselmotoren auf ein Minimum." So bewarb Mercedes seine C-Klasse (Modell C 220 BlueTec).

Messungen zeigten das Gegenteil: Der Mercedes hat die erlaubten Stickoxid-Grenzwerte um das 28-fache ├╝berschritten, sagt die DUH. Von allen untersuchten Autos schnitt die C-Klasse damit am schlechtesten ab.

Die Mercedes-Ansage ÔÇô eine Werbel├╝ge? Das lie├č die DUH vor Gericht kl├Ąren. Dort pr├Ąsentierte Daimler eine erstaunliche Erkl├Ąrung f├╝r sein vollmundiges Versprechen: "Reduzierung auf ein Minimum" ÔÇô das bezog sich nicht auf die sauberen Motoren der Konkurrenz. Gemeint war viel mehr: der Vergleich mit den anderen Mercedes-Motoren. Denn diese seien eben noch schmutziger.

Dass illegale Abschalteinrichtungen in dem Auto stecken, bestritt der Hersteller. Sp├Ąter best├Ątigte hingegen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) intern die DUH-Untersuchungen: Drei Millionen Mercedes-Autos seien mit illegalen Abschalteinrichtungen manipuliert worden.

Spitzenmodell verbraucht nichts?

Noch einmal Mercedes: Als die Luxusmarke 2013 ihre neue S-Klasse herausbrachte, waren Zeitungen und Plakatw├Ąnde voll mit Anzeigen. Sie erkl├Ąrten, wie sch├Ân das Auto sei, wie bequem ÔÇô und wie sauber. Seltsam: Die Angaben zu Verbrauch und Schadstoffen stimmten ├╝berhaupt nicht. Die miesen Werte des Topmodells fehlten gleich komplett ÔÇô ein "knallharter Betrug", so die DUH.

Die Umweltsch├╝tzer wollten die Sache zun├Ąchst au├čergerichtlich kl├Ąren. Mercedes habe sich aber geweigert, die Angaben zu korrigieren. Daraufhin setzte die DUH eine einstweilige Verf├╝gung und ein Ordnungsgeld durch ÔÇô das ├╝brigens in die Staatskasse floss.

Sauber f├╝r 21 Minuten

Einen "geringen Aussto├č an Emissionen" verspricht Fiat f├╝r seinen 500X. Wenn das ├╝berhaupt stimmt, dann wohl nur f├╝r kurze Zeit. Denn nach 21 Minuten schalte sich die Abgasreinigung des SUVs komplett aus, so die DUH. Warum nach 21 Minuten? Weil die Abgasmessungen auf dem Pr├╝fstand genau 20 Minuten dauern. Anschlie├čend sto├če der Fiat bis zu 22-mal so viele Emissionen aus wie erlaubt.

Das Bundesverkehrsministerium best├Ątigte sp├Ąter: Diese Abschalteinrichtung ist illegal. Zudem k├Ânne das Ministerium empfindliche Strafen gegen den Autobauer verh├Ąngen ÔÇô bis zu 5.000 Euro je Auto.

Das haben die zust├Ąndigen Vollzugsbeh├Ârden laut der DUH aber bis heute nicht getan.

Bundesgerichtshof st├Ąrkt DUH den R├╝cken

Die Deutsche Umwelthilfe wird h├Ąufig als Klageverband bezeichnet, da ihre juristischen Ma├čnahmen zu etlichen Fahrverbotsurteilen in ganz Deutschland gef├╝hrt haben. Dabei geht es um Luftreinheitswerte, die in etlichen Innenst├Ądten weit ├╝berschritten werden.

Gegner hat die DUH deshalb zur Gen├╝ge, etwa in der Autoindustrie und der CDU. Sie behaupten, die Organisation w├╝rde mit Abmahnungen viel Geld verdienen. Was sie verschweigen: Die DUH ist ein gemeinn├╝tziger Verein und darf als solcher ├╝berhaupt keine Gewinne machen.

Dass die Arbeit der DUH rechtens sei, best├Ątigte in der vergangenen Woche der Bundesgerichtshof (BGH). Er sprach die Organisation vom Vorwurf des Rechtsmissbrauchs frei.

Autohaus Felix Kloz: Der Mercedes-H├Ąndler aus dem Raum Stuttgart wollte der DUH Profitabsichten und unzul├Ąssige Querfinanzierungen nachweisen. Unterst├╝tzung erhielt er von Seiten des Kfz-Gewerbes. Das Vorhaben misslang.
Autohaus Felix Kloz: Der Mercedes-H├Ąndler aus dem Raum Stuttgart wollte der DUH Profitabsichten und unzul├Ąssige Querfinanzierungen nachweisen. Unterst├╝tzung erhielt er von Seiten des Kfz-Gewerbes. Das Vorhaben misslang. (Quelle: Marijan Murat/dpa-bilder)

Geklagt hatte ein Mercedes-H├Ąndler. Mit Unterst├╝tzung des Kfz-Gewerbes wollte er der DUH Profitabsichten und unzul├Ąssige Querfinanzierungen nachweisen.


Zuvor war seine Firma selbst von der DUH abgemahnt worden: Die Felix Kloz GmbH hatte laut DUH falsch ├╝ber Kraftstoffverbrauch und CO2-Aussto├č eines Neuwagens informiert.

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