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Auto – Absatz in Europa: Diese Marke hängt alle ab

Bester Oktober seit zehn Jahren  

Europa-Absatz: Diese Marke hängt alle ab

20.11.2019, 09:19 Uhr
Auto – Absatz in Europa: Diese Marke hängt alle ab. Neuwagen in der VW-Autostadt: Der Wolfsburger Konzern konnte seinen Absatz im Oktober EU-weit deutlich erhöhen. (Quelle: imago images/Gerd Rettinghaus)

Neuwagen in der VW-Autostadt: Der Wolfsburger Konzern konnte seinen Absatz im Oktober EU-weit deutlich erhöhen. (Quelle: Gerd Rettinghaus/imago images)

Der Absatz ganz oben, die Stimmung ganz unten. Europas Hersteller verkaufen so viele Autos wie lange nicht. Zum Jubeln ist dennoch niemandem zumute. Woran das liegt und wer der große Absatz-Meister ist.

Knapp 1,2 Millionen Neuwagen kamen allein im Oktober EU-weit auf die Straßen. Das sind 8,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Außerdem ist es der höchste Oktoberabsatz seit 2009. Das meldet der Acea in Brüssel.

Trotz Zuwachs kein Grund zur Freude

Allerdings liefert der Branchenverband auch eine Erklärung für den Anstieg. Und die heißt WLTP. Im Herbst 2018 wurde der neue Standard zur Verbrauchsmessung eingeführt und damit das jahrzehntealte Messverfahren NEFZ abgelöst. Das war lange bekannt – und überforderte dennoch manche Autohersteller.

Sie hatten viele ihrer Modelle nicht rechtzeitig nach dem neuen Standard zertifiziert und mussten sie deshalb aus dem Angebot nehmen.

WLTP und NEFZ
WLTP: Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure (Weltweit einheitliches Leichtfahrzeug-Testverfahren)
NEFZ: Neuer Europäischer Fahrzyklus
Der neue Standard WLTP ersetzte das 26 Jahre alte Verfahren NEFZ. Er soll die Autohersteller endlich zu glaubwürdigeren Verbrauchsangaben zwingen. Realistisch sind sie trotzdem nicht. Dafür haben die Konzerne gesorgt – sie waren an der Entwicklung des neuen Testverfahrens beteiligt.

Deshalb waren die Verkäufe im Oktober 2018 um mehr als sieben Prozent eingebrochen. Letztlich wurde nun, ein Jahr später, mit dem Rekordzuwachs vor allem diese Absatzdelle ausgebeult – die Hersteller haben es in der Zwischenzeit geschafft, die betroffenen Modelle nach WLTP zu zertifizieren.

Auf diesen "statistischen Effekt" weist auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin hin. Nun mache sich demnach "die volle Verfügbarkeit der Modelle bemerkbar." Deshalb reagiert die Branche verhalten auf den Rekordzuwachs.

Einbruch auch in China

Allerdings gibt es dafür noch einen weiteren Grund. In China nämlich gingen die Verkaufszahlen im Oktober erneut zurück – um sechs Prozent auf 1,9 Millionen Neuwagen. In den ersten zehn Monaten des Jahres liegt der Rückgang sogar bei elf Prozent. 16,9 Millionen Autos wurden in dieser Zeit auf dem größten Absatzmarkt der Welt verkauft.
 

 
Die Absatz-Meister im Oktober

Nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen EU liegt VW mit großem Abstand vorn. Beinahe jeden vierten Neuwagen verkaufte im Oktober eine der Konzernmarken. Insgesamt setzten die Wolfsburger und ihre Tochtermarken fast 300.000 Autos ab. BMW liegt auf Platz 5, Daimler und Ford dicht dahinter. Opel wurde 2017 an den französischen PSA-Konzern verkauft, der Platz 2 belegt.

RangKonzernAbsatzVeränderung ggü.
Oktober 2018
Marktanteil
1VW (Audi, Seat, Skoda usw.)293.077+30,8 Prozent24,9 Prozent
2PSA (Peugeot, Opel usw.)178.475-5,1 Prozent15,2 Prozent
3Renault (Dacia, Lada usw.)119.275+13,2 Prozent10,1 Prozent
4Hyundai (Hyundai, Kia)85.28+7,7 Prozent7,3 Prozent
5BMW (BMW, Mini)84.379+2,5 Prozent7,2 Prozent
6Daimler (Mercedes, Smart)82.765-0,02 Prozent7,0 Prozent
7Ford74.695-0,03 Prozent6,3 Prozent
8FCA (Fiat, Jeep, Chrysler usw.)66.408+2,7 Prozent5,6 Prozent
9Toyota (Toyota, Lexus)64.533+11 Prozent5,5 Prozent
10Nissan27.075+3,7 Prozent2,3 Prozent
11Volvo26.554+4,4 Prozent2,3 Prozent
12Mazda20.965+27,9 Prozent1,8 Prozent
13Jaguar Land Rover15.603-12,8 Prozent1,3 Prozent
14Mitsubishi10.201-14,5 Prozent0,9 Prozent
15Honda7.461-12,8 Prozent0,6 Prozent
Verwendete Quellen:
  • Autoverband ACEA
  • Nachrichtenagentur dpa

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