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Hallo, Taxi! Das sind die Ikonen im Stadtverkehr

Von dpa
18.03.2022Lesedauer: 4 Min.
E wie EinprĂ€gsam: Die E-Klasse von Mercedes und ihre VorgĂ€nger prĂ€gten ĂŒber Jahrzehnte das Bild vom Taxi in Deutschland.
E wie EinprĂ€gsam: Die E-Klasse von Mercedes und ihre VorgĂ€nger prĂ€gten ĂŒber Jahrzehnte das Bild vom Taxi in Deutschland. (Quelle: Henrik Morlock/Daimler AG/dpa-tmn./dpa)
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Stuttgart/London (dpa/tmn)- Es war ein Aufschrei, der es bis auf die Titelseiten der Tagespresse geschafft hat. Als Anfang MĂ€rz ruchbar wurde, dass Mercedes die E-Klasse kĂŒnftig nicht mehr als Taxi anbieten wolle, brach fĂŒr manchen fast eine Welt zusammen.

Immerhin hat die Limousine aus Stuttgart genau wie ihre VorgĂ€nger etwa aus der Baureihe W 123 im RAL-Farbton 1015 Hellelfenbein ĂŒber Jahrzehnte das Bild von Berlin, MĂŒnchen, Frankfurt oder Stuttgart geprĂ€gt.

Und damit zugleich den guten Ruf der Marke. "Denn was sich in harten Alltag der Taxler ĂŒber Millionen Kilometer bewĂ€hrt, das wird auch im Privatbereich halten", sagt Hans-Georg Marmit von der SachverstĂ€ndigenorganisation KÜS ĂŒber den Imagetransfer. Er erinnert an Zeiten, in denen Stuttgarter Taxifahrer sogar zu Entwicklungshelfern wurden und Wochen vor dem Verkaufsstart mit Vorserienfahrzeugen durch die Stadt kreuzen durften.

Taxi - mehr als nur eine Stufenhecklimousine

Alles aus und vorbei? Zwar wiegelt Mercedes ab und will sich keineswegs gĂ€nzlich aus dem gewerblichen Personentransport verabschieden. Doch die Zeiten, in denen die E-Klasse auf den Vorfahrten von FlughĂ€fen und Bahnhöfen einen Marktanteil von teilweise ĂŒber 80 Prozent hatte, sind ohnehin lĂ€ngst vorbei.

Preiswerte Kombis, sparsame Hybridlimousinen aus Japan und auffÀllig viele Teslas haben sich bereits in die Flotte gemischt. Und selbst Mercedes verkauft den Taxlern mittlerweile erstaunlich viele Vans aus der B- oder der V-Klasse anstelle des klassischen Stufenhecks als Taxiversion, bestÀtigt ein Sprecher.

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Die Stuttgarter Limo als Synonym fĂŒr das Taxi? Damit ist Mercedes im internationalen Vergleich nicht allein. Weltweit haben sich ein paar Ikonen am Taxistand fest ins GedĂ€chtnis von Urlaubern und GeschĂ€ftsreisenden eingebrannt und gehören lĂ€ngst zum Stadtbild.

I love NY und seine Yellow Cabs

New York ist ohne seine Yellow Cabs genauso wenig vorstellbar wie ohne das Empire State Building oder die Freiheitsstatue - selbst wenn die Flotte immer mal wieder ausgewechselt wurde. Das legendÀre Checker Cab ist genau wie der Ford Crown Victoria nur noch als Oldtimer unterwegs. Das schwarze London Cab gehört zur britischen Hauptstadt wie der Buckingham Palace oder die Tower Bridge.

Tokyo ist fest mit dem Nissan Cedric verbunden. Weder Bangkok noch Manila wĂ€ren komplett, wenn nicht stets ein Tuk Tuk um die Ecke knatterte. Und auch in Delhi oder Mumbai wĂŒrde etwas fehlen, wenn dort nicht ĂŒberall ein Hindustan Ambassador auf Basis des alten Morris Oxford auf Passagiere warten wĂŒrde.

Klassiker fĂŒrs Gewerbe

Dabei sind einige dieser Fahrzeuge viel stĂ€rker mit dem Taxi-Gewerbe verwoben als die E-Klasse: Nissan zum Beispiel baut den altertĂŒmlich aussehenden Cedric bis heute eigens fĂŒr den Einsatz als Taxi. FĂŒr das PrivatgeschĂ€ft wurde er schon in den 1960ern eingestellt.

Und auch das London Cab wurde anfangs ausschließlich als Taxi verkauft. Erst seit die Geely-Tochter LEVC das GeschĂ€ft ĂŒbernommen und eine Elektroversion mit Range Extender vorgestellt hat, stellen die Briten das GeschĂ€ft auf breitere FĂŒĂŸe.

Sie haben nach Angaben des Herstellers nicht nur einen Linkslenker fĂŒr den Export aufgelegt, sondern bauen auch einen Kleintransporter und sogar ein Freizeitmobil auf Basis des Taxis.

Die letzten KĂ€fer sind auch ausgestorben

Der Wandel, der in Deutschland jetzt zum Aus des E-Klasse-Taxis fĂŒhrt, hat allerdings auch andernorts bereits zugeschlagen - und oft schon viel frĂŒher. Checker als der Taxi-Hersteller in den USA schlechthin ist bereits in den 1980ern vom Markt verschwunden.

In Mexico City haben verschĂ€rfte Umwelt- und Sicherheitsgesetze auch die letzten von Zigtausenden VW KĂ€fern aus dem Taxi-Dienst getrieben. Und die Taxi and Limousine Commission von New York hat vor gut zehn Jahren mit der Wahl des Kleinbusses Nissan NV200 zum "Taxi of Tomorrow" ebenfalls nachhaltig ins Straßenbild eingegriffen.

Ein Ende des Umbruchs ist nicht abzusehen. Im Gegenteil geht der jetzt erst richtig los, glauben zumindest Experten wie Wolfgang Bernhart von der Unternehmensberatung Roland Berger. Er erwartet einen Boom von autonomen Taxen und sogenannten Robo-Shuttles. Da komme eine neue Generation von Fortbewegungsmittel auf uns zu, die zu einer neuen Art von individueller MobilitĂ€t fĂŒhren werde. Er zieht Parallelen zu jener Zeit, als aus der motorisierten Droschke das Auto wurde, wie wir es bis heute kennen.

Die neuen Fahrzeuge sind schon im Anrollen

DafĂŒr wird es dann auch spezielle Fahrzeuge brauchen. Und diese fahren auch seit einigen Jahren - erst als Designstudien und mittlerweile auch als Prototypen - ĂŒber Messen wie die CES in Las Vegas oder die IAA in MĂŒnchen. WĂ€hrend einige Hersteller wie VW dabei auf herkömmliche Modelle setzen und zum Beispiel den ID.Buzz entsprechend umrĂŒsten, entwickeln andere wie die Google-Tochter Waymo gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Zeekr ganz neue Modelle, die nur als Robotaxen fahren sollen.

Angesichts dieser gravierenden VerĂ€nderungen kommt die Mercedes E-Klasse noch ganz gut weg: Denn wĂ€hrend das Taxi-Modell auslĂ€uft, arbeiten die Schwaben fĂŒr alle anderen Kunden an einer neuen Generation der Limousine. Die soll 2023 zur Probefahrt bereitstehen, so ein Mercedes-Sprecher. Nur dann eben ausschließlich beim HĂ€ndler und nicht mehr speziell fĂŒr den Taxistand.

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