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YouTube duldet keine Anti-Impf-Propaganda mehr

Neue Richtlinie  

YouTube duldet keine Anti-Impf-Propaganda mehr

29.09.2021, 18:21 Uhr
. YouTube-Logo: Die Videoplattform blockiert ab sofort Anti-Impf-Propaganda. (Quelle: Reuters/Lucy Nicholson/File Photo)

YouTube-Logo: Die Videoplattform blockiert ab sofort Anti-Impf-Propaganda. (Quelle: Lucy Nicholson/File Photo/Reuters)

Nächster Schlag von YouTube: Einen Tag nach der Sperrung deutschsprachiger Kanäle von RT (Russia Today) wird Anti-Impf-Propaganda der Saft abgedreht.

YouTube verbannt Aktivisten, die gezielt mit Falschinformationen gegen Impfungen Stimmung machen, und will auch entsprechende Inhalte nicht mehr dulden. Wie das Unternehmen am Mittwoch in einem Blogpost mitteilte, hat es neue Richtlinien zum Thema Impfstoffe erarbeitet. Das sei ein "wichtiger Schritt, um Fehlinformationen zu Impfstoffen und Gesundheit auf unserer Plattform zu bekämpfen".

Anti-Impf-Ikone sprach in Deutschland

Damit weitet das Unternehmen aus, was es an Erfahrungen aus dem Umgang mit Falschinformationen zu Covid-19-Impfungen gesammelt hat. Laut "New York Times" ist unter anderem Robert F. Kennedy betroffen, der die Organisation "Children's Health Defense" leitet und bei der größten "Querdenker"-Demo in Berlin am 29. August 2020 der gefeierte Hauptredner war. Er hat etwa die Impfung gegen Kinderlähmung mit Autismus in Verbindung gebracht.

Bei seinem Aufenthalt in Deutschland gründete er mit europäischen Impfgegnern einen Ableger seines Vereins. Kennedy ist Neffe des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, seine Familie hatte vor ihm gewarnt: Beim Thema Impfen liege er "tragisch falsch". Sie macht die von ihm verbreiteten Falschinformationen für Masernausbrüche in den USA verantwortlich.

Impfgegner: Robert F. Kennedy war Hauptredner in Berlin. YouTube verbannt ihn nun im Zuge neuer Regeln. (Quelle: Imago)Impfgegner: Robert F. Kennedy war Hauptredner in Berlin. YouTube verbannt ihn nun im Zuge neuer Regeln. (Quelle: Imago)

YouTube erklärt in der Mitteilung, man habe gesehen, wie Fehlinformationen über Coronavirus-Impfstoffe dazu führten, dass auch das Vertrauen in Impfstoffe allgemein untergraben wird. In den neuen Richtlinien geht es um jene Impfstoffe, "die von lokalen Gesundheitsbehörden und der WHO als sicher und wirksam bestätigt sind". Über solche Mittel werde teilweise allerdings behauptet, dass sie zu Krebs, Autismus oder Unfruchtbarkeit führten. "Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem es wichtiger denn je ist, die Arbeit, die wir mit COVID-19 begonnen haben, auf andere Impfstoffe auszuweiten", heißt es. 

Bereits in der Vergangenheit hatte YouTube Videos entfernt, in denen Scharlatane vermeintliche Wundermittel wie Terpentin oder Chlorbleiche zur Behandlung empfahlen. In der Corona-Pandemie hatte YouTube bereits seine Richtlinien ausgeweitet und ein Regelwerk mit zehn Punkten zu medizinischen Fehlinformationen zu Covid-19 verfasst.

YouTube entfernte mehr als 130.000 Videos

Bei Verstößen werden Videos gesperrt und Nutzer verwarnt. In der Pandemie hat YouTube nach eigenen Angaben mehr als 130.000 Videos wegen entsprechender Verstöße entfernt. Einige der Nutzer sind deshalb zu anderen Plattformen abgewandert.

YouTube räumt dabei durchaus die Entstehung eines Spannungsfeldes ein: "Engagement für eine offene Plattform" sei das eine. Das müsse aber in Einklang gebracht werden mit der "Notwendigkeit, ungeheuerliche schädliche Inhalte zu entfernen". Dazu habe sich das Unternehmen mit lokalen und internationalen Gesundheitsorganisationen sowie Experten beraten und stütze sich auf den medizinischen Konsens.

Die Richtlinien führen bisher dazu, dass etwa die Übertragung von Reden auf "Querdenker"-Bühnen bereits zu Verwarnungen oder bei wiederholten Verstößen zur Sperrung der Kanäle führen kann, wenn dort etwa Worte wie "Giftspritze" für die Impfung fallen. Der russische Staatssender RT Deutsch hat solche Demonstrationen unkommentiert gestreamt – unter anderem auch Kennedy in Berlin.

Verwicklungen nach Sperre von RT

Am Dienstag hatte YouTube die Sperrung der deutschsprachigen Kanäle von RT verkündet. Begründet wurde das mit "schweren oder wiederholten" Verstößen gegen die Community-Richtlinien. RT war zuvor offenbar nach Sanktionen für einen Kanal auf einen anderen ausgewichen.

Das hat internationale Verwicklungen ausgelöst: Das russische Außenministerium drohte nach der Sperrung mit Konsequenzen für in Russland arbeitende deutsche Medien. Die Bundesregierung stellte klar, dass sie nichts mit der Sperrung der Videokanäle zu tun habe und das eine Entscheidung des US-Unternehmens gewesen sei.

RT steht im Westen als Propagandainstrument des Kremls in der Kritik. Zentraler Vorwurf: Der Sender verbreite im Auftrag des russischen Staates Verschwörungstheorien und Desinformation. RT wehrt sich gegen diese Darstellung.

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