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Richtig kündigen: Lebensversicherung auszahlen lassen

Richtig kündigen  

Lebensversicherung auszahlen lassen: Worauf Sie achten sollten

25.06.2018, 14:23 Uhr | ae, t-online.de, dpa

Richtig kündigen: Lebensversicherung auszahlen lassen. Lebensversicherung  (Quelle: imago images/Schönig)

Versicherungsschein: Achten Sie vor dem Abschluss der Lebensversicherung darauf, dass nicht immer eine Auszahlung möglich ist. (Quelle: Schönig/imago images)

Wer seine Lebensversicherung kündigen und sich auszahlen lassen möchte, erlebt häufig eine böse Überraschung. Denn der erhoffte Geldsegen entpuppt sich in der Regel als viel kleiner als erwartet. Worauf Sie bei der Kündigung der Lebenspolice achten sollten, und welche Alternativen sich dazu anbieten, erfahren Sie hier.

Es gibt verschiedene Lebensversicherungen als Altersvorsorge, die rechtlich unterschiedlich gehandhabt werden. Wenn Sie eine Risikolebensversicherung abgeschlossen haben, sollten Sie beachten, dass eine Auszahlung grundsätzlich nicht möglich ist. Die Versicherungssumme wird nur im Todesfall des Versicherungsnehmers an dessen Hinterbliebene ausgezahlt. 

Anders sieht es aus, wenn Sie sich Ihre Kapitallebensversicherung auszahlen lassen möchten. Hier bilden Sie mit Ihren Beiträgen ein Kapital, das nach der Vertragslaufzeit beispielsweise als private Altersvorsorge oder auch als Einmalzahlung ausgezahlt wird. Wenn Sie Ihre Lebensversicherung vorzeitig kündigen wollen, informieren Sie sich vorab genau, ob sich dieser Schritt lohnt.

Frühe Kündigung bedeutet oft hohe Verluste

Bereits beim Abschluss einer Lebensversicherung fallen eine Reihe von Gebühren an. Diese verteilen sich jedoch nicht gleichmäßig über die Vertragslaufzeit, sondern werden mit Ihren ersten Beiträgen verrechnet. Die Folge: In den ersten Jahren sammeln Sie nur wenig Kapital an.

Wollen Sie sich bereits nach wenigen Jahren Ihre Lebensversicherung auszahlen lassen, liegt die Auszahlungssumme deshalb in der Regel weit unter dem Betrag, den Sie bis dahin mit Ihren monatlichen Beiträgen eingezahlt haben. Hinzu kommt meist auch noch eine Stornierungsgebühr. Sie machen also ein unvorteilhaftes Minusgeschäft.

Rendite ist nicht immer steuerfrei

Meist können Sie eine angemessene Rendite nur dann erwarten, wenn die festgelegte Laufzeit beendet ist. Zudem gewährt der Staat steuerliche Vorteile bei der Auszahlung nur unter bestimmten Voraussetzungen. Haben Sie Ihre Lebensversicherung vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen, kann der Betrag unter Umständen komplett steuerfrei ausbezahlt werden.

Für danach abgeschlossene Versicherungen ist hingegen nur die Hälfte der Erträge steuerfrei. Die allerdings auch nur, wenn die Auszahlung nach dem 60. Lebensjahr (für Neuverträge ab 2012 das 62. Lebensjahr) erfolgt, die Summe in einem Betrag ausgezahlt wird und der Vertrag eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren hat. 

Problematisch ist, dass die Versicherungsunternehmen Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent auf den gesamten Kapitalertrag einbehalten und an das Finanzamt abführen müssen. Die hälftige Steuerbefreiung berücksichtigen sie selbst bei Vorliegen der Voraussetzungen nicht. Zu viel bezahlte Kapitalertragsteuer können Sie dann nur über die Abgabe einer Einkommensteuererklärung für das betreffende Jahr zurückholen, erläutert der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Allerdings kommt dann nicht mehr der feste Steuersatz von 25 Prozent, sondern der individuelle Steuersatz des Steuerpflichtigen zur Anwendung.

Selbst bei Steuerpflichtigen mit hohem Einkommen ist diese Berechnung über die Einkommensteuerveranlagung günstiger und führt meist zu einer Steuererstattung. "Steuerpflichtige, die solch eine Auszahlung aus der Lebensversicherung im Jahr 2017 erhalten haben, sollten unbedingt eine Einkommensteuererklärung für 2017 abgeben und die Erträge aus der Lebensversicherung erklären", so der Bundesverband. Sie sind zwar nur wegen der Auszahlung der Lebensversicherung nicht dazu verpflichtet, bezahlen aber sonst unter Umständen zu viel an Steuern.

In der Einkommensteuerveranlagung wird auch der Sparerpauschbetrag von 801 beziehungsweise bei Zusammenveranlagten von 1.602 Euro vorrangig bei den Erträgen aus der Lebensversicherung angesetzt. Der Ansatz des Sparerpauschbetrages bei der Lebensversicherung ist aber fast immer günstiger als der Ansatz des Sparerpauschbetrages bei den sonstigen Kapitalerträgen, die der Abgeltungsteuer unterliegen.

Alternativen zur Auszahlung der Lebensversicherung

Finanziell ertragreicher kann es sein, die Lebensversicherung auf dem sogenannten Zweitmarkt zu verkaufen. Dabei übernimmt ein anderer Ihren Versicherungsvertrag und zahlt die monatlichen Beiträge weiter an die Versicherung. Der Vorteil: Die Stornogebühr fällt in der Regel weg und der Verkaufspreis ist deutlich höher als der Auszahlungsbetrag bei einer Kündigung. Der Käufer kann später dann von den am Vertragsende ausgezahlten Schlussüberschussprämien profitieren. Achten Sie jedoch darauf, dass bei der Übernahme keine Gebühren anfallen.

Sollte ein finanzieller Engpass Grund dafür sein, dass Sie Ihre Lebensversicherung kündigen und sich auszahlen lassen wollen, kommen weitere Alternativen in Betracht. Wer nur kurzzeitig Geld einsparen muss, kann sich die Versicherung beispielsweise beitragsfrei stellen lassen und die monatlichen Raten vorübergehend aussetzen. Auch eine Beleihung des Rückkaufwertes ist möglich. Die anfallenden Zinsen sind in der Regel günstiger als die von Raten- oder Dispokrediten.

Wann sich eine Auszahlung lohnen kann

Grundsätzlich sollten Sie beachten, dass es sich nur in wenigen Fällen finanziell lohnt, wenn Sie sich die Lebensversicherung auszahlen lassen. Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg gibt im Handelsblatt folgenden Hinweis: "Wenn man einen Kredit bedienen muss oder ständig im Dispo ist, ist es absurd, eine Lebensversicherung zu haben. Eine Kredittilgung mit dem Rückkaufswert und den ersparten Prämien ist wirtschaftlich sinnvoller.“ Ob dies auf Sie zutrifft, sollten Sie allerdings vorher von einem Experten berechnen lassen.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Handelsblatt
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
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