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F√ľr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgf√§ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Urlaub steht allen zu ‚Äď aber oft ist unklar, wie viel

Von dpa, t-online, cch

Aktualisiert am 07.01.2020Lesedauer: 5 Min.
In Gedanken im Urlaub: Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf vier Wochen Erholungsurlaub.
In Gedanken im Urlaub: Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf vier Wochen Erholungsurlaub. (Quelle: Indiapicture/imago-images-bilder)
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Wie viel Urlaub einem Arbeitnehmer zusteht, ist gew√∂hnlich im Arbeitsvertrag oder tariflich geregelt. Doch wie viele Urlaubstage bleiben beispielsweise bei einer K√ľndigung? Auch bei Teilzeitkr√§ften und Minijobbern ist oft nicht klar, wie viel Urlaub sie nehmen d√ľrfen. Was sagt das Gesetz?

Das Wichtigste im √úberblick


Jeder Beschäftigte hat Anspruch auf Urlaub. Die Dauer regelt das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Das Gesetz soll sicherstellen, dass alle Werktätigen pro Jahr eine Erholungszeit von vier Wochen ohne Einkommensverlust erleben können.

Als Urlaubstage z√§hlen die Wochentage, die weder Sonntage noch gesetzliche Feiertage sind. Im BUrlG ¬ß 3, Abs. 1 hei√üt es, dass der j√§hrliche Mindestanspruch 24 Werktage betr√§gt. Dabei geht der Gesetzgeber allerdings noch von einer Sechs-Tage-Woche aus, in der auch der Samstag als Arbeitstag z√§hlt. Da Arbeitnehmer in Vollzeit in der Regel eine F√ľnf-Tage-Woche haben, bedeutet das: Sie haben gesetzlich einen Anspruch auf 20 Urlaubstage pro Jahr.

Das ist der gesetzliche Mindesturlaub

In einer F√ľnf-Tage-Woche stehen dem Arbeitnehmer 20 Werktage zu, in einer Vier-Tage-Woche sind es 16. In einigen Branchen oder Unternehmen und in Abh√§ngigkeit von den jeweiligen Tarifvertr√§gen kommt es jedoch zu einem abweichenden Urlaubsanspruch, der die gesetzlichen Vorgaben √ľbersteigt.

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Sonderregelungen f√ľr Azubis und Schwerbehinderte

Die Dauer des Urlaubs ist f√ľr einige Personengruppen abweichend geregelt: Bei einer F√ľnf-Tage-Woche haben Schwerbehinderte Anspruch auf weitere f√ľnf Tage Urlaub pro Jahr. Auszubildende unter 17 Jahren d√ľrfen sich auf j√§hrlich 23 Urlaubstage freuen. Mitarbeitern unter 16 Jahren stehen 25 Tage zu und unter 18 Jahren sind es 21 Urlaubstage.

Urlaubsanspruch in der Probezeit

Den Anspruch auf Urlaub erwerben Besch√§ftigte im Laufe des Arbeitsjahres nach Ablauf einer halbj√§hrigen Wartezeit. Dies ist besonders w√§hrend der Probezeit zu beachten: Pro Monat erwirbt der Arbeitnehmer 1/12 des Jahresurlaubsanspruchs. Besteht das Besch√§ftigungsverh√§ltnis mindestens sechs Monate, hat der Arbeitnehmer den vollen Urlaubsanspruch erworben. Der Anspruch verf√§llt nach dem 31. M√§rz des Folgejahres. Wer erst nach diesem Zeitpunkt seinen Resturlaub nehmen m√∂chte, ben√∂tigt daf√ľr die Zustimmung seines Arbeitgebers.

Urlaubsanspruch bei K√ľndigung

Im Allgemeinen ist eine Ersatzleistung anstelle des Urlaubs nicht statthaft. Eine Regelung "Geld statt Urlaub" kommt nur im Falle einer K√ľndigung infrage. Bis zum Ende der Besch√§ftigungsdauer erwirbt der Arbeitnehmer fortlaufend Anspruch auf Jahresurlaub. Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben dann die Wahl, den Mitarbeiter f√ľr die Zeit des bestehenden Anspruchs freizustellen ‚Äď der Mitarbeiter nimmt seinen Urlaub wahr ‚Äď oder das Geld auszubezahlen.

Bei K√ľndigung gelten Regelungen zur Wartezeit: F√§llt die Beendigung des Arbeitsverh√§ltnisses in die ersten sechs Monate eines Jahres, erwirbt der Arbeitnehmer einen anteiligen Rechtsanspruch. Er hat nach ¬ß 5, Abs. 1c BUrlG erst dann den vollen Urlaubsanspruch, wenn das Besch√§ftigungsverh√§ltnis nach dem 30. Juni eines Jahres endet. In einigen F√§llen kann es vorkommen, dass ein Besch√§ftigungsverh√§ltnis innerhalb des ersten Kalenderhalbjahres ausl√§uft und der Arbeitnehmer bereits einen Teil seines Urlaubs genommen hat.

√úbersteigt die Dauer des Urlaubs die bis zum Zeitpunkt der Beendigung des Vertrages erworbenen Anspr√ľche, kann der Arbeitgeber diese Zeit nicht zur√ľckfordern. Auch das gezahlte Entgelt w√§hrend des Urlaubs darf er nicht verrechnen. Grunds√§tzlich kann dieser Fall jedoch nur eintreten, wenn ein Mitarbeiter insgesamt l√§nger als sechs Monate im Unternehmen besch√§ftigt war.

Wechselt ein Arbeitnehmer im laufenden Kalenderjahr den Arbeitgeber, k√∂nnte es zu √úberschneidungen beim Urlaubsanspruch kommen. Eine Urlaubsbescheinigung des alten Arbeitgebers sch√ľtzt sowohl den neuen Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer davor.

Urlaubsanspruch im Mutterschutz

Zum Wohl der werdenden Mutter und des ungeborenen Kindes sieht das Mutterschutzgesetz eine Freistellung von Mitarbeiterinnen von der Arbeit vor. Im Allgemeinen betr√§gt die Dauer des Mutterschutzes 14 Wochen. F√ľr den Eintritt in den Mutterschutz ist der errechnete Geburtstermin ma√ügeblich. Abweichungen ergeben sich, wenn das Kind zu einem fr√ľheren oder sp√§teren Zeitpunkt geboren wird.

Nach der Entbindung stehen der Mutter weitere acht Wochen Freistellung von der Arbeit zu. In bestimmten Fällen kann auf Anraten des Arztes ein verlängerter Mutterschutz notwendig sein. Dazu muss jedoch ein ärztliches Attest vorliegen. Während dieser Zeit erwirbt die Beschäftigte uneingeschränkt Urlaubsanspruch.

Der Anspruch einer werdenden Mutter auf Erholungsurlaub aus der Zeit des Mutterschutzes ist √ľbertragbar auf das folgende Kalenderjahr ‚Äď gegebenenfalls auch √ľber den 31. M√§rz hinaus. Eine Abgeltung sieht der Gesetzgeber nicht vor. M√ľndet der Mutterschutz in die Elternzeit, ohne dass die Arbeitnehmerin ihren Urlaub genommen hat, kann sie den Erholungsurlaub auch noch im anschlie√üenden Kalenderjahr nehmen. Erst danach verf√§llt der Anspruch. W√§hrend der Elternzeit hingegen entsteht f√ľr Arbeitnehmer kein weiterer Rechtsanspruch ‚Äď im Gegenteil, pro Monat Elternzeit verliert der Besch√§ftigte 1/12 seines Jahresurlaubs.

Urlaubsanspruch bei Teilzeit

Der Urlaubsanspruch bei Teilzeit f√ľhrt h√§ufig zu Unsicherheiten. Auch ein Mitarbeiter, der nicht in Vollzeit arbeitet, hat entsprechend der tariflichen oder gesetzlichen Vorschriften Anspruch auf Urlaub. Allerdings entspricht der Urlaubstag dabei der Dauer der t√§glichen Arbeitszeit.

Ist ein Arbeitnehmer beispielsweise vier statt der √ľblichen acht Stunden im Betrieb besch√§ftigt und nimmt er einen Tag Urlaub, darf er auch nur einen Tag von der Arbeit fernbleiben. Die L√§nge des Urlaubstages orientiert sich also nicht an den branchen- oder betriebs√ľblichen Arbeitszeiten, sondern an der im Vertrag angegebenen Dauer der t√§glichen Besch√§ftigung. Teilzeitkr√§fte unterscheiden sich dabei in zwei Gruppen: Teilzeitbesch√§ftigung an allen Werktagen und stundenweise Arbeit an einigen Wochentagen.

Im ersten Fall hat die Teilzeitkraft in Tagen ausgedr√ľckt denselben Anspruch auf Erholungsurlaub wie eine vergleichbare Vollzeitkraft. Bei der Berechnung f√ľr Arbeitnehmer, die nur an bestimmten Tagen in der Woche in den Betrieb gehen, reduziert sich die rechtm√§√üige Forderung anteilig um die Anzahl der Tage, die f√ľr den Mitarbeiter nicht als Arbeitstage gelten. Ein anwachsender Anspruch auf Urlaub aus √úberstunden entsteht √ľbrigens nicht. Sieht der Arbeitsvertrag eine regelm√§√üige Arbeitszeit von zwei Kalendertagen pro Woche vor und wird Mehrarbeit an weiteren Tagen erforderlich, bleibt der Rechtsanspruch auf Jahresurlaub so, wie im Vertrag vereinbart.

Urteil: Teilzeitkräfte können freie Tage eventuell im Block nehmen, zum Beispiel einen ganzen Monat Urlaub machen. Kann der Arbeitgeber nicht nachweisen, dass dies organisatorisch unmöglich ist, hat ein Mitarbeiter Anspruch darauf. So hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (Az.: 5 Sa 1745/16) einem Teilzeit-Piloten einen freien Sommermonat zugebilligt.

Urlaubsanspruch im Minijob (450-Euro-Job)

Minijobber genie√üen das Recht auf Gleichbehandlung im Vergleich zu anders Besch√§ftigten. Weder die eventuell geringe Arbeitszeit noch die vergleichsweise niedrige Entlohnung haben Einfluss auf den Urlaubsanspruch im Minijob. So entstehen auch in der geringf√ľgigen Besch√§ftigung Urlaubsanspr√ľche entsprechend der Regelungen f√ľr andere Arbeitnehmer eines Betriebes.

Wie bei der Teilzeitarbeit sind die vertraglichen Bedingungen zur vereinbarten Arbeitszeit Basis der Berechnung des Urlaubsanspruchs: Der Minijobber muss so viele Urlaubstage in Anspruch nehmen können, dass er mindestens vier Wochen Erholungsurlaub genießen kann. Während dieser Zeit wird auch sein Entgelt weitergezahlt.

Wie viele Urlaubstage sich ergeben, errechnet sich bei Minijobbern und Teilzeitkr√§ften gleich. Ein Beispiel: Der Minijob oder die Teilzeit umfasst zwei Arbeitstage pro Woche. F√ľr eine Vollzeitkraft des Unternehmens besteht ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen pro Jahr bei einer Arbeitswoche mit f√ľnf Tagen. Die individuell vereinbarten Wochenarbeitstage sind mit 30 Urlaubstagen zu multiplizieren, das Ergebnis anschlie√üend durch die im Betrieb √ľblichen Arbeitstage zu teilen:

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2 (vereinbarte Arbeitstage) x 30 (Tage der Vollzeitkräfte) : 5 (Wochenarbeitstage) = 12

In diesem Fall entsteht ein Anspruch von 12 Urlaubstagen pro Kalenderjahr im Minijob oder f√ľr die Teilzeitkraft.

Krank im Urlaub ‚Äď Attest vorlegen

Viele Arbeitnehmer werden im Urlaub krank. Doch der Urlaub hei√üt offiziell nicht umsonst Erholungsurlaub: Er dient der Erholung, nicht der Genesung. Durch Krankheit verlorenen Urlaub kann man zur√ľckholen, wenn man beim Arbeitgeber ein Attest vorlegt.

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Urlaub mit ins neue Jahr nehmen

Nicht jeder Arbeitnehmer darf Resturlaub mit ins n√§chste Jahr nehmen. Es ist dann erlaubt, wenn der Arbeitsvertrag oder die Betriebsvereinbarung dies vorsieht. Gesetzlich ist zudem geregelt, dass Urlaubstage ins neue Jahr √ľbertragen werden k√∂nnen, wenn pers√∂nliche oder dringende betriebliche Gr√ľnde vorliegen. Erstere k√∂nnen etwa eine Elternzeit oder eine Langzeiterkrankung sein. Dringende betriebliche Gr√ľnde k√∂nnen zum Beispiel vorliegen, wenn gro√üe Teile der Belegschaft wegen einer Grippewelle ausfallen oder ungew√∂hnlich hohe Fehlzeiten vorliegen.

Resturlaub bis Ende März nehmen

Wenn Arbeitnehmer ihren Resturlaub mit ins Folgejahr nehmen d√ľrfen, gilt: Sie m√ľssen diesen in jedem Fall bis sp√§testens zum 31. M√§rz nehmen, ansonsten verf√§llt er.

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