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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Warum ETFs eine so beliebte Form der Geldanlage sind

  • Florian Schmidt
Von Florian Schmidt

Aktualisiert am 21.12.2021Lesedauer: 12 Min.
Geldanlage ohne großes Risiko: t-online erklĂ€rt in dieser Animation, wie Sie Ihr Geld ganz einfach in Fonds und ETFs investieren können. (Quelle: t-online)
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Immer mehr Menschen legen ihr Geld mit ETFs gĂŒnstig und ohne viel Risiko an der Börse an. Alles, was Sie dazu wissen und worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was sind ETFs?
  • Wie genau funktionieren ETFs?
  • ETF oder einzelne Aktien? Was ist der Vorteil von ETFs?
  • Was sind die besten ETFs?
  • Was kostet ein ETF?
  • Wo kann ich ETFs kaufen?
  • Wie lege ich einen Sparplan fĂŒr ETFs an?
  • Risiko: Wie sicher sind ETFs?

Das Tagesgeldkonto hat ausgedient. Wer als Sparer sein Geld in Zeiten niedriger Zinsen gewinnbringend anlegen will, kommt an einem Investment in Aktien kaum vorbei. Immer beliebter werden dabei sogenannte börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs.

Dank ihrer breiten Streuung ĂŒber Unternehmensanteile ganzer MĂ€rkte versprechen diese speziellen Aktienfonds einerseits ein relativ geringes Risiko fĂŒr Anleger. Andererseits sind die ErtrĂ€ge, genannt Rendite, vergleichsweise hoch, da im Gegensatz zu klassischen Aktienfonds keine teuren ManagementgebĂŒhren anfallen.

  • Börse & MĂ€rkte: Vergleichen Sie hier alle ETFs

Doch was sind ETFs genau? Wie funktionieren sie? Welche Risiken bergen ETFs? Und lĂ€sst sich mit ihnen auch fĂŒrs Alter vorsorgen? Alles, was Sie ĂŒber ETFs wissen sollten, erklĂ€ren wir in unserem großen Überblick.

Was sind ETFs?

ETFs sind spezielle Fonds, die Ihr Geld meist in Aktien, also Unternehmensanteilen, anlegen. Die AbkĂŒrzung ETF steht fĂŒr die englische Bezeichnung "Exchange Traded Funds", zu deutsch: börsengehandelter Indexfonds.

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ETFs sind besonders fĂŒr Börseneinsteiger empfehlenswert. Als Anleger erlaubt Ihnen ein ETF, bequem in Aktien ganzer MĂ€rkte oder Regionen zu investieren – ohne dafĂŒr einen professionellen Fondsmanager zu beauftragen, der hohe GebĂŒhren fĂŒr seine Arbeit verlangt.

Was ist ĂŒberhaupt ein Aktienfonds?
Ein Aktienfonds ist eine Art Korb, der viele verschiedene Unternehmensanteile enthÀlt. Wenn Sie als Anleger Anteile eines Aktienfonds kaufen, also selbst Geld in den Korb legen, profitieren Sie von den ErtrÀgen, die der Aktienfonds erwirtschaftet.
Herkömmliche Aktienfonds werden in der Regel von Banken, Fonds- oder Investmentgesellschaften angeboten, die Geld von Sparern und Investoren einsammeln. Bekannte Fondsgesellschaften sind zum Beispiel Blackrock und Fidelity (beide USA), Union Investment oder die DWS Gruppe aus Deutschland.

ETFs sind spezielle Investmentfonds, die mittels eines Computeralgorithmus einen Wertpapierindex, meist einen Aktienindex, nachbilden. Das kann zum Beispiel der Deutsche Aktienindex (Dax) sein, der die 30 wertvollsten deutschen Börsenkonzerne enthÀlt.

Kaufen Sie einen Anteil eines Dax-ETFs, investieren Sie Ihr Geld also gleichzeitig in die Aktien aller Dax-Konzerne, von Adidas ĂŒber RWE und SAP bis Delivery Hero. Steigt anschließend der Kurs des Dax, wird auch Ihr ETF wertvoller, sodass Sie bei einem spĂ€teren Verkauf Gewinne machen.

ETFs sind sehr gĂŒnstig. Das liegt daran, dass ein Computeralgorithmus ĂŒber die Zusammensetzung des Fonds entscheidet und kein teuer bezahlter Fondsmanager, der die Zusammenstellung "aktiv" steuert. Deshalb nennt man ETFs auch "passive Aktienfonds".

Gleichzeitig bieten ETFs Ihnen als Anleger eine sehr breite Streuung Ihres Geldes ĂŒber Aktien verschiedener Unternehmen und MĂ€rkte. Auf diese Weise ist das Verlustrisiko im Vergleich zum Kauf einzelner Aktien deutlich geringer, da sich die Kursschwankungen der Aktien des Fonds ausgleichen (siehe unten).

Gerade fĂŒr Menschen, die sich nicht im Detail mit Aktien beschĂ€ftigen, aber dennoch an den ErtrĂ€gen der Börse teilhaben wollen, sind ETFs deshalb die ideale Geldanlage. Das gilt besonders, wenn Sie an einer langfristigen Investition interessiert sind, um die Sie sich wenige Gedanken machen mĂŒssen. Wie beliebt ETFs in den vergangenen Jahren geworden sind, zeigt folgende Grafik:

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Quelle: Statista, Thomson Reuters, Lipper, Bloomberg, ETFGI

Warum haben ETFs so komische Namen?

Auf den ersten Blick wirken die Namen von ETFs bisweilen verwirrend. Auf den zweiten aber sind die Buchstabenreihen gar nicht so kompliziert, wie sie zunÀchst scheinen:

GrundsĂ€tzlich setzt sich der Name eines ETFs aus der AbkĂŒrzung des Aktienindex, den der ETF nachbildet, sowie dem Namen der Fondsgesellschaft, die den ETF auflegt, zusammen.

Nehmen wir als Lesebeispiel einen der bekanntesten ETFs mit einer sehr breiten Streuung ĂŒber Anteile von rund 2.700 Unternehmen aus der gesamten Welt, den ETF "iShares MSCI ACWI". Hierbei handelt es sich um einen ETF, den die Blackrock-Tochter iShares verkauft.

Der Aktienindex, den dieser ETF nachbildet, kĂŒrzt sich "MSCI ACWI" ab. MSCI steht fĂŒr das Unternehmen Morgan Stanley Capital International, ein Finanzdienstleister, der verschiedene Aktienindizes herausgibt – unter anderem den "All Country World Index", abgekĂŒrzt ACWI.

Neben iShares aus den USA bieten zahlreiche andere Finanzunternehmen und Fondsgesellschaften ETFs an. Zu den wichtigsten zĂ€hlen Xtrackers (DWS Gruppe, Deutschland), Lyxor (Pariser SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale, eine der grĂ¶ĂŸten GeschĂ€ftsbanken Frankreichs) und HSBC (britische Großbank). Eine Übersicht der wichtigsten HĂ€ndler:

ETF-Marke Fondsgesellschaft
oder Bank
Land
iShares BlackRock USA
Vanguard Vanguard Group USA
Xtrackers DWS Group
(Deutsche Bank)
Deutschland
Lyxor Lyxor Asset Management
(Société Générale)
Frankreich
Comstage Lyxor Asset Management
(Société Générale)
Frankreich
HSBC HSBC Großbritannien
Fidelity Fidelity Investments USA
Amund Amundi
(Société Générale und
Crédit Agricole)
Frankreich
Franklin/Franklin Liberty Franklin Templeton
Investments
USA

Wie genau funktionieren ETFs?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktienfonds, die ein Anlagemanager "aktiv" steuert, bildet bei ETFs als "passive" Fonds ein Computeralgorithmus ganze Aktienindizes wie etwa den deutschen Dax eins zu eins nach.

Konkret heißt das im Falle eines Dax-ETFs: Ein Computer kauft die einzelnen Aktien der 30 grĂ¶ĂŸten deutschen Börsenunternehmen und gewichtet sie so, wie sie im Dax abgebildet sind. Anteile großer Aktiengesellschaften wie SAP oder Telekom fallen dadurch stĂ€rker ins Gewicht als etwa die Delivery-Hero- oder die RWE-Aktie.

Dabei unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Bauarten von ETFs. WÀhrend bei "physischen" ETFs der Computer die Aktien tatsÀchlich kauft, handelt er im Falle eines "synthetischen" ETFs lediglich mit einer Bank, die die Kursentwicklung der Aktien garantiert. Bei vielen Anlegern sind deshalb physische replizierende ETFs beliebter.

  • Ob physisch oder synthetisch – fĂŒr Sie als Anleger gilt: Steigt der Wert des Aktienindex, der Ihrem ETF zugrunde liegt, profitieren Sie im selben Maße. Wenn Sie etwa Geld in einen Dax-ETF investiert haben und der Dax um drei Prozent zulegt, wĂ€chst auch der Wert Ihres ETFs um drei Prozent.

Umgekehrt ist es allerdings genauso: Verliert die Mehrheit aller Aktien innerhalb eines Index an Wert, fÀllt auch der Indexkurs selbst und damit der Wert des ETFs, der ihn nachbildet. Das aber gilt in der Regel nur kurzfristig. Auf lange Sicht gleichen sich Kursschwankungen aus.

Historische Daten zeigen, dass sich die Werte großer Aktienindizes ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum von 15 bis 20 Jahren positiv entwickeln – sodass Sie mit Gewinnen rechnen können (siehe unten). ETFs eignen sich deshalb besonders fĂŒr die langfristige Geldanlage, zum Beispiel wenn Sie Geld fĂŒr Ihre Kinder oder Enkel investieren wollen. Im Vergleich zu einem Sparkonto ist der Ertrag, genannt Rendite, von ETFs um ein Vielfaches höher.

ETF oder einzelne Aktien? Was ist der Vorteil von ETFs?

Der Vorteil von ETFs verglichen mit dem Kauf einzelner Aktien ist, dass Sie Ihr Kapital auf bequeme Art breit ĂŒber zahlreiche Aktien streuen können – und dabei nur sehr geringe GebĂŒhren bezahlen. So verringern Sie Ihr Risiko, Verluste zu machen.

Außerdem mĂŒssen Sie sich nicht stĂ€ndig mit den Entwicklungen am Aktienmarkt beschĂ€ftigen – das erledigt der Computeralgorithmus fĂŒr Sie. Deshalb eignen sich ETFs besonders fĂŒr Börseneinsteiger.

Auch im Vergleich zu "aktiv" gesteuerten Aktienfonds, die zwar ebenfalls breit gestreut sind, haben ETFs mehrere Vorteile. Die wichtigsten im Überblick:

  • Geringe Kosten: Dadurch dass bei ETFs ein Algorithmus einen Aktienindex nachbildet, sind sie gĂŒnstiger als herkömmliche Aktienfonds. Es muss schließlich kein Manager bezahlt werden, der den Aktienfonds betreut. Bei ETFs fallen in der Regel pro Jahr Kosten in Höhe von weniger als 0,3 Prozent der Anlagesumme an. Aktiv gesteuerte Fonds verlangen bisweilen bis zu fĂŒnf Prozent der Anlagesumme.
  • Hohe ErtrĂ€ge: ETFs erzielen bei breiter Streuung langfristig eine mindestens genauso hohe, oft sogar eine höhere Rendite als klassische, aktiv gesteuerte Aktienfonds. Das liegt daran, dass es selbst Experten nur selten gelingt, exakte Prognosen ĂŒber kĂŒnftige Marktentwicklungen zu machen – um damit bessere Renditen zu erwirtschaften als die breite Masse der Anleger.
  • Mehr Transparenz: Ein weiterer Vorteil von ETFs ist die grĂ¶ĂŸere Transparenz im Vergleich zu herkömmlichen Aktienfonds. Da ein ETF einen bestimmten Index nachbildet, wissen Sie als Anleger zu jedem Zeitpunkt, welche Aktien der Fonds enthĂ€lt. Aktiv gemanagte Fonds sind hĂ€ufig weniger transparent, Anleger erfahren oft nur mit Zeitverzögerung oder an einem bestimmten Stichtag, aus welchen Aktien sich der Fonds gerade zusammensetzt.
  • Viel FlexibilitĂ€t: Als Anleger können Sie mit ETF-Anteilen genauso leicht an der Börse handeln wie mit einzelnen Aktien – und dadurch flexibel auf verĂ€nderte Marktsituationen reagieren, etwa wenn Sie Ihre Anlagestrategie wechseln wollen. Mit Anteilen aktiv gesteuerter Aktienfonds geht das nicht ohne Weiteres, da bei ihnen hĂ€ufig Haltefristen gelten.

Bekomme ich bei ETFs auch eine Dividende?

Ja, das ist grundsĂ€tzlich möglich. Allerdings kommt es dabei darauf an, ob Sie Anteile eines "ausschĂŒttenden" Dividenden-ETFs oder eines "thesaurierenden" ETFs erwerben, der die Gewinnbeteiligung der Unternehmen gleich wieder anlegt.

Neben der Bauart des ETFs – physisch oder synthetisch – geht es also auch um die Frage, ob Sie regelmĂ€ĂŸig kleinere Summen Geld aus Ihrem Investment erhalten wollen:

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  • AusschĂŒttende ETFs ĂŒberweisen Ihnen die ErtrĂ€ge aus Dividenden direkt auf Ihr Konto. Der Vorteil: Sie haben regelmĂ€ĂŸige EinkĂŒnfte und können ĂŒber die Wiederanlage des Geldes selbst bestimmen. Der Nachteil: Sie mĂŒssen sich mit neuen Investitionsmöglichkeiten beschĂ€ftigen und OrdergebĂŒhren zahlen.
  • Thesaurierende ETFs legen die erwirtschafteten ErtrĂ€ge gleich wieder an. Der Vorteil: Sie profitieren langfristig stĂ€rker vom Zinseszins-Effekt und sparen sich Zeit und GebĂŒhren fĂŒr das Reinvestieren der ErtrĂ€ge. Der Nachteil: Sie haben keine regelmĂ€ĂŸigen EinkĂŒnfte aus Ihrem ETF.

Die Entscheidung fĂŒr die eine oder die andere ETF-Form hat ĂŒbrigens auch Auswirkungen auf die Besteuerung der ErtrĂ€ge. Das gilt zwar weniger fĂŒr die Höhe der Steuerlast, allerdings unterscheidet sich der Zeitpunkt der Steuerabfuhr.

Was sind die besten ETFs?

Welcher ETF der beste fĂŒr Sie ist, hĂ€ngt stark von Ihrer individuellen Risikobereitschaft ab – und vom Preis des jeweiligen ETFs. Außerdem spielt eine Rolle, wie sehr Sie sich im Alltag mit einzelnen Unternehmen, MĂ€rkten und der Börse auseinandersetzen wollen. Neben dem Dax gibt es noch viele weitere Aktienindizes. Die Zahl der ETFs steigt kontinuierlich an, wie folgende Grafik zeigt:

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Quelle: Statista, Thomson Reuters; Lipper; Bloomberg; ETFGI

GrundsÀtzlich gilt: Wer sein Kapital breit streut, verringert das Risiko, Verluste zu machen. Deshalb sind ETFs, die weltweite Aktienindizes nachbilden, besonders beliebt.

Einer der bekanntesten ist dabei der MSCI World Index. Er bildet die Wertentwicklung der 1.600 grĂ¶ĂŸten Unternehmensaktien aus 23 Industriestaaten nach. ETFs, die diesen Index nachbilden, gelten als relativ risikoarm. Zu den Finanzdienstleistern, die ETFs auf diesen Index herausgeben, zĂ€hlen unter anderem iShares, Xtracker und Lyxor.

Eine noch breitere Streuung bietet der Index , der Unternehmensanteile von mehr als 2.700 der grĂ¶ĂŸten börsennotierten Firmen der Welt enthĂ€lt. Er deckt damit fast die gesamte Weltwirtschaft inklusive vieler Firmen in SchwellenlĂ€ndern ab. ETFs, die diesen Index nachbilden, gelten ebenfalls als risikoarm.

Es gibt auch ETFs aus bestimmten Branchen

Alternativ zu diesen ETFs gibt es zahlreiche ETFs, die auf Indizes basieren, die Aktien besonders nachhaltiger Unternehmen enthalten. Ein Beispiel fĂŒr einen solchen Index ist der .

Außerdem gibt es ETFs, die sich auf einzelne Branchen fokussieren, etwa die vielversprechendsten deutschen Tech-Unternehmen. Ein Beispiel fĂŒr einen solchen ETF ist der ComStage 1 TecDAX UCITS.

GrundsĂ€tzlich gilt: Eine potenziell höhere Rendite geht immer mit einem höheren Risiko einher. Überlegen Sie sich also, bevor Sie investieren, welches Risiko Sie maximal eingehen wollen. Als Einsteiger sollten Sie eher Anteile von ETFs kaufen, die mit einem geringen Risiko verbunden sind. Wenn Sie sich unwohl fĂŒhlen, verzichten Sie lieber auf etwas Rendite, anstatt ein zu hohes Risiko einzugehen.

Was kostet ein ETF?

Auch wenn ETFs deutlich gĂŒnstiger sind als Anteile eines klassischen Aktienfonds – umsonst sind auch sie nicht. Die Kosten eines ETFs lassen sich mithilfe von Kennzahlen bewerten. Die wichtigste ist die Gesamtkostenquote, abgekĂŒrzt TER (engl. fĂŒr "Total Expense Ratio").

In die Gesamtkostenquote fließen sĂ€mtliche GebĂŒhren ein, die jĂ€hrlich anfallen, solange Sie den ETF-Anteil halten. Dazu zĂ€hlen unter anderem Verwaltungskosten sowie die Mehrwertsteuer, die der Fondsanbieter bezahlen muss.

Die Gesamtkostenquote eines MSCI-World-ETFs beispielsweise liegt zwischen 0,12 Prozent und 0,5 Prozent pro Jahr. Damit sind ETFs deutlich gĂŒnstiger als aktiv verwaltete Fonds. Legen Sie etwa eine Summe von 1.000 Euro in einen ETF mit einer Gesamtkostenquote in dieser Höhe an, belaufen sich die Kosten pro Jahr auf 1,20 Euro bis 5 Euro.

Diese BetrĂ€ge werden Ihnen von Ihren potenziellen Gewinnen direkt von der Bank oder Fondsgesellschaft abgezogen. Die folgende Tabelle mit einer Auswahl bekannter ETFs vermittelt ein GefĂŒhl fĂŒr die Kosten:

ETF Index GebĂŒhr pro Jahr (TER) Verwendung der ErtrĂ€ge
Xtrackers DAX UCITS ETF 1C Dax 0,09 Prozent thesaurierend
Xtrackers Euro Stoxx 50 UCITS ETF 1D EuroStoxx50 0,09 Prozent ausschĂŒttend
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C MSCI World 0,19 Prozent thesaurierend
iShares MDAXÂź UCITS ETF (DE) MDax 0,51 Prozent thesaurierend

Quelle: Justetf.com (Stand: MĂ€rz 2020)

Zum Vergleich: Bei aktiv gemanagten Investmentfonds liegt die jĂ€hrliche Kostenquote hĂ€ufig bei mehr als 1,5 Prozent pro Jahr, zum Teil sogar bei bis zu 5 Prozent. JĂ€hrlich fielen also mehr als 15 Euro GebĂŒhren an, wenn Sie eine Summe von 1.000 Euro in einem solchen Fonds anlegen wĂŒrden.

Wo kann ich ETFs kaufen?

GrundsĂ€tzlich werden ETFs genau wie Aktien an der Börse gehandelt. Um ETFs an der Börse zu kaufen, können Sie die gewĂŒnschten Wertpapiere ĂŒber Ihr Depot suchen und nach Auswahl eines Handelsplatzes, zum Beispiel die Börse in Frankfurt, erwerben (siehe unten). Der Preis des ETF-Anteils kann dabei je nach Handelsplatz variieren.

GĂŒnstiger als der Börsenhandel ist der Aktienkauf in der Regel bei einem sogenannten DirekthĂ€ndler. Damit ist ein spezieller WertpapierhĂ€ndler gemeint, der ausgewĂ€hlte Aktien und Fondsanteile auf Vorrat hĂ€lt. Im außerbörslichen Direkthandel sind ETFs meist billiger, da Sie als Privatanleger die BörsengebĂŒhren sparen. GĂ€ngige DirekthĂ€ndler sind zum Beispiel Tradegate, Lang & Schwarz oder die Baader Bank.

Wie kaufe ich ETFs online?

Ob Börsen- oder Direkthandel: Sie benötigen ein Wertpapierdepot, um in ein ETF zu investieren. Das können Sie am gĂŒnstigsten und einfachsten im Internet eröffnen – bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker.

Die nĂ€chsten Schritte sind sehr leicht: Über die Suchmaske Ihres Depots können Sie die gewĂŒnschten ETF-Anteile einfach finden. Alles, was Sie dafĂŒr brauchen, ist die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die internationale Identifikationsnummer (ISIN) des Wertpapiers.

Sobald Sie den entsprechenden ETF ausgewĂ€hlt haben, schreiten Sie ĂŒber die Ordereingabe zum Kauf: Erst jetzt entscheidet sich, ob Sie den ETF an einem Börsenplatz erwerben – oder bei einem DirekthĂ€ndler, mit dem Ihre Direktbank oder der Onlinebroker möglicherweise kooperiert (siehe unten).

So sichern Sie sich in drei Schritten Ihren ETF-Anteil:

1. Depot eröffnen: ZunĂ€chst mĂŒssen Sie ein Depot bei einer Filialbank oder im Internet bei einer Direktbank eröffnen. Das Depot bei einer Direktbank ist oft kostenlos.
2. ETF aussuchen: Informieren Sie sich auf Vergleichsportalen, welcher ETF fĂŒr Sie infrage kommt. Behalten Sie dabei neben der Gesamtkostenquote vor allem die Risikoklasse im Auge. Es gilt: Je höher das Risiko, desto grĂ¶ĂŸer die Chance auf hohe Gewinne – aber auch die Wahrscheinlichkeit, Verluste zu machen.
3. ETF kaufen und warten: Über Ihr Depot können Sie mithilfe der Wertpapierkennnummer (WKN) den ETF finden und einen Anteil kaufen. Ratsam ist, nur Geld in einen ETF zu investieren, das Sie 15 Jahre oder lĂ€nger nicht benötigen. Je lĂ€nger Sie Ihr Geld anlegen, desto geringer ist das Risiko, Verluste zu machen. Denn langfristig gleichen sich kurzfristige Kursschwankungen aus.

Wichtigstes Kriterium beim Kauf ist der Preis: Auch wenn er sich je Handelsplatz oder DirekthĂ€ndler lediglich in der Nachkommastelle unterscheidet, sollten Sie stets das gĂŒnstigste Angebot wĂ€hlen.

Tipp: Kaufen und verkaufen Sie ETFs ausschließlich von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 17.30 Uhr, wenn die elektronische Börse Xetra geöffnet hat. Auf diese Weise können Sie vergleichen, ob der DirekthĂ€ndler Ihrer Wahl tatsĂ€chlich einen gĂŒnstigeren Preis bietet als der Handel an der Börse.

Wie lege ich einen Sparplan fĂŒr ETFs an?

Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie regelmĂ€ĂŸig eine bestimmte Summe in einen ETF. Es ist sehr leicht, diesen bei einer Direktbank im Internet oder einem Onlinebroker einzurichten. Wir zeigen Ihnen in wenigen Schritten, worauf es dabei ankommt:

  • Schritt 1: Legen Sie ein Depot an. Dieses können Sie bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker eröffnen. Im Gegensatz zu Filialbanken fallen hierfĂŒr in der Regel keine GebĂŒhren an. Wichtig ist: Vergleichen Sie die Konditionen der Onlineanbieter fĂŒr Ihre SparplĂ€ne miteinander. Es kommt nicht nur auf die Kosten an. Entscheidend ist auch, welche Aktien oder ETFs Ihnen zum Besparen zur Auswahl stehen. Bei vielen Anbietern haben Sie nicht die volle Auswahl, einige werben auch nur mit zeitlich befristeten AktionssparplĂ€nen, deren Kosten sich spĂ€ter erhöhen.
  • Schritt 2: Suchen Sie sich ETFs aus, in die Sie investieren wollen. Es ist empfehlenswert, Ihre Risiken breit zu streuen. Besonders eignen sich dafĂŒr ETFs, die den MSCI World oder den MSCI All Country World nachbilden.
  • Schritt 3: Legen Sie Ihre ETF-Sparrate und den Sparrhythmus fest. Meist können Sie sich zwischen einer monatlichen, viertel- oder halbjĂ€hrlichen Zahlung entscheiden. In der Regel können Sie die Sparrate Ă€ndern, wenn Sie merken, dass Sie mehr oder auch weniger ansparen wollen.
  • Schritt 4: Warten. Empfehlenswert ist ein Anlagezeitraum von 10 bis 15 Jahren, da sich in dieser Zeit kurzfristige Kursschwankungen in der Regel ausgleichen.

Welche Rendite kann ein ETF-Investment bringen?

Wie hoch die Rendite eines ETFs in Zukunft sein wird, lĂ€sst sich nicht pauschal sagen, da niemand kĂŒnftige Aktienkurse vorhersagen kann. Um dennoch einen Eindruck von den möglichen prozentualen ErtrĂ€gen eines ETFs zu bekommen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit – zum Beispiel auf die Kursentwicklung des Aktienindex MSCI World Index.

Die durchschnittliche jĂ€hrliche Rendite des MSCI World, der Aktien von rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrienationen enthĂ€lt, betrĂ€gt fĂŒr die Jahre von 1970 bis 2015 jeweils rund 9,2 Prozent. Auch in den vergangenen zehn Jahren lag die jĂ€hrliche Rendite des MSCI World im Schnitt bei 6,82 Prozent.

Ein Beispiel: HĂ€tten Sie in den vergangenen zehn Jahren monatlich 100 Euro mit einem Sparplan in einen ETF mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 6,8 Prozent eingezahlt, wĂŒrden Sie heute ĂŒber einen Betrag von rund 17.000 Euro verfĂŒgen. 12.000 Euro davon wĂ€ren Ihre Einzahlungen, die ErtrĂ€ge beliefen sich auf rund 5.000 Euro.

Wichtig ist dabei: Die frĂŒhere Wertentwicklung eines ETFs ist ein wichtiger Anhaltspunkt, um zu sehen, ob ein ETF eher stark oder moderat wĂ€chst. Aber: Diese Kursentwicklung aus der Vergangenheit ist niemals ein Garant fĂŒr kĂŒnftige Gewinnchancen. Dennoch dient sie fĂŒr einen ersten Blick als guter Anhaltspunkt.

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Risiko: Wie sicher sind ETFs?

Wie viel Risiko ein ETF birgt, hĂ€ngt maßgeblich davon ab, welchen Aktienindex er nachbildet. Pauschal lĂ€sst sich sagen: Je mehr Aktien unterschiedlicher Branchen oder LĂ€nder ein Index enthĂ€lt, je breiter er also aufgestellt ist, desto risikoĂ€rmer ist auch der ETF, der ihn nachbildet.

Wie bei herkömmlichen Aktienfonds oder beim Kauf einzelner Aktien besteht auch bei ETFs jederzeit das Risiko, dass die Kurse an der Börse kurzfristig fallen, Ihr ETF dadurch an Wert verliert – zum Beispiel bei einem Börsencrash. Da Sie Ihr Kapital mit einem ETF aber breit streuen, zĂ€hlen ETFs zu den sichersten Anlagen, wenn Sie von Börsengewinnen profitieren wollen. Das Risiko ist viel geringer als beispielsweise beim Investment in einzelne Aktien.

Unwahrscheinlich ist auch, dass eine ETF-Fondsgesellschaft Konkurs anmeldet. Passiert es dennoch, ist das fĂŒr Sie nicht schlimm – denn Ihr Geld ist als sogenanntes Sondervermögen geschĂŒtzt und wird nicht vom Insolvenzverwalter angetastet.

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Von Jule Damaske
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