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Sparbuch: Das sind die besseren Alternativen

Geldanlage  

Warum Sie Ihr Sparbuch beerdigen sollten

06.08.2020, 15:55 Uhr
Sparbuch: Das sind die besseren Alternativen. Ein Sparbuch der Sparkasse: Sparbücher lohnen sich nicht mehr. (Quelle: imago images/Rüdiger Wölk)

Ein Sparbuch der Sparkasse: Sparbücher lohnen sich nicht mehr. (Quelle: Rüdiger Wölk/imago images)

Das Sparbuch gilt bei vielen noch immer als sichere Geldanlage – früher war das auch so. Heute sollten Sie sich aber nach anderen Möglichkeiten umsehen. Denn auf Dauer verlieren Sie mit Ihrem Sparbuch Geld. 

Zum Geburtstag, zur Kommunion oder zum Schulstart: Die erste Form der Geldanlage haben viele Bürger schon in frühen Lebensjahren bekommen – das Sparbuch.

Und häufig behalten sie auch noch lange. Mehr als 55 Prozent der deutschen Haushalte haben laut Daten der Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) ein Sparbuch. Nicht umsonst gilt das Sparbuch als des Deutschen liebste Geldanlage.

Während der Bankberater früher bei Sparbüchern noch Ein- und Auszahlungen händisch eingetragen hat, ist das mittlerweile meist nicht mehr der Fall: Statt einem gebundenen Sparbuch gibt es auch digitale – sogenannte Sparkonten.

Doch eines haben sie gemeinsam: Die Zinsen auf Sparbücher gehen gegen Null. Durch die Inflation, also die Geldentwertung, verlieren Sie gar noch Geld, wenn Sie aufs Sparbuch setzen. Doch es gibt lukrative Alternativen, die Sie ebenfalls leicht handhaben können. Wir zeigen Ihnen, welche das sind.

Ist das Sparbuch sicher?

Das Sparbuch galt lange als sehr sicher. Denn aufgrund der europäischen Einlagensicherung sind Gelder auf Sparbüchern bis 100.000 Euro im Falle einer Pleite des Kreditinstituts vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt. Doch das gilt auch für Tages- und Festgeldkonten (siehe unten).

Als großer Unsicherheitsfaktor kommt beim Sparbuch die Inflation hinzu: Denn angesichts historisch niedriger Zinsen, die Sie aufs Sparbuch bekommen, knabbert die Geldentwertung an Ihrem Ersparten.

Lohnt sich ein Sparbuch noch?

Klare Antwort: nein. Denn die Zinsen sind seit Jahren im Keller. So bekommen Sie auf dem Sparbuch häufig nur noch Zinsen von 0,01 Prozent. Wenn Sie dann noch die Inflation einrechnen, also den Prozentsatz der Geldentwertung, verlieren Sie sogar Geld.

Sie sollten sich also nach Alternativen umschauen. Das gilt auch, obwohl für ein Sparbuch häufig keine Kosten anfallen. 

Welche Alternativen zum Sparbuch habe ich?

Wenn Sie sich entschieden haben, Ihr Sparbuch aufzulösen, sind Sie schon sehr weit. Jetzt geht es darum, für Ihr Geld eine Alternativen zum Sparbuch zu finden. Ein Überblick:

Tagesgeld

Das Tagesgeldkonto ist ebenso wie das Sparbuch nicht für den Zahlungsverkehr geeignet. Auf Ihr Tagesgeld haben Sie jedoch jederzeit Zugriff.

Der Zinssatz ist meist höher als beim Sparbuch – teils bis zu 0,5 Prozent oder noch höher. Allerdings kann die Bank diesen Zinssatz relativ schnell ändern. Das ist der neben täglichen Zugriff auf das Geld der Hauptunterschied etwa zum Festgeldkonto, bei dem der Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben ist.

Vorteil: Höherer Zinssatz als beim Sparbuch; hohe Flexibilität.
Nachteil: Geringerer Zinssatz als beim Festgeld; die Zinssätze können sich täglich ändern.

Festgeld

Beim Festgeldkonto legen Sie Ihr Geld für einen bestimmten Zeitraum an – etwa für ein, zwei oder für drei Jahre. Der Zinssatz ist dabei während des Zeitraums festgeschrieben, oft liegt dieser bei 1,25 Prozent oder noch mehr. Sie können während des Anlagezeitraums nicht auf Ihr Geld zugreifen.

Vorteil: Der Zinssatz ist etwas höher als beim Tagesgeld – und deutlich höher als beim Sparbuch.
Nachteil: Inflexibilität. Sie kommen während der Laufzeit nicht an das Geld.

Indexfonds

Statt zu sparen, können Sie jedoch auch investieren, zum Beispiel an der Börse. Am einfachsten geht das mit sogenannten Indexfonds, auch ETFs genannt. Was zunächst abschreckend klingt, meint einen Fonds, der einen Aktienindex wie den Dax nachbildet.

Sie legen Ihr Geld also praktisch in alle Unternehmen dieses Index an. So profitieren Sie von steigenden Kursen – deshalb sind oft Erträge, genannt Renditen, von mehr als fünf Prozent möglich.

Vorteil: ETFs sind lukrativ und günstig zugleich. Der Ertrag, genannt Rendite, ist deutlich höher als beim Sparbuch, Tages- oder Festgeld.
Nachteil: Das Risiko ist vergleichsweise hoch, kann mit einem breiten Investment aber deutlich gesenkt werden; über langen Zeitraum von zehn Jahren können Sie mögliche Kursverluste ausgleichen.

Wie kann ich Geld auf mein Sparbuch ein- und auszahlen?

Das kommt darauf an, ob Sie ein gebundenes Sparbuch oder ein digitales Sparbuch, auch Sparkonto genannt, besitzen.

Klassisches Sparbuch: In diesem Fall müssen Sie für die Einzahlung noch zur Bank. Dasselbe gilt für die Auszahlung. Ein Bankberater trägt dann die Summe, die Sie abheben oder einzahlen möchten ein, das Geld bekommen Sie in der Regel bar ausgehändigt. Das können Sie dann wiederum auf Ihrem Konto einzahlen.

Beachten Sie: Zur Auszahlung müssen Sie sich häufig mit einem Ausweisdokument identifizieren.

Sparkonto: In diesem Fall ist die Ein- und Auszahlung ganz leicht. Dafür müssen Sie lediglich Geld auf das Sparkonto, oder von dem Sparkonto aus Geld auf Ihr Girokonto überweisen. Das funktioniert dann wie das herkömmliche Online-Banking.

Sparbuch verloren – was tun?

Wenn Sie Ihr Sparbuch verloren haben, sollten Sie schnell handeln. Denn womöglich laufen Sie Gefahr, dass sonst ein Fremder, der das Sparbuch findet, sich Zugriff zu Ihrem Vermögen verschafft. Denn auch wenn es die Regel ist – manchmal verlangen die Bankmitarbeiter keinen Ausweis von Ihnen.

Melden Sie einen Verlust also schnellstmöglich Ihrer Bank oder Sparkasse. Diese kann dann Ihr Sparbuch sperren und Ihnen ein neues ausstellen. Meist müssen Sie hierfür eine geringe Gebühr zahlen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Finanztest
  • weltsparen.de
  • vergleich.de
  • bezahlen.de
  • sparkasse.de
  • Statista
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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