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Kredit: So sparen Hausbesitzer jetzt bis zu 62.000 Euro


Bei laufendem Kredit  

So sparen Hausbesitzer jetzt bis zu 62.000 Euro

08.10.2020, 13:12 Uhr | cho, t-online

Kredit: So sparen Hausbesitzer jetzt bis zu 62.000 Euro. Ein Paar entspannt auf dem Sofa (Symbolbild): Wer einen zehn Jahre alten Baukredit hat, kann Zehntausende Euro sparen, wenn er umschuldet. (Quelle: Getty Images/ RyanJLane)

Ein Paar entspannt auf dem Sofa (Symbolbild): Wer einen zehn Jahre alten Baukredit hat, kann Zehntausende Euro sparen, wenn er umschuldet. (Quelle: RyanJLane/Getty Images)

Wer heute einen Baukredit abschließt, zahlt nur einen Bruchteil der Zinsen von vor zehn Jahren. Es lohnt sich also, das laufende Darlehen abzulösen. Wer das darf und wie viel Sie damit sparen können.

Vor zehn Jahren schien es eine gute Idee zu sein, sich beim Baukredit eine lange Zinsbindung zu sichern. Doch inzwischen sind die Zinsen noch niedriger. Gut, dass davon nicht nur profitieren kann, wer jetzt ein neues Darlehen abschließt. Auch Haus- und Wohnungsbesitzer mit laufendem Kredit können das derzeitige Zinstief für sich nutzen.

Alles, was sie dafür tun müssen, ist ihr Immobiliendarlehen umzuschulden. Voraussetzung dafür ist, dass es bereits zehn Jahre lang läuft. Denn ab dann haben Verbraucher das Recht, einen Kredit zu kündigen – unabhängig von der vereinbarten Zinsbindung und ohne zusätzliche Kosten. Da die Kündigungsfrist sechs Monate beträgt, können Sie den Kredit also nach 10,5 Jahren ablösen.

Wie viel Sie dadurch sparen, zeigt eine Modellrechnung des Vergleichsportals Verivox, die t-online exklusiv vorliegt. Je nachdem, ob Sie nur auf eine günstige Anschlussfinanzierung umschulden oder zusätzlich noch jedes Jahr Sondertilgungen leisten, sind bis zu 62.000 Euro Ersparnis drin.

Baufinanzierung umschulden – mit diesen Varianten

Die Ergebnisse gelten für ein vor zehn Jahren geschlossenes Darlehen über 250.000 Euro bei einer monatlichen Rate von 1.000 Euro und einer Zinsbindung von 20 Jahren. Der durchschnittliche Zinssatz für einen Baukredit betrug nach Angaben der Bundesbank damals 3,59 Prozent.

Damit wären heute noch immer knapp 210.000 Euro abzuzahlen. Für diesen Betrag bekommen die meisten Kunden bei den günstigsten Banken aktuell einen Effektivzins von 0,47 Prozent.

Diese Varianten hat Verivox berechnet:

  1. Der alte Kredit läuft mit den bestehenden Konditionen volle 20 Jahre weiter.
  2. Der alte Kredit wird nach 10,5 Jahren auf eine günstige Anschlussfinanzierung umgeschuldet.
  3. Der alte Kredit wird nach 10,5 Jahren umgeschuldet und Kreditnehmer zahlen jedes Jahr 2.500 Euro Sondertilgung.

Wie viel Ersparnis welche Variante bis zum Ende der ursprünglichen 20-jährigen Zinsbindungsfrist bedeutet, zeigt Ihnen folgende Tabelle:

Sie sehen: Wer in der Lage ist, jedes Jahr Sondertilgungen von 2.500 Euro zu leisten – zum Beispiel mithilfe von Steuererstattungen, Jahresboni oder einem 13. Monatsgehalt – spart im Vergleich zur einfachen Anschlussfinanzierung allein fast 7.000 Euro zusätzlich an Zinsen. Zudem ist die Restschuld nach 20 Jahren weniger als halb so groß wie bei der Variante ohne Sondertilgungen.

"Viele Darlehensverträge erlauben jährliche Sondertilgungen außer der Reihe", sagte Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. "Bis zu fünf Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme sind marktüblich, ohne dass dieses Plus an Flexibilität negativen Einfluss auf den angebotenen Zinssatz hat."

Forward-Darlehen – eine Wette auf steigende Zinsen

Übrigens: Auch für Verbraucher, deren Kredit noch keine zehn Jahre läuft, gibt es eine Möglichkeit, wie sie von den aktuellen Niedrigzinsen profitieren: das sogenannte Forward-Darlehen. Mit dieser Variante der Anschlussfinanzierung können sich Hausbesitzer das aktuelle Zinsniveau für bis zu fünf Jahre im Voraus sichern.

Weil das für die Bank ein Risiko ist, verlangt sie im Gegenzug einen Zinsaufschlag. Dieser Forward-Aufschlag ist umso höher, je länger im Voraus Sie den Kredit abschließen.

Wie sehr der Zinssatz steigt, wenn Sie ihn früher festschreiben, zeigt Ihnen die folgende Tabelle. Grundlagen der Berechnung sind eine Darlehenssumme von 210.000 Euro, eine zehnjährige Zinsbindung und eine monatliche Rate von 1.000 Euro.

Ob sich ein Forward-Darlehen lohnt, hängt von der künftigen Zinsentwicklung ab. Denn es ist sozusagen eine Wette darauf, dass die Zinsen steigen werden. Bleiben sie hingegen so niedrig wie heute oder sinken sogar noch, zahlen Sie drauf, weil Sie das Forward-Darlehen wie vereinbart abnehmen müssen.

Wenn die Zinsen so niedrig bleiben wie heute oder sogar sinken, zahlen Kreditnehmer drauf. Steigen die Zinsen, macht sich das Forward-Darlehen bezahlt. "In jedem Fall bietet ein Forward-Darlehen Planungssicherheit", sagt Maier. "Verbraucher können sich langfristig niedrige Zinsen sichern und haben das Thema für sich geregelt."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Auswertung von Verivox

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