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Job selber kündigen: Wann erhalte ich Arbeitslosengeld?

Sperre droht  

Job selber kündigen: Wann erhalte ich Arbeitslosengeld?

03.04.2018, 07:17 Uhr | nk, t-online.de, dpa

Job selber kündigen: Wann erhalte ich Arbeitslosengeld?. Wenn Sie selber kündigen, verhängt die Arbeitsagentur eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld (Quelle: imago/INSADCO)

Wenn Sie selber kündigen, verhängt die Arbeitsagentur eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld (Quelle: INSADCO/imago)

Manchmal gibt es Gründe dafür, einen Job selber kündigen zu wollen. Doch wie sieht es dann mit der finanziellen Unterstützung aus? Der Gesetzgeber sieht vor, dass die Arbeitsagentur eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld verhängen kann, wenn Arbeitnehmer selber kündigen.

Selber kündigen, wenn das Arbeitsverhältnis unzumutbar ist

Die Arbeitsagentur verhängt eine Sperrfrist von bis zu zwölf Wochen für das Arbeitslosengeld (ALG 1), wenn Arbeitnehmer selber kündigen. Durch die Sperrzeit bekommen Sie insgesamt ein Viertel weniger Geld, als Ihnen eigentlich zustünde.

Arbeitnehmer können gegen diese Sperre nach der Kündigung ihres Jobs aber formlos schriftlich Einspruch erheben. Der Einspruch muss zwar auf einem gewichtigen Grund basieren, hat aber gute Erfolgschancen. Schon mehr als einmal haben Sozialgerichte die Sperrfrist für unwirksam erklärt.

Seitens der Agentur für Arbeit gibt es nur sehr vage Ausführungen, wann eine Kündigung durch den Arbeitnehmer gerechtfertigt ist. Es werden sowohl Gründe aus dem beruflichen als auch aus dem privaten Umfeld anerkannt. Nachvollziehbare Gründe sind erwiesenes Mobbing oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Eine Kündigung aufgrund verzögerter oder ausgebliebener Lohnzahlungen hat ebenfalls keine Sperre des Arbeitslosengeldes zur Folge.

Es werden auch private Gründe für eine Kündigung akzeptiert 

Ein hinreichender Grund, wenn Sie selber kündigen möchten, ist die Wiederaufnahme einer Ehe, wenn dazu ein Umzug notwendig wird. Gleiches gilt auch, wenn Ehepartner die an unterschiedlichen Orten getrennt leben, wieder gemeinsam die aktive Kindererziehung gestalten wollen, da das Kindeswohl ein triftiger Grund ist. In diesem Fall kann das Arbeitsamt nicht verlangen, die Kündigung zu vermeiden oder zu verzögern

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen hat kürzlich die Rechte von Paaren gestärkt, die ohne Trauschein zusammenleben: Wenn ein Paar zusammenziehe und einer der Partner dafür seinen Job aufgebe, habe er von Beginn an ein Recht auf Arbeitslosengeld, urteilten die Celler Richter.

Bisher galt diese Regelung nur für verlobte oder verheiratete Paare oder solche, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zusammenziehen wollen. Das Landessozialgericht widersprach damit der bisherigen höchstrichterlichen Rechtsprechung. Die Celler Richter entschieden, die bisherige Sperrzeitregelung für das Arbeitslosengeld an einen Familienstatus anzuknüpfen, sei nicht mehr zeitgemäß.

Nachweis nötig, dass man Kündigung aktiv vermeiden wollte

Anders verhält es sich bei beruflichen Anlässen. Ein Aufhebungsvertrag kann zur Sperrzeit führen. Klären Sie deswegen vor Unterzeichnung die Folgen für Ihr Arbeitslosengeld mit der Agentur. Falls Sie unter die Sperrzeitregelung fallen, lassen Sie sich lieber von Ihrem Arbeitgeber kündigen.

Um bei Arbeitslosigkeit den Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erhalten, muss der Arbeitnehmer bei einer Kündigung aus beruflichen Gründen nachweisen, dass er alles unternommen hat, um die Kündigung zu vermeiden. Dazu gehört bei Unstimmigkeiten mit dem Arbeitgeber die Einschaltung des Betriebsrates oder eines Schlichters.

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Der Arbeitnehmer muss hingegen nicht tolerieren, wenn der Arbeitgeber von ihm gesetzeswidriges Verhalten fordert. Dieser Fall kann sich beispielsweise bei Berufskraftfahrern ergeben, wenn es darum geht, dass die Arbeitszeiten mit dem Fahrtenschreiber nicht übereinstimmen.

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