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Fleisch: Die häufigsten Irrtümer rund um Fleisch

Fleisch  

Braucht man Fleisch, damit die Muskeln wachsen?

10.11.2010, 09:13 Uhr | cme

Fleisch: Die häufigsten Irrtümer rund um Fleisch. Fleisch ist für den Muskelaufbau nicht unbedingt nötig. (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Zu viel Fleisch schadet dem Herzen. (Quelle: imago images)

Vor allem Männer sind noch immer davon überzeugt: Fleisch ist die ideale Sportlernahrung. Doch das stimmt so nicht. Ausdauersportler brauchen beispielsweise nicht mehr Eiweiß als Nicht-Sportler. Und selbst Kraftsportler können sich auch ohne Fleisch eiweißreich ernähren. Zum Thema Fleisch kursieren noch weitere Irrtümer und Halbwahrheiten. Ist Geflügelfleisch wirklich gesünder als Rind? Macht Fleisch aggressiv? Wir haben die sieben häufigsten Mythen rund um Steak & Co. unter die Lupe genommen.

Auch Sportler können vegetarisch leben

Wie wichtig ist Fleisch für Sportler? Ernährungswissenschaftler wie die Experten vom Institut für Sporternährung in Bad Nauheim sind der Ansicht, dass Ausdauer- und Freizeitsportler nicht überdurchschnittlich viel Eiweiß brauchen. Damit spielt Fleisch in der Ernährung von Sportlern kaum eine Rolle. Nur Kraftsportlern in der Aufbauphase werden 1,5 bis 2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag empfohlen. Das ist gut doppelt so viel wie die Eiweißmenge, die Nicht-Sportlern oder Ausdauersportlern empfohlen wird. In diesem Fall können Fleisch oder Fisch mit ihrem hohen Eiweißgehalt einen guten Beitrag liefern. Für alle anderen gilt: Auch Milch, Käse und Soja versorgen die Muskeln ausreichend mit Eiweiß.

Zu viel Fleisch schadet Niere und Herz

Zu viel Fleisch schadet der Niere - zumindest, wenn gleichzeitig zu wenig getrunken wird. Zudem gelten die gesättigten Fettsäuren aus Rind, Schwein und Geflügel als schädlich für Herz und Gefäße. Neuere Studien zeigen außerdem, dass zu viel "rotes" Fleisch - also Fleisch von Rind, Lamm oder Schwein - das Krebsrisiko erhöht. "Schon 100 Gramm Fleisch mehr pro Tag erhöhen das Risiko, später an Darmkrebs zu erkranken, um 49 Prozent", sagt Gisela Olias, Pressesprecherin des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke.. Bei der gleichen Wurstmenge steigt das Risiko sogar um 70 Prozent. Doch wie viel Fleisch darf es dann überhaupt sein? Olias empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm zu verzehren. Ob diese Menge in zwei größeren oder in sechs bis sieben kleineren Portionen auf den Teller kommt, spielt dabei keine Rolle.

Keine Gefahr durch Antibiotika

Viele Menschen schätzen die Gefahren durch Fleisch falsch ein. So fürchten sich viele davor, mit dem Fleisch Antibiotika oder Schadstoffe aufzunehmen oder sich sogar mit BSE zu infizieren. "Die Angst vor Antibiotika und Schadstoffen ist unbegründet", sagt Jürgen Thier-Kundke, Pressesprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin. So sorge der so genannte Rückstandskontrollplan dafür, dass Fleisch direkt nach dem Schlachten bundesweit regelmäßig kontrolliert und auf Rückstände untersucht wird. So gebe es zwar immer mal wieder "Ausreißer" - diese seien jedoch die Ausnahme. "Die Verbraucher müssen nicht um ihre Gesundheit fürchten", fasst der Experte zusammen.

Gefährliche Keime in rohem Fleisch

Eine andere Gefahr hingegen wird von Verbrauchern immer wieder unterschätzt: "Keime in rohem Fleisch stellen immer ein Risiko dar", sagt Thier-Kundke. So infizieren sich jedes Jahr Hunderttausende mit Salmonellen, Campylobacter-Keimen oder Listerien. Die Folge sind meist Durchfallerkrankungen, die für Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem schnell lebensgefährlich werden können. Dabei sind vor allem rohe Fleischprodukte wie Hackfleisch, Carpaccio oder Tatar mögliche Keimquellen. Eine Infektion lässt sich vermeiden, wenn man Fleisch grundsätzlich gut durchgart und in der Küche die wichtigsten Hygieneregeln einhält.

Vegetarier leben gesundheitsbewusst - und gesünder

Leben also Vegetarier gesünder? Glaubt man einer britischen Studie, dann ja. Die Forscher verglichen über zwölf Jahre lang die Gesundheit von Vegetariern und Fleischessern. Tatsächlich hatte die Gruppe der Fleischverweigerer gesündere Blutfett- und Blutdruckwerte, eine geringere Krebstodesrate und war seltener übergewichtig. Allerdings leben Vegetarier in der Regel insgesamt gesünder, ernähren sich ausgewogen, rauchen weniger und trinken seltener Alkohol als der Durchschnitt der Bevölkerung. Ob der alleinige Verzicht auf Fleisch mehr Gesundheit bringt, wird von Experten angezweifelt. In einem sind sich Ernährungswissenschaftler einig: Wer Fleisch nur in Maßen isst, fettarme Sorten wählt und fette Wurstwaren meidet, ernährt sich auch mit Fleisch gesund.

Ratgeber: Die größten Irrtümer beim Thema Ernährung

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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