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Bluthochdruck: Magnesiummangel kann Hypertonie begünstigen

Nährstoffe für den Kreislauf  

Magnesiummangel kann Blutdruck erhöhen

Larissa Koch

06.07.2018, 10:39 Uhr
Bluthochdruck: Magnesiummangel kann Hypertonie begünstigen. Blutdruck wird gemessen: Magnesiummangel kann für erhöhten Blutdruck verantwortlich sein. (Quelle: dpa/Hauke-Christian Dittrich)

Blutdruck wird gemessen: Magnesiummangel kann für erhöhten Blutdruck verantwortlich sein. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat diagnostizierten Bluthochdruck (Hypertonie). Es wird angenommen, dass viele weitere erhöhten Gefäßdruck haben, ohne es zu merken, denn Hypertonie kommt schleichend. Eine wesentliche Rolle soll Magnesium für den Blutdruck spielen. Stimmt das?

Wissenschaftler der gemeinnützigen Gesellschaft für Biofaktoren* e. V. weisen darauf hin, dass ein Magnesiummangel den Blutdruck erhöhen kann. Das Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Vereins, Prof. Dr. Joachim Schmidt und Facharzt für Pharmakologie aus Dresden, erklärt, Magnesiummangel begünstige Risiken für das Herz-Kreislauf-System wie gefäßschädigende Entzündungen, Herzryhthmusstörungen und Diabetes. Viele Studien hätten gezeigt, dass ein Magnesiummangel zur Erhöhung des Risikos für Herz- und Gefäßerkrankungen führt, erklärt der Experte.

Kollegen stimmen dem Facharzt zu. Professor Klaus Kisters, Chefarzt der Inneren Medizin am St. Anna Hospital in Herne erklärte auf einer Vortragsreihe der Gesellschaft für Biofaktoren, dass Magnesium besonders wichtig sei bei Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. So sei dieser Symptomkomplex häufig mit einem niedrigen Magnesiumspiegel im Blut verbunden. "Magnesiummangel macht herzkrank, hirnkrank und fördert eine Arteriosklerose", erklärte Prof. Kisters.

*Zu den sogenannten Biofaktoren gehören Mikronährstoffe wie Mineralien und Vitamine.

Magnesiummangel spielt in Deutschland eine untergeordnete Rolle

Seit Jahren weisen Wissenschaftler auf die Bedeutung von Magnesium für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. Auch die Deutsche Herzstiftung erklärt, dass ein Mangel dieses Mineralstoffs zu Herzsstolpern (Extrasystolen) und auch zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Ein extremer Mangel kann der Stiftung zufolge sogar lebensbedrohliches Kammerflimmern auslösen und damit einen plötzlichen Herztod mitverursachen.

ABER: Es gibt zunächst keinen Grund zur Beunruhigung, denn ein Magnesiummangel kommt in Deutschland nur selten vor, das zeigt etwa die Nationale Verzehrsstudie II des Max-Rubner-Instituts. Ein Mangel in der Nährstoffversorgung von Teilen der Bevölkerung beschränkt sich dabei meist auf Jod und Vitamin D. 

Hohe Blutdruckwerte gehören zu den Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall, Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Meistens ensteht ein erhöhter Blutdruck durch das Zusammenwirken von Erbanlagen, Alter, Geschlecht sowie verschiedenen ungünstigen Ernährungs- und Lebensbedingungen wie etwa Bewegungsmangel.

Magnesium wirkt bludrucksenkend

Eine Überblicksarbeit, für die 34 Studien ausgewertet wurden, hatte bereits im Jahr 2016 gezeigt, dass Magnesium einen senkenden Effekt auf den Blutdruck hat und das ein Mangel an dem Mineralstoff Hypertonie begünstigen kann. Jedoch waren die blutdrucksenkenden Auswirkungen des Magnesiums recht gering. 

Demnach ließ sich durch eine orale Magnesium-Zufuhr in einer mittleren Dosis von 368 mg pro Tag über einen durchschnittlichen Zeitraum von drei Monaten der systolische Blutdruck der Teilnehmer um 2,00 mmHg und der diastolische Blutdruck um 1,78 mmHg senken. Das ist zwar signifikant, aber ein Hypertoniepatient mit einem Blutdruck von 140 zu 80 mmHg soll nach deutschen Empfehlungen seinen oberen (systolischen) Wert um 10,00 mmHg auf 130 senken. Mit 130 zu 80 gilt sein Blutdruck noch als normal. Ideal ist den medizinischen Leitlinien zufolge ein Wert von 120 zu 80 mmHg. 

Magnesiumpräparate nicht auf Verdacht einnehmen 

Präparate aus der Drogerie oder der Apotheke mit Magnesiumverbindungen gibt es zuhauf. Die Deutsche Herzstiftung etwa rät jedoch davon ab, die Mineralien  einfach auf Verdacht einzunehmen. Das könne kontraproduktiv wirken. "Grundsätzlich sollten Magnesiumpräparate nur zum Einsatz kommen, wenn eine Blutabnahme auch tatsächlich Anlass dafür gibt", heißt es auf der Internetseite der Stiftung. 

Magnesium sei zwar ein lebenswichtiges Mineral, das am Energiestoffwechsel der Muskel- und Nervenfunktion beteiligt ist, aber: "Eine Verbesserung der Körperfunktionen wird lediglich erzielt, wenn ein Mangel vorliegt". Zudem weise nicht jeder Wadenkrampf gleich auf einen Magnesiummangel hin, erklärt die Verbraucherzentrale. Muskelkrämpfe können demnach viele Ursachen haben. Kommt es immer wieder zu Krämpfen, kann ein Arzt mittels Bluttest untersuchen, ob tatsächlich ein Magnesiummangel vorliegt. 

Wie äußert sich ein Magnesiummangel und wie kann man ihn beheben?

Viele Magnesiumpräparate sind zu hoch dosiert

Eine Studie der Leibnitz-Universität Hannover hat ergeben, dass Magnesiumpräparate häufig überdosiert sind. Den Studienautoren zufolge würden rund 18 bis 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium einnehmen. Dabei würden 22 Prozent der Personen, die Magnesiumpräparate zu sich nehmen, die Empfehlung einer zusätzlichen Zufuhr von maximal 250 Milligramm am Tag überschreiten.

Unerwünschte Effekte, ausgelöst durch eine Einnahme von Magnesiumpräparaten ab 300 mg, sind nach Angaben der Verbraucherzentralen etwa Magen-Darm-Beschwerden und Durchfälle. Eine starke Überdosierung von 2500 mg könne sogar sehr gefährliche Nebenwirkungen haben, wie Blutdruckabfall oder Muskelschwäche.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist bei gesunden Menschen, die sich ausgewogen ernähren und nicht gerade Extremsport treiben, in den allermeisten Fällen vollkommen überflüssig und birgt im Gegenteil sogar Risiken. Darauf weisen die Verbraucherzentralen, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, das Bundeszentrum für Ernährung und Wissenschaftler von Forschungsinstituten immer wieder hin.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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