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Die E-Zigarette boomt – Ärzte warnen vor Nebeneffekt

dpa, Wolf von Dewitz

21.09.2018Lesedauer: 2 Min.
E-Zigarette: Immer mehr Raucher steigen auf die Alternative um, da sie als weniger gesundheitsschädlich gilt. Mediziner sind dennoch nicht begeistert.
E-Zigarette: Immer mehr Raucher steigen auf die Alternative um, da sie als weniger gesundheitsschädlich gilt. Mediziner sind dennoch nicht begeistert. (Quelle: Newscast/imago-images-bilder)
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Unter anderem aus Gesundheitsgründen steigen immer mehr Kettenraucher auf die E-Zigarette um. Denn sie gilt als deutlich weniger schädlich. Mediziner erklären, warum sie diesen Umstieg dennoch problematisch finden.

Die Nachfrage nach E-Zigaretten ist erneut deutlich angestiegen. Der Umsatz mit den tabakfreien Produkten sei im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf schätzungsweise 580 Millionen Euro gestiegen, meldet der Verband des eZigarettenhandels.

Absatz von E-Zigaretten steigt rasant

Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2015 (270 Millionen Euro, im Jahr 2016 waren es bereits 420 Millionen Euro). "Es geht steil nach oben", sagt Dac Sprengel, der Geschäftsführer des Verbandes. Immer mehr Raucher stiegen um auf E-Verdampfer.

Eine wirtschaftliche Gefahr für die Tabakhersteller? Jan Mücke, Sprengels Pendant beim Deutschen Zigarettenverband, schüttelt den Kopf. Zum einen vertrieben Tabakkonzerne inzwischen auch die Elektroalternative – als "Ergänzung des Produktporfolios", so Mücke. Die Verdampfer seien aber noch eine Nische.

Zum Vergleich: 2017 lag der Umsatz mit normalen Zigaretten und anderen Tabakprodukten bei knapp 26 Milliarden Euro. "Es wird die klassische Tabakzigarette noch sehr, sehr lange geben", sagte Mücke.

E-Zigaretten-Lobbyist Sprengel rechnet mit einem anhaltend hohen Wachstum. 2018 werde der Umsatz mit E-Zigaretten wohl zwischen 700 und 900 Millionen Euro liegen. Die Politik solle aktiv für die E-Zigaretten eintreten, um ihre Verbreitung stärker zu erhöhen, findet er. Der Lobbyist ist überzeugt, dass dies die Zahl der Krebserkrankungen reduzieren könnte.

Mediziner sind keine Fans der E-Zigarette

Nach Angaben seines Verbandes sind tabakfreie E-Zigaretten "mindestens 95 Prozent weniger schädlich" als normale Zigaretten. Wissenschaftler sehen solche Aussagen mit Skepsis. Zwar bestätigt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), dass die E-Verdampfer "wahrscheinlich deutlich weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten". Es wird aber befürchtet, dass durch die E-Zigaretten die Motivation zum völligen Rauchstopp und damit zum Ende einer Sucht sinkt. Unklar ist auch, wie viele Raucher die E-Zigaretten zum Umstieg nutzen – und wie viele sie bloß zusätzlich verwenden.

Hinzu kommt, dass auch junge Menschen unter den Konsumenten sind: Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist zu hören, die E-Zigaretten seien ein potenzielles Einfallstor für Nikotinsucht.

Während die E-Zigaretten-Branche boomt, hielt sich der konventionelle Markt zuletzt immerhin stabil – im ersten Halbjahr 2018 versteuerten die Hersteller nach Angaben des Deutschen Zigarettenverbandes 37,3 Milliarden Zigaretten und damit in etwa so viele wie im Vorjahresvergleich – der Zuwachs liegt bei 0,3 Prozent. Durch Preiserhöhungen stieg der Umsatz um knapp vier Prozent auf 10,813 Milliarden Euro.

Die Erlöse für Feinschnitt – also losen Tabak zum Selberdrehen – blieben etwa gleich (1,8 Milliarden Euro). Etwa zwei Drittel der Umsätze für Tabakprodukte gehen als Steuern an den Staat.

Zigarettenabsatz wird weiter sinken

Der Deutsche Zigarettenverband rechnet künftig aber mit einem schrumpfenden Zigaretten-Markt. In den vergangenen 15 Jahren habe sich die jährliche Zigarettenmenge in Deutschland von 150 Milliarden mehr als halbiert, sagte Verbandsvertreter Mücke. Grund sei unter anderem ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher. Ein leichter Abwärtstrend von ein bis zwei Prozent wird sich auch künftig nach Verbandsschätzung fortsetzen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • dpa
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