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Husten und Reizhusten: Hausmittel – Welche helfen wirklich?

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Honig und Zwiebelsaft im Check  

Diese Hausmittel helfen wirklich gegen Husten

Von Anna Manz

14.01.2022, 11:51 Uhr
Husten und Reizhusten: Hausmittel – Welche helfen wirklich?. Klassiker bei Erkältung und Husten: Tee, Honig und Zitrone. (Quelle: imago images/Ukrainian News)

Klassiker bei Erkältung und Husten: Tee, Honig und Zitrone. (Quelle: Ukrainian News/imago images)

Bei Husten greifen viele erst einmal auf Hausmittel wie Tee oder Honig zurück, ehe sie sich ärztlich behandeln lassen. Wir erklären, warum das meist keine gute Idee ist und welche Hausmittel helfen können.

Was bei Husten hilft, hängt immer von der Ursache ab. In manchen Fällen ist es sinnvoll, die Beschwerden zu lindern – aber nicht immer. Denn auch wenn Husten sehr störend und belastend sein kann, hat dieser Reflex eine wichtige Funktion: Er dient dazu, die Atemwege von Fremdkörpern wie Staub oder Schleim zu befreien.

Welche Behandlung bei Husten notwendig ist, kann somit nur eine Ärztin oder ein Arzt entscheiden. Hausmittel eignen sich grundsätzlich nur dann, wenn die Ursache geklärt ist und aus ärztlicher Sicht nichts gegen hustenstillende Maßnahmen spricht.  

Wichtig ist ein Arztbesuch vor allem, wenn der Husten mit zusätzlichen Symptomen wie hohem Fieber einhergeht und/oder mehrere Wochen anhält. Klingt der Husten nach spätestens acht Wochen nicht ab, kann er ein Anzeichen für eine chronische Erkrankung sein.

Reizhusten und produktiver Husten: Was ist der Unterschied?

Der sogenannte produktive Husten dient dazu, Schleim nach draußen zu befördern. Er tritt oft zusammen mit Atemwegsinfektionen auf, am häufigsten mit Erkältungen. Es können bis zu drei Wochen vergehen, bis er wieder abklingt.

Auch bei einer Nebenhöhlenentzündung kann es zu produktivem Husten kommen, wenn Sekret aus den Nebenhöhlen in den Rachen fließt und dort den Hustenreflex auslöst. In diesem Fall verhindert der Husten, dass der Schleim in Luftröhre oder Lunge gelangt.

Unproduktiver Husten hingegen ist trocken. Er entsteht durch eine Reizung der Atemwege, etwa durch eingeatmete Fremdkörper, Rauch sowie Entzündungen, und wird daher auch als Reizhusten bezeichnet. Bei Erkältungen beginnt der Husten oft ohne Auswurf und geht dann im Verlauf in produktiven Husten über. Trockener Husten kann jedoch auch chronischer Natur sein, also länger andauern beziehungsweise immer wieder auftreten. Das ist zum Beispiel bei Asthma der Fall.

Kind trinkt Tee: Bei Husten ist es wichtig, ausreichend zu trinken, damit die Atemwege nicht zu trocken werden. (Quelle: Getty Images/Zinkevych)Kind trinkt Tee: Bei Husten ist es wichtig, ausreichend zu trinken, damit die Atemwege nicht zu trocken werden. (Quelle: Zinkevych/Getty Images)

Sind Dampfbäder ein gutes Hausmittel gegen Husten?

Manche Menschen empfinden Dampfbäder als wohltuend, wenn sie erkältet sind und Husten haben. Ob das Einatmen (Inhalieren) von Wasserdampf wirklich gegen verschleimten Husten hilft, lässt sich aber nicht sicher sagen, weil die Wissenschaft zu dieser Frage keine eindeutigen Ergebnisse geliefert hat.

Wer es ausprobieren möchte, sollte wissen, dass Dampfbäder nicht immer harmlos sind. Zum einen können sie, wenn man nicht aufpasst, zu Verbrennungen führen. Zum anderen können sie gewisse Beschwerden verschlimmern. Beispielsweise wird bei Hautentzündungen, Augenleiden, niedrigem Blutdruck oder sonstigen Kreislaufproblemen grundsätzlich vom Inhalieren abgeraten.

Wer eine Allergie oder Asthma hat, sollte sich vor dem Inhalieren von einer Ärztin oder einem Arzt beraten lassen. Zusätze wie ätherische Öle im Inhalierwasser sind bei diesen Erkrankungen grundsätzlich nicht empfehlenswert, weil die enthaltenen Stoffe allergische Reaktionen auslösen können.

Die Zubereitung ist simpel: Einfach einen großen Topf mit heißem (nicht kochendem) Wasser füllen, bei Bedarf zum Beispiel Kamillentee, Eukalyptusöl oder Kochsalz hinzufügen, Handtuch über den Kopf legen und über den Topf beugen.

Achten Sie darauf, zwei Handbreit Abstand zu halten, damit Sie sich nicht verbrennen. Atmen Sie den Wasserdampf 10 bis 20 Minuten lang tief durch Nase und Mund ein und waschen Sie sich danach das Gesicht mit lauwarmem Wasser ab. Nach dem Inhalieren sollten Sie Zugluft vermeiden und auch nicht nach draußen gehen.

Ist Tee ein wirksames Hausmittel gegen Husten?

Bei Husten ist es wichtig, ausreichend zu trinken, am besten Tee oder lauwarmes Wasser ohne Kohlensäure. Die Flüssigkeit verhindert, dass die Atemwege austrocknen und wirkt so dem Hustenreiz entgegen. Gut geeignet ist vor allem Kräutertee, etwa mit Anis, Eukalyptus, Myrte, Pfefferminze, Spitzwegerich und Thymian.

Besonders viel trinken ist aber nicht notwendig und bewirkt auch nicht, dass der Husten schneller verschwindet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät Erwachsenen zu 1,5 Litern pro Tag.

Hausmittel gegen Hustenreiz: Wie lässt sich Reizhusten schnell lindern?

Wenn ein akuter Auslöser hinter dem Reizhusten steckt, lässt er sich häufig durch einfache Maßnahmen lindern:

  • Trinken Sie ein Glas lauwarmes Wasser.
  • Lutschen Sie ein Bonbon oder nehmen Sie Honig oder Hustensirup ein.

Sirups, Bonbons und Lutschtabletten gegen Husten enthalten häufig bestimmte pflanzliche Extrakte wie Spitzwegerich, Isländisch Moos und Eibischwurzel, denen eine lindernde Wirkung bei Reizhusten zugesprochen wird. Erwiesen ist diese Wirkung nicht.

Dennoch helfen diese Mittel zumindest kurzfristig, weil sie – ebenso wie Honig – hauptsächlich aus Zucker bestehen. Dieser hüllt die Hustenrezeptoren im Rachen ein und schützt sie somit vor Reizen. Der Hustenreiz wird so für etwa 20 bis 30 Minuten unterdrückt.

Vorsicht: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig zu sich nehmen, da er Bakterien enthalten kann, die zu Muskel- und Atemlähmung führen können. Den Honig vorher zu erhitzen, hilft nicht.

Pflanzliche Mittel: Wie gut eignen sich Tabletten und Hustensaft?  

Zusätzlich zu Hausmitteln greifen Betroffene häufig auf pflanzliche Mittel aus der Apotheke zurück, zum Beispiel Tabletten oder Hustensaft mit Präparaten aus Efeu, Primel und Thymian.

Ob das etwas bringt, ist fraglich. Efeublattextrakte haben Studien zufolge höchstens einen sehr geringen Effekt auf die Beschwerden. Insgesamt liefern die Studien zu pflanzlichen Hustenmitteln sehr uneinheitliche Ergebnisse. Obendrein weisen sie methodische Mängel auf, die ihre Aussagekraft begrenzen.

Wurzelextrakt aus Pelargonium sidoides (einer südafrikanischen Arzneipflanze) erzielt in Studien eine mäßige Wirkung. In Studien mit ätherischen Ölen linderten diese zwar den Husten und auch weitere Erkältungssymptome. Allerdings zeigte sich auch, dass die Öle die Haut reizen können.

Die Wirksamkeit von Produkten mit Echinacea (Sonnenhut) pauschal zu beurteilen, ist grundsätzlich schwierig, weil das Produkt in verschiedenen Dosierungen erhältlich ist und in der Herstellung verschiedene Teile der Pflanze verwendet werden. Die Echinaceaprodukte, die bisher getestet wurden, sind nicht zu empfehlen: In den Untersuchungen zeigte sich, dass die Mittel die Dauer des Hustens nicht verkürzen.

Hilft Zwiebelsaft gegen Erkältungshusten?

Der Nutzen von Zwiebelsaft ist fraglich: Studien belegen zwar, dass Zwiebeln bestimmte Bakterienarten abtöten können. Aber hinter Erkältungen stecken meist keine Bakterien, sondern Viren. Und wenn es zu einer zusätzlichen Infektion (Superinfektion) mit Bakterien kommt, ist von Hausmitteln (auch von Zwiebelsaft) dringend abzuraten. In diesem Fall kann nur die Ärztin oder der Arzt helfen – meist durch eine Behandlung mit Antibiotika.

Um eigenen Hustensaft herzustellen, können Betroffene eine Küchenzwiebel würfeln, mit Kandiszucker aufkochen, durchziehen lassen und dann durch ein Tuch sieben.

Was hilft gegen Husten bei Kindern?

Husten ist der häufigste Grund für den Besuch beim Kinderarzt. Das liegt unter anderem daran, dass sich Kinder pro Jahr im Schnitt sechs- bis achtmal eine Erkältung einfangen. Zum Vergleich: Erwachsene erwischt es durchschnittlich nur zwei- bis viermal im Jahr.

Auch wenn Erkältungen ein häufiger Grund für Husten sind, sollten Eltern trotzdem zusätzlich auf den Klang des Hustens achten. Bellender Husten deutet bei Kleinkindern auf Pseudokrupp hin. Diese Erkrankung der Atemwege geht oft aus einer gewöhnlichen Erkältung hervor und führt zur Entzündung der Luftröhre. Die Krankheit betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder zwischen 18 Monaten und fünf Jahren. Bei Verdacht auf Pseudokrupp sollten Sie eine kinderärztliche Praxis aufsuchen.

Tritt der Husten als Begleiterscheinung einer Erkältung auf, so eignen sich bei Kindern ähnliche Anwendungen wie bei Erwachsenen. Vor dem abendlichen Zähneputzen können Eltern ihren Kindern etwas Honig – entweder pur oder in Wasser gelöst – geben, um die nächtlichen Beschwerden zu lindern. Aber Vorsicht: Nicht bei Kindern unter einem Jahr! Der Honig kann Bakterien enthalten, die zu Muskel- und Atemlähmung führen können. Den Honig vorher zu erhitzen, ändert daran nichts.

Auch ätherische Öle wie Kampfer, Menthol oder Eukalyptus sind bei Kindern wirksam gegen Husten. Sie stecken häufig in Einreibemitteln, Badezusätzen oder Inhalationsmitteln. Aber beim Gebrauch sollten Eltern sehr vorsichtig sein. Viele ätherische Öle sind für Kinder gefährlich und können zu Hautreaktionen, Bauchschmerzen oder Erbrechen führen. Für Kinder unter drei Jahren sind die Öle sogar potenziell tödlich, weshalb sie in dieser Altersklasse überhaupt nicht verwendet werden sollten.

Damit der Husten locker bleibt, sollten Kinder außerdem ausreichend trinken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einem Liter täglich. Tee kann den Hustenreiz ebenfalls lindern. Sorten, die sich für Kinder eignen, sind zum Beispiel Salbei und Spitzwegerich.  

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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