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Blutvergiftung Symptome: Diese Anzeichen weisen auf eine Sepsis hin

Sofort reagieren  

Diese Anzeichen weisen auf eine Blutvergiftung hin

30.07.2020, 16:03 Uhr | mwe, t-online.de, dpa-tmn, AM

Blutvergiftung Symptome: Diese Anzeichen weisen auf eine Sepsis hin. Schnittwunde: Das Symptombild einer Blutvergiftung ist oft unspezifisch. (Quelle: Getty Images/worac)

Schnittwunde: Das Symptombild einer Blutvergiftung ist oft unspezifisch. (Symbolbild) (Quelle: worac/Getty Images)

In Deutschland ist eine Blutvergiftung die häufigste Todesursache bei Infektionen. Deswegen ist es wichtig, dass Betroffene bei den ersten Symptomen sofort reagieren. Diese Anzeichen weisen auf eine Sepsis hin.

Eine Blutvergiftung – oft auch Sepsis genannt – ist häufig nur schwer zu erkennen. Zu den ersten Anzeichen einer Blutvergiftung können der Deutschen Sepsis-Hilfe zufolge Verwirrtheit und mentale Veränderungen gehören, weil das Gehirn eines der ersten betroffenen Organe ist. Starke Atemprobleme und ein beginnendes Kreislaufversagen deuten ebenfalls eine Sepsis hin.

Viele Betroffene klagen neben grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit. Aber auch Herzrasen, Verwirrtheit und allgemein ein extremes Krankheitsgefühl können auf eine Sepsis hinweisen. Die Sterblichkeitsrate bei Betroffenen erhöht sich im Stundentakt um sieben bis acht Prozent.

Anzeichen der Blutvergiftung im Überblick

  • Verwirrtheit
  • mentale Veränderungen
  • Atembeschwerden
  • beginnendes Kreislaufversagen
  • Fieber und Abgeschlagenheit
  • Herzrasen

Ursachen für Blutvergiftung

Viele Sepsisfälle entstehen im Krankenhaus. Das Risiko ist durch Operationen ebenso wie durch Katheter oder Beatmungsschläuche erhöht. Auch aus einer Lungenentzündung kann sich eine Sepsis entwickeln. Ein weiterer Risikofaktor ist das geschwächte Immunsystem der Patienten. Aber auch durch kleine Verletzungen, die im Alltag entstehen, kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Das können Schürf- und Schnittwunden, aber auch Verbrennungen sein.

Wichtig
Der typische rote Strich, der zum Herzen führt, tritt aber eher selten auf. Er ist lediglich ein Zeichen dafür, dass sich in den Lymphbahnen eine Entzündung ausgebreitet hat.

Was tun bei Verdacht auf Blutvergiftung?

Bei Verdacht auf eine Blutvergiftung sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Für die Behandlung muss zunächst die Grunderkrankung – also die Infektion, die zur Blutvergiftung geführt hat – ausfindig gemacht werden.

Bei einer einfachen Sepsis wird in der Regel eine Therapie mit Antibiotika begonnen, da meistens Bakterien für eine Blutvergiftung verantwortlich sind. Sind es Auslöser wie Pilze (Candida-Sepsis), Viren oder Parasiten, müssen diese entsprechend therapiert werden. 

Bei einer schweren Sepsis müssen zusätzlich zur Beseitigung der Infektionsquelle und einer Antibiotikatherapie auch die eingeschränkten Organfunktionen beachtet werden. Bei diesem gefährlicheren Sepsis-Verlauf ist fast immer ein Aufenthalt auf der Intensivstation nötig. Hier können auch weitere Behandlungen erforderlich sein, beispielsweise der Ersatz von Blutzellen durch Transfusion oder die Unterstützung der Funktion in Mitleidenschaft gezogener Organe, beispielsweise durch eine künstliche Beatmung.

Blutvergiftung durch Bakterien in der Blutbahn

Zu einer Blutvergiftung kommt es, wenn Bakterien über offene Wunden in den Körper gelangen. Dadurch entzündet sich die Haut. Wird die Infektion nicht behandelt, breiten sich die Bakterien über die Blutbahn im ganzen Körper aus und befallen nach und nach alle Organe. Die Folge: Die Sauerstoffversorgung der Organe verschlechtert sich und der Körper kann lebenswichtige Funktionen nicht mehr aufrechterhalten. Innerhalb weniger Stunden kann es zum Versagen von Niere, Lunge, Leber und Kreislauf kommen.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet sind chronisch Kranke, Menschen ohne Milz und Über-60-Jährige. Auch Kleinkinder unter einem Jahr gehören zur Risikogruppe. Mögliche Warnzeichen sind hier, dass sie schwer atmen, sich ungewohnt kalt und fiebrig anfühlen, sich verlangsamt bewegen, krampfen, nicht trinken oder essen sowie wiederholt erbrechen oder Durchfall haben. Treten mindestens zwei dieser Symptome auf, könnte es eine Blutvergiftung sein.

Mit Impfungen gegen einige Sepsiserreger wie beispielsweise Pneumokokke lassen sich etliche Todesfälle vermeiden. Auch bessere Hygiene im Gesundheitswesen könnte vielfach vorbeugen.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Sepsis-Hilfe e.V.
  • ÄrzteZeitung
  • ​Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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