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Koffein-Shampoo: Hilft es wirklich gegen Haarausfalll?

Haarausfall  

So wirksam sind Koffein-Shampoos wirklich

21.02.2013, 14:40 Uhr | hut

Koffein-Shampoo: Hilft es wirklich gegen Haarausfalll?. Kann die richtige Haarpflege tatsächlich den Haarausfall bekämpfen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kann die richtige Haarpflege tatsächlich den Haarausfall bekämpfen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Koffein macht munter, fördert die Konzentration und soll sogar vor Alzheimer und Depressionen schützen. Doch hilft die stimulierende Substanz auch gegen Haarausfall? Dr. Andreas Finner, Experte für Haarmedizin und Haartransplantationen aus Berlin, klärt auf, wie wirksam Koffein-Shampoos wirklich sind.

Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt

Koffein-Shampoos werben mit Slogans wie "fühlbar mehr Haar" und "Schluss mit magerem Haarwachstum". Doch dass Sie wirklich gegen Haarausfall helfen, ist wissenschaftlich gar nicht erwiesen. "Untersuchungen im Labor haben zwar gezeigt, dass Koffein, direkt auf die Haarwurzel gegeben, das Wachstum und die Energieversorgung der Zellen anregt. Was bislang aber leider fehlt, sind Untersuchungen mit dem Shampoo direkt auf der Kopfhaut", erklärt Finner. Unklar sei etwa, wie hoch die Konzentration an Koffein ist, die die Haarwurzel durch das Shampoo erreicht.

Koffein-Shampoos sind keine Arzneimittel

Solche Studien sind auch künftig nicht vorgesehen, meint der Experte. Denn die Hersteller bewerben die Koffein-Shampoos keineswegs als Medikament gegen krankhaften Haarausfall, sondern als Kosmetikum. Nachweise über die Wirksamkeit zu erbringen, sei daher nicht nötig. Ganz absprechen will Finner den Spezialshampoos ihre Wirkung aber nicht. Dass Koffein durch das Shampoo in die Haarwurzeln eindringen kann, wurde in Versuchen bestätigt. "Man kann nicht behaupten, die Shampoos wirken nicht. Die konkrete Wirkung ist aber eben wenig belegt". Bei richtiger Anwendung schade das Shampoo aber auch nicht und könne als zusätzliche Behandlung eingesetzt werden.

Wichtig ist, die Ursachen zu ergründen

Von einer Selbsttherapie rät Finner ohnehin ab. Denn wer sich durch verschiedene Koffein-Shampoos und Haarwuchsmittel probiert, verliert wertvolle Zeit, in der er wirklich effektiv gegen den Haarausfall vorgehen könnte. Dazu ist aber zunächst einmal wichtig, die Ursachen für den Haarverlust zu klären, sagt der Dermatologe. Oft ist der Haarausfall anlagebedingt. In diesem Fall helfen nur Medikamente. Für den diffusen Haarausfall, der sich am Oberkopf, an den Geheimratsecken und den Seiten bemerkbar macht, kann es aber zahlreiche Gründe geben. Eine vorangegangene Krankheit zum Beispiel, ein Pillenwechsel, eine Mangelerscheinung oder ein Schilddrüsenproblem. "Verpasst man die rechtzeitige, korrekte Behandlung, kann es mitunter zu spät sein, weil sich die Haarzellen dann nicht mehr anregen lassen", warnt Finner. Statt mit Shampoos zu experimentieren, sollte man daher besser gezielt und so schnell wie möglich die Ursache des Haarverlusts bekämpfen.

Koffein wirkt langfristig

Für eine unterstützende Wirkung ist dem Experten zufolge aber nichts gegen Koffein-Shampoos einzuwenden. Wichtig sei allerdings, den eigenen Haar- und Kopfhauttyp zu beachten. Bei Menschen mit trockenen Haaren und sensibler Haut könne es etwa bei zu langer Einwirkzeit zu Hautreizungen kommen. Die Einwirkdauer sollte aber zwei Minuten nicht unterschreiten, da sonst nicht genug Wirkstoff in die Haarwurzeln transportiert wird, erklärt der Dermatologe. Auch muss das Shampoo regelmäßig benutzt werden und darf nicht wieder abgesetzt werden, da das Koffein im Haar schnell wieder abgebaut wird und dann der Haarverlust wieder einsetzt. "Was aber garantiert nicht wirkt, ist Kaffeetrinken oder sich das braune Gebräu über das Haar zu gießen", warnt Finner. "Die Haarwurzeln werden dabei gar nicht erreicht".



Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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