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Bluthochdruck senken: Im Notfall sofort handeln – aber wie?


Bluthochdruck senken – wann sofort ärztliche Hilfe nötig ist


Aktualisiert am 12.10.2023Lesedauer: 3 Min.
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Blutdruckmessung durch RettungsdienstVergrößern des Bildes
Manchmal ist es lebensrettend, Bluthochdruck notärztlich senken zu lassen – also sofort die Nummer 112 zu wählen. (Quelle: huettenhoelscher/Getty Images)

Steigt der Blutdruck gefährlich an, gilt: Bluthochdruck senken – sofort und mit ärztlicher Hilfe. Was genau im Notfall zu tun ist, erfahren Sie hier.

Bluthochdruck (Fachbegriff: Hypertonie) ist normalerweise nicht sofort zu spüren. Auf Dauer macht er jedoch krank: Zu seinen möglichen Folgen zählen Herzschwäche, Schlaganfall und Herzinfarkt. Darum ist es immer ratsam, Bluthochdruck zu senken. Oft ist dazu eine langfristige – teils lebenslange – Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten nötig.

Dass der Blutdruck leicht schwankt, ist auch bei Hypertonie grundsätzlich normal – also noch kein Grund zur Sorge. Hingegen ist Vorsicht geboten, wenn die Blutdruckwerte in Ruhe plötzlich stark ansteigen: In dem Fall ist es wichtig, den Bluthochdruck zu senken. Ob sofort notärztliche Hilfe nötig ist oder nicht, hängt davon ab, ob gleichzeitig ernste Beschwerden auftreten.

Hypertensive Krise

Als gefährlich gilt ein plötzlicher Blutdruckanstieg in Ruhe, wenn die Werte über 180/120 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) steigen. Solange dabei keine schwerwiegenden Symptome auftreten, sprechen Fachleute von einer hypertensiven Krise (bzw. hypertensiven Gefahrensituation). Für Betroffene heißt es dann: den Bluthochdruck langsam senken und am besten sofort ärztlichen Rat einholen – etwa von der Hausärztin oder dem Hausarzt.

Oft lässt sich ein plötzlich extrem hoher Blutdruck bereits senken, indem sofort für Ruhe gesorgt wird. Daher ist es sinnvoll, dass Betroffene sich hinlegen, versuchen zu entspannen und nach etwa 15 bis 30 Minuten Ruhe noch einmal den Blutdruck messen.

Mehr erfahren

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel "Bluthochdruck erkennen ohne Messgerät – geht das?".

Zudem empfiehlt es sich, einen (bereits verordneten) Blutdrucksenker einzunehmen, um den Bluthochdruck zu senken. Dass die Werte sofort stark abfallen, ist dabei aber zu vermeiden. Stattdessen soll sich der Blutdruck langsam – über viele Stunden bis Tage – normalisieren. Besonders wichtig ist dies bei einer bereits bestehenden Erkrankung des Herzens oder der Hirngefäße.

Um zu kontrollieren, ob die hypertensive Krise vorübergeht, sollten Betroffene ihren Blutdruck in den ersten Tagen danach wiederholt messen. Stellt sich dabei heraus, dass die bisherigen Maßnahmen den Bluthochdruck nicht senken konnten, ist sofort eine ärztliche Behandlung notwendig – zum Beispiel in der hausärztlichen Praxis oder einer Klinikambulanz.

Wichtiger Hinweis

Auch wenn es ohne ärztliche Hilfe gelingt, plötzlichen Bluthochdruck zu senken, sollte die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anschließend über die hypertensive Krise informiert werden.

Hypertensiver Notfall

Bleibt eine hypertensive Krise unbehandelt, kann sie in einen hypertensiven Notfall übergehen. Betroffene sollten sich dann nicht auf eine Selbstbehandlung verlassen, um den Bluthochdruck zu senken, sondern sofort die Rettungsleitstelle über die Notrufnummer 112 alarmieren.

Ein hypertensiver Notfall liegt vor, wenn bei einem plötzlichen Blutdruckanstieg schwere Symptome (wie Benommenheit, starke Brustschmerzen, Lähmungen oder Sprechstörungen) auftreten. Diese können darauf hinweisen, dass der Bluthochdruck Gefäße und Organe massiv geschädigt hat – zum Beispiel:

  • das Gehirn, was unter anderem zu Kreislaufkollaps, Hirnblutungen und Schlaganfall führen kann.
  • das Herz, woraus etwa Herzschwäche, Brustenge (Angina pectoris) und/oder Herzinfarkt entstehen können.
  • die Hauptschlagader (Aorta), bei der es zum Beispiel zu Einblutungen mit nachfolgender Aufspaltung der Wandschichten kommen kann (Aortendissektion).
  • die Augen, wenn es zu Blutungen der Netzhautgefäße oder einer Schwellung an der Einmündung des Sehnervs in die Netzhaut kommt.
  • die Lungen, wobei sich darin Flüssigkeit ansammeln kann (Lungenödem).
  • die Nieren, was zu Nierenversagen führen kann.

Wichtiger Hinweis

Ein sich plötzlich verschlimmernder Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann Anzeichen einer Eklampsie sein: In dem Fall drohen epileptische Krampfanfälle mit Bewusstseinsverlust. Mögliche Warnsignale hierfür sind Kopfschmerzen und Sehstörungen.

Zur Erstversorgung bei einem hypertensiven Notfall bieten sich Ruhe und ein Hochlagern des Oberkörpers an. Bei der notärztlichen Versorgung bekommen Betroffene verschiedene Medikamente verabreicht – unter Umständen zusammen mit Sauerstoff –, um den Bluthochdruck zu senken. Dann geht es sofort zur Weiterbehandlung in ein Krankenhaus.

Brauchen Sie eine Auffrischung der Corona-Schutzimpfung?

Menschen mit Bluthochdruck erkranken häufiger schwer an Covid-19 und haben ein erhöhtes Sterberisiko. Darauf weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin. Bluthochdruck betrifft vor allem ältere Personen und solche mit Vorerkrankungen. Für diese Risikogruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) eine Corona-Auffrischungsimpfung. Wenn Sie Bluthochdruck haben, besprechen Sie daher am besten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, ob eine Nachimpfung für Sie infrage kommt.

Notfall erkennen

Ob Betroffene einen plötzlich extrem hohen Blutdruck allein senken können oder sofort ärztliche Hilfe brauchen, hängt nicht allein von den gemessenen Blutdruckwerten ab. Entscheidend sind stattdessen eher die mit dem Bluthochdruck verbundenen Beschwerden.

Weisen die Beschwerden auf Organschäden hin, heißt es: Blutdruck sofort ärztlich behandeln, um Folgerisiken zu senken. Daher ist es immer ratsam, über die Notrufnummer 112 notärztliche Hilfe anzufordern, wenn bei plötzlich massivem Bluthochdruck mindestens eins der folgenden Symptome auftritt:

  • Schmerzen, Brennen oder ein starkes Druckgefühl in der Brust
  • Atemnot
  • starkes Schwindelgefühl, evtl. auch starke Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Sprechstörungen
  • Lähmungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Nasenbluten
  • Benommenheit, fehlende Reaktion auf Ansprache
  • Krampfanfälle

Wichtiger Hinweis

Bei einem plötzlichen Blutdruckanstieg in der Schwangerschaft gilt: sofort ins Krankenhaus bzw. die 112 wählen.

Allerdings kann eine hypertensive Krise ebenfalls mit – wenn auch milderen – Beschwerden einhergehen. Dadurch ist es für Betroffene (und andere anwesende Personen) nicht immer einfach, einen hypertensiven Notfall zu erkennen. Fachleute raten deshalb: im Zweifelsfall nicht erst selbst versuchen, den Bluthochdruck zu senken, sondern sofort notärztliche Hilfe rufen.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 28.4.2023)
  • "Plötzlicher Bluthochdruck – was soll ich tun?" Online-Informationen der Deutschen Herzstiftung: www.herzstiftung.de (Stand: 27.1.2023)
  • Herold, G. (Hrsg.): Innere Medizin 2023. Eigenverlag, Köln 2022
  • "Hypertensive Krise". Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: Juni 2022)
  • "Akute Probleme bei schwerem Bluthochdruck (hypertensiver Notfall)". Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 10.7.2020)
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