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Rosazea behandeln – was wirklich hilft


Rosazea richtig behandeln – was wirklich hilft

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 05.10.2022Lesedauer: 5 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Eine Frau mit Rosazea betrachtet sich im Spiegel.
Gegen die Rötung im Gesicht können unter anderem bestimmte Cremes und Gele helfen. (Quelle: Lipowski/Getty Images)
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Eine Rosazea lässt sich heute gut behandeln. Wir erklären, auf welche Maßnahmen es dabei ankommt und welche Cremes und Medikamente die Rötung lindern.

Das Wichtigste im Überblick


  • Diese Einflüsse sind bei Rosazea zu meiden
  • Rosazea mit Cremes und Gelen behandeln
  • Medikamente zum Einnehmen
  • Behandlung dauerhafter Verformungen der Nase
  • Was hilft bei Rosazea am Auge?
  • Tipps für die richtige Hautpflege

Die Rosazea (auch Rosacea) ist eine chronische Erkrankung, bei der sich die Haut schubweise entzündet – und zwar ausgerechnet im Gesicht. Die Betroffenen werden immer wieder von sogenannten Flushs geplagt, bei denen sich die Haut an Wangen, Stirn, Nase und/oder Kinn plötzlich rötet. Oft erweitern sich dabei die Äderchen, zudem können sich Pusteln, Knötchen und Schwellungen bilden.

Für die Erkrankten ist das in der Regel äußerst unangenehm. Sie können die immer wieder neu aufflammenden Entzündungen kaum verbergen und fühlen sich in ihrer Haut nicht mehr wohl. Bei einigen geht der Leidensdruck sogar in eine psychische Erkrankung über. Außerdem kann die Rosazea, wenn sie stark ausgeprägt ist, dauerhafte Veränderungen der Haut nach sich ziehen. Diese beginnt sich zu verdicken, was unter anderem mit einer knollenartigen Verformung der Nase einhergehen kann.

Um all das zu vermeiden, ist eine rechtzeitige und gezielte Behandlung wichtig. Diese setzt sich aus verschiedenen Maßnahmen zusammen: Einerseits sollten die Betroffenen versuchen, mögliche Auslöser der Flushs zu identifizieren und zu vermeiden. Zum anderen kann die Ärztin oder der Arzt ihnen Mittel verschreiben, die die Entzündung hemmen und die Rötungen mildern.

Welche Mittel geeignet sind, richtet sich in erster Linie nach dem Schweregrad der Krankheit: Eine leichte Rosazea lässt sich meist gut durch äußerlich anwendbare Wirkstoffe in den Griff bekommen, etwa in Form von Gelen oder Cremes. Bei schwereren Formen kann die Ärztin oder der Arzt Medikamente zum Einnehmen verschreiben.

Diese Einflüsse sind bei Rosazea zu meiden

Bestimmte Faktoren können neue Schübe auslösen und bestehende Entzündungen verschlimmern. Um die Erkrankung dauerhaft unter Kontrolle zu bringen, sollten Betroffene darauf achten, welche Einflüsse bei ihnen zu diesen sogenannten Triggern zählen könnten, und diese dann so gut es geht meiden.

Für Menschen mit Rosazea können unter anderem folgende Faktoren problematisch sein:

  • scharfe oder stark gewürzte Speisen
  • Knoblauch und Senföl
  • Alkohol
  • heiße Getränke
  • Stress
  • Sonnenlicht
  • Wind
  • Hitze und Kälte (auch heißes und kaltes Wasser) sowie starke Temperaturschwankungen
  • körperliche Anstrengung
  • Kosmetika und Pflegeprodukte mit hautreizenden Inhaltsstoffen
  • Medikamente, die die Blutgefäße erweitern

Grundsätzlich kann alles, was die Durchblutung des Gesichts verstärkt, Rosazeaschübe auslösen.

Rosazea mit Cremes und Gelen behandeln

Gegen die Hautrötung kann ein Gel mit dem Wirkstoff Brimonidin helfen. Dieser sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße in der Haut verengen. Dadurch werden diese schwächer durchblutet und die Rötung verblasst.

Die Haut wird für gewöhnlich einmal täglich mit dem Gel behandelt. Die Wirkung entfaltet sich bereits nach etwa 20 bis 30 Minuten und hält dann für etwa acht bis zehn Stunden an – daher ist das Gel nur bei dauerhafter Anwendung hilfreich.

Den Hautknötchen und Pusteln wirkt Brimonidin nicht entgegen. Diese lassen sich aber mit anderen Präparaten mildern. Meist verordnet die Ärztin oder der Arzt Mittel mit den Wirkstoffen

  • Metronidazol,
  • Azelainsäure oder
  • Ivermectin.

Metronidazol und Azelainsäure wirken, indem sie die Entzündung lindern. Azelainsäure wirkt außerdem der Verhornung der Talgdrüsen entgegen, welche zur Verdickung der Haut beiträgt.

Beide Wirkstoffe werden als Creme oder Gel auf die Haut aufgetragen. Metronidazol ein- bis zweimal am Tag, Azelainsäure zweimal täglich. Studien zeigen, dass beide Wirkstoffe helfen, für gewöhnlich innerhalb einiger Wochen – allerdings nicht bei allen Erkrankten. Welches Mittel wirksamer ist, lässt sich bislang nicht sicher sagen.

Ivermectin kann ebenfalls die Entzündung lindern und hat zugleich noch eine weitere günstige Eigenschaft: Es tötet sogenannte Demodex-Milben auf der Haut ab, die bei vielen Betroffenen in vermehrter Zahl vorkommen und die Beschwerden fördern können.

Der Wirkstoff kommt als Creme zum Einsatz. Die Erkrankten tragen diese einmal täglich auf die Gesichtshaut auf, in der Regel für mehrere Monate.

Medikamente zum Einnehmen

Wenn Cremes oder Gele nicht ausreichend wirken oder die Rosazea ausgeprägte Pusteln und Knötchen verursacht, gibt es noch eine andere Möglichkeit der Behandlung: Die Ärztin oder der Arzt kann Medikamente zum Einnehmen verschreiben. Geeignet ist insbesondere das Antibiotikum Doxycyclin. Wie Metronidazol und Azelainsäure wirkt dieses den krankhaften Hautveränderungen entgegen, indem es die zugrunde liegende Entzündung hemmt – allerdings von innen heraus.

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In einigen Fällen lässt sich auch durch die Medikamente zum Einnehmen keine ausreichende Besserung erzielen. Dann besteht noch die Möglichkeit, die Rosazea sowohl innerlich als auch äußerlich zu behandeln. Für eine solche kombinierte Therapie kommt in erster Linie Ivermectin-Creme infrage, mitunter aber auch ein Präparat mit Metronidazol oder Azelainsäure.

Behandlung dauerhafter Verformungen der Nase

Bei einigen Menschen mit Rosazea – hauptsächlich bei Männern – kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer knollenförmigen Verdickung der Nasenhaut, in der Fachsprache als Rhinophym bezeichnet. Das verdickte Gewebe lässt sich durch eine Laserbehandlung entfernen. Dieser Eingriff hat allerdings keinen Einfluss auf die entzündlichen Prozesse in der Haut. Er wirkt also nicht den Ursachen, sondern nur den sichtbaren Folgen der Rosazea entgegen.

Was hilft bei Rosazea am Auge?

Eine Rosazea kann auch das Auge betreffen. Das ist bei etwa der Hälfte der Erkrankten der Fall. Ihre Augen können tränen, jucken und lichtempfindlich werden. Außerdem kann die Rosazea die Funktion der Talgdrüsen am Lidrand stören, wodurch die Augen trocken werden. Dies macht sich typischerweise durch ein Brennen und ein Fremdkörpergefühl im Auge bemerkbar.

Die Betroffenen sollten sich dann nicht nur hautärztlich, sondern auch augenärztlich untersuchen und behandeln lassen. Die Ärztin oder der Arzt wird unter anderem zu einer sorgfältigen Pflege des Lidrandes raten: Die Augenlider sollten täglich erwärmt und gereinigt werden, zum Beispiel mit feuchtwarmen Kompressen. Durch die Wärme verflüssigt sich der Talg in den verstopften Drüsen und kann dadurch besser abfließen.

Hinweis

Wie eine optimale Lidrandpflege aussieht, kann die Augenärztin oder der Augenarzt im Detail erklären. Hilfreiche Tipps finden Sie auch in unserem Artikel "Blepharitis lindern: Lidrandentzündung behandeln – welche Hausmittel und Medikamente helfen".

Neben der Lidrandhygiene verordnet die Ärztin oder der Arzt möglicherweise zudem Tränenersatzmittel sowie Augentropfen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Ciclosporin, Azithromycin, Ivermectin oder Metronidazol.

Tipps für die richtige Hautpflege

Auch die Reinigung und Pflege der Haut ist in der Behandlung der Rosazea entscheidend:

  • Säubern Sie Ihre Haut morgens und abends nur mit lauwarmem Wasser und Waschsubstanzen, die den Säureschutzmantel der Haut nicht angreifen (üblicherweise mit der Aufschrift "pH-hautneutral" gekennzeichnet). Nutzen Sie keine Peelings.
  • Tupfen Sie die Haut anschließend vorsichtig trocken, ohne zu reiben oder zu rubbeln.
  • Verzichten Sie auf Pflegeprodukte mit Alkohol, ätherischen Ölen, Menthol, Kampfer, Duftstoffen oder Konservierungsmitteln.
  • Verwenden Sie für die Feuchtigkeitspflege Öl-in-Wasser-Emulsionen mit einem hohen Wasseranteil und wenig Öl.
  • Tragen Sie täglich Sonnencreme auf, welche – wie die Feuchtigkeitspflege – einen hohen Wasseranteil haben und möglichst wenig Öl enthalten sollte.
  • Wer die Rötungen mit Kosmetik abdecken möchte, sollte dazu leichte Produkte verwenden, die frei von reizenden Stoffen sind und in denen wenig oder gar kein Öl steckt. Geeignet ist beispielsweise Puder oder ein Make-up mit einem geringen Öl-Anteil.

All diese Maßnahmen führen zwar keine Heilung der Erkrankung herbei. Sie können aber verhindern, dass die Haut übermäßig gereizt wird, was neuen Entzündungsschüben vorbeugt und die gezielte Behandlung unterstützt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 31.8.2022)
  • Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Abrufdatum: 31.8.2022)
  • Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abrufdatum: 31.8.2022)
  • Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: "Rosazea". AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/065 (Stand: Januar 2022)
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