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Depressionen: Die häufigsten Irrtümer und Vorurteile


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Werden nur sensible Menschen depressiv?

Von t-online, ag

Aktualisiert am 12.05.2020Lesedauer: 2 Min.
Ein Mann sitzt zusammengekauert in einer Ecke: Depressionen sind mehr als nur ein Phase der Niedergeschlagenheit.
Ein Mann sitzt zusammengekauert in einer Ecke: Depressionen sind mehr als nur ein Phase der Niedergeschlagenheit. (Quelle: urbazon/getty-images-bilder)
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Obwohl Depressionen weit verbreitet sind, wissen viele Menschen nicht richtig über die Krankheit Bescheid. Das hat zur Folge, dass die Betroffenen oft mit dem Unverständnis ihrer Mitmenschen zu kämpfen haben. Aus Angst vor falschen Vorurteilen verschweigen viele, dass sie an Depressionen leiden. Wir haben fünf populäre Irrtümer zu Depressionen kritisch unter die Lupe genommen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Irrtum Nr. 1: "Nur sensible Menschen werden depressiv"
  • Irrtum Nr. 2: "Eine Depression ist keine Krankheit"
  • Irrtum Nr. 3: "Depressionen sind psychisch bedingt"
  • Irrtum Nr. 4: "Eine intakte Beziehung schützt vor Depressionen"
  • Irrtum Nr. 5: "Depressive begehen Selbstmord"

Irrtum Nr. 1: "Nur sensible Menschen werden depressiv"

Wer glaubt, dass nur empfindliche, sensible oder labile Menschen anfällig für eine Depression sind, irrt sich gewaltig. Fakt ist: Jeder kann Depressionen bekommen. Die Neigung dazu ist allerdings oft biologisch bedingt. Etwa bei jedem fünften Bundesbürger tritt im Laufe seines Lebens ein- oder mehrmals eine Depression auf. Oft merkt man den Betroffenen die Krankheit nicht an.

Irrtum Nr. 2: "Eine Depression ist keine Krankheit"


Acht Fakten zu Depressionen

Eine Depression äußert sich meist darin, dass der Patient sich niedergeschlagen fühlt. Betroffene Personen sind nicht in der Lage, angemessen auf die Bedingungen, unter denen sie leben, zu reagieren. Der überwiegende Teil der Depressionen wird durch äußere Einflüsse auf den Menschen ausgelöst. Diese Einflussfaktoren können alltäglicher Stress, Leistungsdruck, aber auch Schicksalsschläge wie eine Trennung oder der Todesfall eines Familienmitglieds oder einer nahestehenden Person sein.
Symptome einer Depression können sich vielfältig äußern: Betroffene berichten über Schlafstörungen, innere Unruhe, Magenprobleme, Niedergeschlagenheit und innere Leere. Häufig fühlen sich depressive Personen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu meistern. Sie ziehen sich zurück und brechen den Kontakt mit ihren Mitmenschen ab.
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Viele Menschen glauben irrtümlicherweise, dass eine Depression nur ein vorübergehendes Stimmungstief ist, nicht aber ein eigenes Krankheitsbild aufweist. Das ist falsch. Eine Depression ist eine ernstzunehmende psychische Krankheit, die ärztlich behandelt werden muss. Zum einen mit einer Psychotherapie, die dem Betroffenen hilft, mit schwierigen Situationen umzugehen, und zum anderen mit Medikamenten (Antidepressiva).

  • Selbsttest: Depressionen Test - Sind Sie betroffen?

Etwa 60 bis 70 Prozent der vier Millionen, die irgendwann an einer Depression erkranken, sind in ärztlicher Behandlung. Allerdings werden nur zehn Prozent der depressiven Menschen adäquat behandelt. Viele von ihnen sind suizidgefährdet. Jährlich nehmen sich 9.600 Menschen das Leben.

Irrtum Nr. 3: "Depressionen sind psychisch bedingt"

So einfach ist das nicht. Denn eine Depression hat häufig mehrere Ursachen. Auslöser können der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Tod eines nahestehenden Menschen sein. Aber auch freudige Ereignisse wie eine bestandene Prüfung oder die Geburt eines Kindes können die Krankheit hervorrufen. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass während einer Depression der Stoffwechsel im Gehirn gestört ist.

Hier setzen Medikamente an. Im Rahmen einer Psychotherapie werden biografische Hintergründe, die möglicherweise bei er Entstehung der Krankheit eine Rolle gespielt haben, aufgearbeitet. Häufig machen Betroffene eine Verhaltenstherapie, die bei der Strukturierung des Tages und der Beseitigung negativer Denkautomatismen helfen soll.

Irrtum Nr. 4: "Eine intakte Beziehung schützt vor Depressionen"

Diese Aussage ist nur zum Teil richtig. Ein verständnisvoller, liebevoller Partner oder Familie und Freunde können eine positive Ressource sein. Ein hundertprozentiger Schutz vor Depressionen ist das jedoch nicht.

Eine Depression belastet nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch dessen Familie und Freunde. Gerade für den Partner ist es häufig schwer, mit der Krankheit umzugehen. Er sollte für den depressiven Partner da sein und ihn unterstützen, er kann aber nicht die professionelle Hilfe eines Fachmanns ersetzen. Gerade wenn die Depression die Beziehung beeinträchtigt, kann der Partner zum Beispiel anbieten, den Betroffenen zur Therapie zu begleiten.

Irrtum Nr. 5: "Depressive begehen Selbstmord"

So pauschal lässt sich das nicht sagen. Nicht jeder, der depressiv ist, ist potentiell suizidgefährdet. Das hängt vom Schweregrad der Depression ab. Dennoch verändert die Depression das Denken des Betroffenen und die Sicht auf die Welt und sollte daher sehr ernst genommen werden. Besonders dann, wenn Erkrankte von Tod, Sinnlosigkeit und innerer Leere sprechen, sollten Angehörige hellhörig werden und auch den behandelnden Arzt informieren.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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