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Schonen macht Arthrose noch schlimmer

jlu

Aktualisiert am 17.04.2014Lesedauer: 3 Min.
Arthrose: Schonen verschlimmert die Gelenkerkrankung.
Schonen verschlimmert eine Arthrose meistens noch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Schmerzen im Knie oder der HĂŒfte - so fĂ€ngt die Gelenkkrankheit Arthrose oft an. SpĂ€ter versteifen die Gelenke, schwellen an und verformen sich. Die Schmerzen werden schlimmer und bleiben dauerhaft bestehen. Laut der Deutschen Rheuma-Liga haben rund fĂŒnf Millionen Deutsche Arthrose. Schonen ist jetzt das einzig Richtige, glauben viele. Doch das ist falsch, denn dadurch verschlimmern sich Beschwerden.

Arthrose entsteht unbemerkt

Arthrose-Patienten haben oft Schmerzen. Denn bei der Krankheit nutzt sich die Knorpelschicht zwischen den Gelenkknochen ab, bis die Knochen direkt aufeinander reiben. Sind einmal Knorpeldefekte entstanden, bleiben sie nicht nur dauerhaft bestehen, sondern breiten sich immer weiter aus. Denn auch Knorpel altert und kann brĂŒchig werden.

Bewegung hÀlt Knorpelverlust auf

Um möglichst wenig Schmerzen zu haben, schonen viele Betroffene ihre Gelenke, sitzen und liegen viel, statt sich zu bewegen. Doch genau das ist schlecht: Je weniger die Gelenke bewegt werden, desto schneller verschwindet der Knorpel. RegelmĂ€ĂŸiges Training hingegen krĂ€ftigt die Muskeln, erhĂ€lt die Beweglichkeit und hilft so dabei, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Auch wem es schwer fĂ€llt, sich mit Schmerzen zu bewegen, raten Experten, den inneren Schweinehund zu ĂŒberwinden. Ideal sind Radfahren, Schwimmen und Gymnastik, denn diese Sportarten schonen die Gelenke.

Zehn Minuten Sport sind zu wenig

Allerdings wissen die meisten nicht, dass sie mit ausreichend Bewegung ihre Gelenkschmerzen lindern können. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine amerikanische Studie von der Northwestern University in Chicago. Die Forscher untersuchten 1000 Patienten, die unter der GelenkentzĂŒndung Arthritis litten. Mit einem Bewegungsmesser untersuchten die Forscher, wie viel sich die Probanden in einer Woche bewegten: 40 Prozent der MĂ€nner und 56 Prozent der Frauen trieben weniger als zehn Minuten Sport. Mediziner empfehlen aber 150 Minuten Sport wöchentlich.

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Auch leichte Gelenkschmerzen ernst nehmen

Doch nicht nur Sport hilft, die Beschwerden zu lindern. Wichtig ist auch, sich gesund zu ernĂ€hren und Übergewicht zu reduzieren. Eine frĂŒhe Diagnose ist ebenfalls entscheidend. Das Problem: Arthrose entsteht ĂŒber lĂ€ngere Zeit, ohne dass man etwas davon spĂŒrt. Daher wird die Erkrankung meist erst spĂ€t diagnostiziert. Typisch ist der so genannte Anlaufschmerz: Beim Loslaufen hat man leichte Schmerzen oder ein SpannungsgefĂŒhl in Knie oder HĂŒfte. Diese lassen nach wenigen Schritten nach. Nach einem schmerzfreien Intervall setzen die Beschwerden nach anhaltender Belastung erneut ein. Der Anlaufschmerz ist zu einem Belastungsschmerz geworden.

Weitere Symptome sind geschwollene und steife Gelenke, die auf Druck oder bei Bewegung schmerzen. Viele Betroffene haben außerdem knackende Gelenke und empfinden NĂ€sse und KĂ€lte als unangenehm. Um die Krankheit so frĂŒh wie möglich zu erkennen, rĂ€t die Deutsche Rheuma-Liga, auch harmlos erscheinende GelenkverĂ€nderungen ernst zu nehmen und möglichst schnell zum Arzt gehen.

Arthrose ist keine Alte-Leute-Krankheit

Im Volksmund wird Arthrose oft als Gelenkverschleiß bezeichnet, der zum natĂŒrlichen Alterungsprozess dazugehört. Dies ist aber nur zum Teil richtig: Bei vielen ruft eine vererbte Knorpel-AnfĂ€lligkeit die Krankheit hervor. Hinzu kommen Faktoren, die bereits in jungen Jahren Arthrose auslösen können: Fehlstellungen wie X-und O-Beine oder nicht verheilte Verletzungen können die Gelenke belasten. Eine einseitige Belastung durch stundenlanges Sitzen, regelmĂ€ĂŸige Überlastung durch Sport, Übergewicht und schwere körperliche Arbeit erhöhen ebenfalls die ArthroseanfĂ€lligkeit. Ein weiterer Risikofaktor ist das Geschlecht: Denn unter den Betroffenen sind mehr Frauen als MĂ€nner. Der Grund ist wahrscheinlich die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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