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Analthrombose: Schmerzhafte Knoten am After sofort behandeln

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Knoten am After  

Analthrombose kann schmerzhaft sein

01.06.2018, 11:53 Uhr | t-online.de, lk, AM

Analthrombose: Schmerzhafte Knoten am After sofort behandeln. Hinter schmerzhaften Knoten am After kann eine Analthrombose stecken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hinter schmerzhaften Knoten am After kann eine Analthrombose stecken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Analthrombose kommt immer plötzlich. Viele denken sofort, es handelt sich um Hämorrhoiden. Typisch sind jedoch ein oder mehrere bläuliche Knoten am Afterrand. Sie können so schmerzhaft sein, dass normales Sitzen unerträglich wird.

Im Unterschied zu Hämorrhoiden wachsen Analthrombosen, auch Analvenenthrombosen, jedoch nicht aus dem Anus heraus. Die Ausbuchtungen befinden sich vielmehr außerhalb am Afterrand. Sie werden daher auch als "falsche Hämorrhoiden" oder "äußere Hämorrhoiden" bezeichnet. Wie die Behandlung aussieht, hängt von der Größe der Knoten und der Intensität der Schmerzen ab.

Symptome
So macht sich eine Analthrombose bemerkbar

Die Ursache für eine Analthrombose ist ein Blutstau am After. Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das eine Vene im Anus oder an dessen Rand verstopft. Am häufigsten treten Analthrombosen im mittleren Alter zwischen 25 und 55 auf. Dabei sind Männer etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Beschwerden kommen innerhalb von Minuten oder Stunden: Typischerweise verspüren die Betroffenen nach dem Stuhlgang ein Spannungsgefühl oder einen plötzlichen Schmerz am After. Manchmal können die Schmerzen so stark werden, dass der Betroffene nicht mehr laufen kann. Aber so unangenehm die Analthrombose auch sein mag: Sie ist harmlos und bildet sich bei richtiger Behandlung in der Regel nach kurzer Zeit wieder zurück – meist innerhalb von Tagen, manchmal dauert es wenige Wochen.

Unterschied zu Hämorrhoiden
So unterscheiden sie Analthrombose von Hämorrhoiden

Laien verwechseln die Analthrombose häufig mit Hämorrhoiden. Doch beide Enddarmerkrankungen können klar voneinander unterschieden werden: Eine Analthrombose liegt immer am Rand des Anus, ist schmerzhaft und blutet nicht. Hämorrhoiden dagegen verursachen – zumindest im Anfangsstadium – keine Schmerzen und bluten. Zudem treten sie nur innerhalb des Anus auf und sind im Gegensatz zu den Knoten der Analthrombose mit Schleimhaut bedeckt.

Auf einen Blick: Alles Wichtige zu Hämorrhoiden

Ursachen
Wie lassen sich Analthrombosen vermeiden?

Die Auslöser für eine Analthrombose können verschieden sein. Sie kann unter anderem durch langes Sitzen auf hartem Untergrund hervorgerufen werden. Aber auch der übermäßige Konsum von Alkohol, Kaffee und scharfen Gewürzen begünstigt die Bildung der Wölbungen. Ebenso können Analsex, Durchfall oder starkes Pressen beim Stuhlgang einer Analthrombose vorausgehen. Bei Frauen tritt die Erkrankung infolge der hormonellen Umstellung bevorzugt vor der Regelblutung oder während der Schwangerschaft auf. Die Größe der Knoten, die von Druckgefühl, stechenden Schmerzen, Juckreiz oder Brennen begleitet sein können, variiert von stecknadelkopf- bis pflaumengroß.

Vermeiden Sie daher langes Sitzen und hohen Bauchdruck, wie beispielsweise bei Pressübungen im Kraftsport, oder beim Stuhlgang. Falls Sie häufig unter Verstopfung leiden, sollten Sie sich mehr bewegen und Ihre Ernährung umstellen. Wenn das nicht hilft, können Sie Ihren Stuhl mithilfe von Quellmitteln aufweichen.

Behandlung
Schmerzmittel, Salben oder Skalpell

Die Diagnose der Analthrombose erfolgt durch einfaches Abtasten. Dabei kann der Arzt andere Erkrankungen wie Hämorrhoiden, einen Abszess oder einen bösartigen Tumor ausschließen. Die Behandlung einer Analthrombose richtet sich nach der Größe der Knoten und den Beschwerden. Bei leichten Schmerzen oder Druckgefühl verschaffen apothekenpflichtige Schmerztabletten mit den Wirkstoffen Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac Linderung. Vom Arzt können Sie sich auch eine kortisonhaltige Salbe verschreiben lassen. Sie wirkt gegen die Schwellung und Entzündung. Ebenfalls schmerzlindernd wirkt eine örtlich betäubende Salbe. Auch Sitzbäder können helfen.

Bei starken Schmerzen und wenn der Thrombus zu platzen droht, ist dagegen ein chirurgischer Eingriff nötig. Er wird meist mit lokaler Betäubung durchgeführt. Dabei entfernt der Chirurg entweder die gesamte Analvenenthrombose oder schneidet den Knoten ein, so dass sich der Thrombus entleeren kann.

Das können Sie tun
Ausreichend trinken und Analhygiene beachten

Patienten mit einer akuten, schmerzhaften Analthrombose sollten strenge Bettruhe einhalten. Manchmal tun kühlende Kompressen gut. Solange die Analthrombose nicht ausgeheilt ist, sollten Sie versuchen, ihren Stuhl zu beeinflussen. Dieser sollte weich sein, um Druck und Schmerzen am Anus zu vermeiden. Das erreichen Sie mit ballaststoffreicher Nahrung und durch genügend Flüssigkeit. In Absprache mit dem Arzt kann auch ein leichtes Abführmittel genommen werden.

Wichtig ist auch eine schonende Analhygiene mit Feuchtreinigung unter fließendem Wasser oder der Dusche. Dabei sollten Sie möglichst auf Seife oder Duschgel verzichten, um eine weitere Reizung zu vermeiden.

Aus der Geschichte: Napoleon litt offenbar an Analvenenthrombose 

Historiker schreiben in ihren wissenschaftlichen Veröffentlichungen, dass Napoleon kurz vor der entscheidenden Schlacht bei Waterloo „akute Hämorrhoiden“ hatte (Welling et al., 1988; Mazier und Surrell, 1988). Der Chirurg Prof. Dr. H.-P. Bruch von der Universität Lübeck schreibt in seiner Dissertation (Bruch, 2004) jedoch, dass bei einer Differentialdiagnose auf Basis der überlieferten Symptome nicht die zunächst im Verdacht stehenden Hämorrhoiden den französischen Kaiser geplagt haben dürften, sondern eben eine Analvenenthrombose. Aber auch eine akute Analfissur könnte der Grund gewesen sein, so Bruch.


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