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Starkes Pressen beim Stuhlgang kann gefährliche Folgen haben

Vorsicht bei Verstopfung  

Starkes Pressen beim Stuhlgang kann gefährlich sein

01.07.2019, 12:09 Uhr | akl, t-online.de

Starkes Pressen beim Stuhlgang kann gefährliche Folgen haben. Starkes Pressen bei hartem Stuhlgang sollte man besser vermeiden. (Quelle: Getty Images/sb-borg)

Starkes Pressen bei hartem Stuhlgang sollte man besser vermeiden. (Quelle: sb-borg/Getty Images)

Wem es auf der Toilette nicht schnell genug geht, der neigt zu starkem Pressen und Drücken. Das kann unangenehme Folgen für die Gesundheit haben. Wir nennen fünf Gründe, warum man sich mit dem Stuhlgang Zeit lassen sollte.

1. Starkes Pressen beim Stuhlgang fördert Hämorrhoiden

Wer beim "großen Geschäft" regelmäßig presst, erhöht das Risiko für Hämorrhoiden. Denn hierbei wird starker Druck auf die Gefäße und das Gewebe im Bauchraum und Darmbereich ausgeübt. Ältere Menschen sind häufiger betroffen, da bei ihnen das Bindegewebe an Festigkeit verliert. Doch auch bei jungen Menschen können sich die Schwellungen bilden. Doch man kann vorbeugen: Wer ausreichend trinkt und sich ballaststoffreich ernährt, hält den Stuhl weich und beugt so Verstopfung vor.

Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) sind rund vier Prozent der Deutschen wegen Hämorrhoiden in Behandlung. Wie viele den Gang zum Arzt scheuen, ist unbekannt. 

2. Analfissur: Wenn der After einreißt

Wer stark presst, hat nicht nur häufig Probleme mit Hämorrhoiden, sondern riskiert auch eine Analfissur. Sie zählt zu den schmerzhaftesten Erkrankungen im Bereich des Enddarms. Dabei handelt es sich um einen meist sichtbaren Schleimhauteinriss im Bereich des Aftereingangs, der sich durch starke Schmerzen, aber auch Blutungen bemerkbar macht. Harter Stuhl, Verstopfung und heftiges Pressen gehören unter anderem zu den Auslösern. Eine Analfissur sollte in jedem Fall von einem Arzt behandelt werden.

3. Starkes Pressen kann den Enddarm herausdrücken

Auch ein sogenannter Darmvorfall kann durch Pressen in Folge von Verstopfung verursacht werden. Dabei treten Teile des Darms aus dem Anus aus. Es gibt verschiedene Schweregrade. Nicht immer kommt es zu Beschwerden und viele merken nicht einmal, dass sie betroffen sind. Doch es kann auch passieren, dass sich der Enddarm bei den Patienten beim After von innen nach außen stülpt. Experten zufolge sind Frauen häufiger betroffen.

4. Risiko für Blasenentzündung steigt

Wenn Frauen ihre Blase mit Druck entleeren, sind sie zwar schneller fertig, doch die Blase leidet. Denn durch das Pressen entsteht ein Unterdruck, der dazu führen kann, dass etwas Urin zurückbleibt. Dieser sogenannte Restharn ist ein Nährboden für Bakterien und erhöht das Risiko für eine Blasenentzündung, die sich auch zu einer schmerzhaften Nierenbeckenentzündung entwickeln kann.

Viele Frauen leiden unter immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Wichtig ist, dass man sich beim Wasserlassen Zeit nimmt und die Blase entspannt leer laufen lässt – auch wenn es etwas länger dauert. Auch auf eine angespannte Hockstellung sollten Frauen besser verzichten, rät die Deutsche Gesellschaft für Urologie.

5. Druck beim Urinieren kann Blasenvenen platzen lassen

Doch auch Männer haben mit zunehmendem Alter häufig Probleme beim Wasserlassen und neigen dazu, durch Pressen die Entleerung der Blase zu unterstützen. Das ist zum Beispiel bei einer Vergrößerung der Prostata der Fall, bei der die Harnröhre eingeengt wird. Männer sollten den Besuch beim Urologen nicht scheuen. Auf starkes Pressen sollte auf jeden Fall verzichtet werden, denn durch den Druck können Blasenvenen aufplatzen.

Im Zweifel besser zum Arzt

Wer trotz regelmäßiger Bewegung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffreicher Ernährung immer wieder unter Verstopfung leidet, sollte einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Wer das Problem aus Scham verschweigt, ständig zu Abführmitteln greift oder auf Toilette regelmäßig stark presst, schadet dem empfindlichen Afterbereich und begünstigt ernsthafte Erkrankungen. 

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Gesellschaft für Urologie
  • Techniker Krankenkasse

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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