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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Meniskusriss: Abwarten macht alles nur schlimmer

t-online, dpa/ akl

Aktualisiert am 07.05.2021Lesedauer: 5 Min.
Ein Meniskusriss entsteht oft in Folge von sportlicher Überbelastung. Er sollte umgehend von einem Arzt behandelt werden.
Ein Meniskusriss entsteht oft in Folge von sportlicher Überbelastung. Er sollte umgehend von einem Arzt behandelt werden. (Quelle: filadendron/getty-images-bilder)
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Meniskusverletzungen gehören zu den hĂ€ufigsten Knieproblemen. Manchmal reicht schon eine falsche Bewegung aus – und der Meniskus reißt. Wichtig ist, dass man Schmerzen im Knie oder einen Kniegelenkserguss nicht ignoriert und frĂŒhzeitig zum Arzt geht. Nur mit einer schnellen und richtigen Diagnose können FolgeschĂ€den verhindert werden.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist ein Meniskusriss?
  • Typische Symptome beim Meniskusriss
  • Knie: Mit dem Alter droht der Verschleiß
  • Meniskussriss: Nach den Schmerzen kommt die Arthrose
  • Meniskusriss: Welche Operation ist die richtige?
  • Nicht jeder Meniskusriss ist operabel

Im menschlichen Kniegelenk finden sich jeweils zwei Menisken – der Innen- und der Außenmeniskus. Die halbmondförmigen Knorpel zwischen Ober- und Unterschenkel sind wichtige Strukturen in dem Gelenk. Sie dienen als StoßdĂ€mpfer und Druckverteiler und passen die unterschiedlichen Strukturen des Ober- und Unterschenkels aneinander an. Dadurch schĂŒtzen sie das Gelenk vor Verschleiß. Der Außenmeniskus ist generell beweglicher als der Innenmeniskus, der mit der Gelenkkapsel und dem Knie-Innenband verwachsen ist.

Meniskus Modell
Die Menisken: StoßdĂ€mpfer im Kniegelenk, um es bei Bewegung zu schĂŒtzen. Das Knorpelgewebe kann reißen, wenn es zu starker Beanspruchung kommt. Das kann durch Sport oder Verschleiß passieren. (Quelle: SCIEPRO/SCIENCExPHOTOxLIBRARY F023/3758/imago-images-bilder)
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Was ist ein Meniskusriss?

Der Meniskusriss ist eine der hĂ€ufigsten Knieverletzungen. Meistens entsteht er, wenn sich Oberschenkel und Unterschenkel im Kniegelenk bei hoher Belastung gegeneinander verdrehen. Dabei wird der Innenmeniskus ĂŒberlastet und kann einreißen. Der Außenmeniskus dagegen ist seltener betroffen. Je nach Lage und Verlauf des Risses kann der Meniskus seine Eigenschaften als Puffer verlieren. Dann erhöht sich die Last auf den Gelenkknorpel zwischen Oberschenkel und Unterschenkel.

  • Meniskusriss im Knie: Symptome, Erste Hilfe und Behandlung

Typische Symptome beim Meniskusriss

"Bei jĂŒngeren Menschen treten Meniskusverletzungen meist unfallbedingt, zum Beispiel durch Sport- oder VerkehrsunfĂ€lle, auf", erklĂ€rt Rainer Siebold, Facharzt fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie in Heidelberg. Eine solche Verletzung fĂŒhre meist unmittelbar zu Schmerzen im Kniegelenk. Ist der Meniskus zusĂ€tzlich gerissen, kann das Gelenk blockieren. Betroffene können das Knie nicht mehr richtig beugen oder strecken. Manchmal schwillt das Gelenk außerdem an.

Je nachdem, welcher der beiden Menisken verletzt ist, lassen sich die Schmerzen eher seitlich am Knie oder nach innen lokalisieren. Klassische Symptome eines Meniskusrisses außen sind:

  • Schmerzen bei der Drehung des Knies nach innen (Innenrotation)
  • Druckschmerz am seitlichen Kniegelenksspalt
  • Schmerzen beim In-die-Hocke-Gehen und beim Durchstrecken des Beines (Streckhemmung)
  • diffuse stechende Schmerzen

Ist der Innenmeniskus geschÀdigt, zeigen sich meist folgende Symptome:

  • Schmerzen bei der Außen-Drehung des Knies (Außenrotation)
  • Schmerzen beim Beugen des Knies
  • Druckschmerz am mittleren Kniegelenksspalt
  • Schmerzen beim Aufrichten aus der Hockstellung

Ein großes Risiko fĂŒr Meniskusverletzungen bergen laut Siebold Sportarten mit gegnerischem Einfluss. Auch hĂ€ufige Stop-and-Go-Bewegungen sowie Richtungswechsel wie beim Fußball, Handball, Basket- und Volleyball oder Skifahren sind gefĂ€hrlich.

Übrigens: Der Meniskus selbst bereitet keine Schmerzen, da das Knorpelgewebe nicht mit Nerven durchzogen ist. Die Schmerzen entstehen dort, wo der Meniskus im Gelenkspalt verankert ist und sich "losgerissen" hat. Dabei reizt der abgerissene Meniskuskörper das umliegende Gewebe.

Kniegelenkserguss nach einem Meniskusriss

Die Verletzung der Menisken und abgerissenen Faserteile im Gelenk können auch zu einer Ansammlung von GelenkflĂŒssigkeit (SynovialflĂŒssigkeit) im Kniegelenkspalt fĂŒhren. Mediziner sprechen von einem Kniegelenkserguss. Er bildet sich in Folge eines EntzĂŒndungsprozesses im Kniegelenk und sorgt fĂŒr eine Schwellung, die deutlich ertastbar ist. Wenn der Kniegelenkserguss auf das umliegende Gewebe drĂŒckt, kann er Schmerzen verursachen, sowohl im Ruhezustand als auch bei Bewegung.

KĂŒhlung (Eispackungen), Ruhigstellung und kĂŒhlende Salben helfen, dass die Schwellung des Knies zurĂŒckgeht. Eine elastische Wickelung hilft ebenfalls, die initiale Schwellung zu reduzieren. Jede Belastung des Knies sollte vermiden werden. Die Einnahme eines schmerzstillenden, antientzĂŒndlichen Medikamentes kann ebenfalls sinnvoll sein. Wenn der Erguss nicht zurĂŒckgeht und der Verdacht auf einen Meniskusriss besteht, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der ĂŒber die weitere Behandlung entscheidet.

Knie: Mit dem Alter droht der Verschleiß

SportunfĂ€lle sind nicht die einzige Ursache fĂŒr Meniskusverletzungen. Eine SchĂ€digung des Meniskus kann auch durch Verschleiß ĂŒber die Jahre und Jahrzehnte der Belastung entstehen. Im Laufe der Zeit verĂ€ndern die einwirkenden KrĂ€fte die Struktur: Das Meniskusgewebe reibt sich auf und schĂ€digt den Gelenkknorpel. "Viele Patienten verspĂŒren Schmerzen beim Treppen hinuntergehen, wenn sie in die Hocke gehen oder sich aus der tiefen Hocke aufrichten, meist an der Innenseite des Knies", sagt Thomas Pauly, Chefarzt der Klinik fĂŒr OrthopĂ€die und Rheumachirurgie am St. Elisabeth-Hospital in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen). Bei VorschĂ€den kann selbst einfaches Beugen oder ein leichteres Vertreten zum Einreißen des Meniskus und plötzlichen Schmerzen fĂŒhren.

Knirschen im Knie – Anzeichen fĂŒr Arthrose: Knirschende Knie deuten weniger auf einen Meniskusschaden hin als auf Arthrose (degenrativer Gelenkverschleiß). Innerhalb eines gesunden Kniegelenks trennen Knorpelschichten die Knochenenden voneinander. Von diesen Schichten wird eine Art Gelenkschmiere produziert. Diese FlĂŒssigkeit und das Knorpelgewebe bilden sozusagen einen StoßdĂ€mpfer. Wenn dieser beschĂ€digt ist, kann ein Knorpelabbau die Folge sein, in dessen Zuge das Kniegelenk knirscht.

Durch Verschleiß verĂ€ndert sich der Meniskus hĂ€ufig schon im mittleren Alter, zum Beispiel mit 40 Jahren, manchmal auch frĂŒher. "Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hĂ€ngt von der individuellen Beschaffenheit des Gewebes ab", erlĂ€utert Pauly. Auch Übergewicht oder mangelnde Bewegung fördern den Verschleiß und erhöhen somit das Risiko fĂŒr einen Meniskusschaden, ebenso Berufe, bei denen auf den Knien oder in der Hocke gearbeitet wird.

Meniskussriss: Nach den Schmerzen kommt die Arthrose

Nicht nur wegen der Schmerzen mĂŒssen Meniskusverletzungen unbedingt behandelt werden. "Ein eingerissener Meniskus ist immer der Beginn einer Arthrose, der fortschreitenden Zerstörung des Gelenks", betont Pauly. Ist eine Verletzung die Ursache, kommt zumeist eine Operation in Betracht. Entweder kann der Riss genĂ€ht werden oder beschĂ€digte Teile des Meniskus werden entfernt.

Kleine Schnitte können Beschwerden lindern

Beide Operationen erfolgen in der Regel schonend mittels einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Nötig sind nur kleine, punktförmige Schnitte. Die Meniskusnaht (Meniskusrefixation) ermöglicht einen vollstĂ€ndigen Erhalt des Meniskus – die Erfolgsaussichten sind langfristig am grĂ¶ĂŸten. Ob ein Riss genĂ€ht werden kann, hĂ€ngt allerdings von Ort und Art der Verletzung, Alter und körperlicher Fitness der Patienten und weiteren Faktoren ab.

Bei einer Meniskusentfernung oder Teilentfernung (Meniskusteilresektion) im Rahmen einer Arthroskopie werden Teile des Meniskus in kleinerem Umfang entfernt, kann der Patient das Knie oft schon kurz nach der Operation wieder voll belasten. Eine Meniskusnaht dagegen muss lÀnger heilen und erfordert etwas mehr Geduld. In den ersten drei bis sechs Wochen sind Gehhilfen Pflicht, um das Kniegelenk zu entlasten.

Meniskusersatz: Seit einigen Jahren ist der Meniskusersatz als neues Verfahren erfolgreich erprobt. Nachdem eine Teil- oder Komplett-Entfernung des Meniskus (Meniskusresektion) erfolgt ist, wird ein Implantat aus gereinigtem Collagen in die entstandene LĂŒcke eingebracht. Das Implantat ist dem menschlichen Innen- beziehungsweise Außenmeniskus nachgeformt und hat eine schwammartige Feinstruktur. Im Laufe der Zeit wĂ€chst neues Gewebe in das Implantat ein und nach etwa zwölf Monaten ersetzt es komplett die Aufgaben des ursprĂ€nglichen Menuskus.

Meniskusriss: Welche Operation ist die richtige?

Sich allein wegen der schnelleren WiedereinsatzfĂ€higkeit fĂŒr eine Teilentfernung zu entscheiden, davon rĂ€t Siebold dringend ab: "Ein Patient, der als Jugendlicher oder jĂŒngerer Erwachsener schon einen Meniskusteilverlust hat, hat ein sehr hohes Risiko fĂŒr eine spĂ€tere Arthrose", warnt der Kniespezialist. Bei verschleißbedingtem Meniskusriss besteht keine Aussicht, dass sich der Meniskus durch NĂ€hen wieder heilen und dadurch vollstĂ€ndig erhalten lĂ€sst. Der Operateur versucht in diesen FĂ€llen, den Riss zu stabilisieren, indem er die instabilen Teile entfernt und möglichst viel Meniskus ĂŒbrig lĂ€sst.

Nicht jeder Meniskusriss ist operabel

Hat der Gelenkknorpel schon viel Schaden genommen, weil eine Meniskusverletzung nicht behandelt worden ist, kann es auch sein, dass eine Operation nichts mehr bringt. "Man wĂŒrde dann mit Medikamenten und Physiotherapie versuchen, die Schmerzen in den Griff zu bekommen und einen kĂŒnstlichen Gelenkersatz möglichst lange hinauszögern", sagt Pauly.

Nach einem Meniskussriss sind Schonzeiten wichtig

FĂŒr einen positiven Verlauf der Genesung nach einer Meniskusriss-Operation ist mitunter zusĂ€tzlich Physiotherapie erforderlich. Sie werde in der Regel dann verordnet, wenn der Heilungsprozess von allein nicht optimal verlĂ€uft, erklĂ€rt Sascha Knappe, niedergelassener Physiotherapeut und Reha-Trainer beim Fußball-Regional-Ligisten VfB LĂŒbeck.

Wichtig sei auch, die von Ärzten und Therapeuten festgelegten Zeiten fĂŒr Schonung und Entlastung konsequent einzuhalten. "Wenn etwas heilen soll, braucht es auch Ruhe", betont Knappe. HĂ€ufig hĂ€tten Patienten aber den Anspruch, genauso schnell wieder fit zu sein, wie sie es von Leistungssportlern kennen. "Allein die körperlichen Voraussetzungen hinsichtlich Lymphabfluss, Durchblutung und gelenkstabilisierender Muskulatur beim Leistungssportler sind aber ganz andere", betont der Sporttherapeut.

Problemzone Knie: Bei Schmerzen immer zum Arzt

Meniskusverletzungen, EntzĂŒndungen, Fehlhaltungen, SehnenschĂ€den, GefĂ€ĂŸprobleme: Da Knieschmerzen verschiedene Ursachen haben können und nicht immer ein Problem des Meniskus die Schmerzen auslöst, ist es wichtig, rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen. Erst wenn man weiß, was das Kniegelenk quĂ€lt, kann richtig behandelt werden. Wer die Schmerzen langfristig ignoriert und mit Hausmitteln versucht, auf eigene Faust die Beschwerden zu lindern, riskiert schlimmere SchĂ€den.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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